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Stand: 07/2026
Kolumbiens Wirtschaftswachstum beruht bislang stark auf einem hohen Verbrauch natürlicher Ressourcen. Dies ist langfristig weder aus Umwelt- und Klima-, noch aus sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten nachhaltig. Gleichzeitig gehört das Land zu den Staaten, die die Folgen des Klimawandels bereits deutlich spüren. Die kolumbianische Regierung hat in den vergangenen Jahren wichtige Grundlagen geschaffen: mit Klimagesetzen und -strategien, ihren freiwilligen Klimazielen (NDCs) sowie sektorspezifischen Vorgaben etwa in den Bereichen Energie, Transport und Wasser zur Umsetzung der NDCs und der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs).
Um diese Rahmenbedingungen mit Leben zu füllen, setzt hier das Vorhaben „Klimafreundliche Wirtschafts- und Stadtentwicklung“ an: Im Auftrag der Bundesregierung unterstützt die KfW Kolumbien dabei, Investitionen in Städten und Wirtschaftssektoren klimafreundlicher zu gestalten und so den Übergang zu einer ressourcenschonenden und widerstandsfähigen Entwicklung zu fördern.
Kolumbiens Wirtschaftsmodell ist bislang stark von der Nutzung natürlicher Ressourcen geprägt. Rohstoffe wie Erdöl, Kohle und andere Primärgüter tragen erheblich zum Wachstum bei, gehen jedoch mit hohem Ressourcenverbrauch und negativen Folgen für Umwelt und Klima einher. Langfristig ist dieser Pfad weder ökologisch noch sozial und wirtschaftlich tragfähig. Der Handlungsdruck ist insbesondere in den städtisch geprägten Sektoren hoch: Rund 80% der Bevölkerung leben bereits in Städten, der Transportsektor verursacht etwa 12,5% der nationalen Treibhausgasemissionen, wovon rund 78% auf den Straßenverkehr entfallen, und viele Verkehrssysteme sind überlastet. Gleichzeitig ist der Energiesektor ein Schlüsselfaktor für die Erreichung der Klimaziele: Obwohl etwa 80% des Strommixes aus Wasserkraft stammen, verantwortet der Bergbau- und Energiesektor rund 10 % der Emissionen, und zunehmende Trockenperioden erschweren die Wasserkraftnutzung. Daher soll der Anteil nicht-konventioneller erneuerbarer Energien wie Solar- und Windkraft deutlich steigen. Auch im Wassersektor bestehen erhebliche Investitions- und Umsetzungsbedarfe, etwa beim Zugang zu sauberem Trinkwasser, Sanitärversorgung, Abwasserbehandlung und beim Schutz städtischer Räume vor Klimafolgen.
Vor diesem Hintergrund misst die kolumbianische Regierung Klimaschutz und Klimaanpassung eine wachsende Bedeutung bei. Mit dem Klimawandel-Gesetz 1931 von 2018, weiteren Strategien zur Energiewende und der Aktualisierung der nationalen Klimaziele (NDCs) auf eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um bis zu 51% bis 2030 wurden zentrale Rahmenbedingungen geschaffen. Energie, Transport und Wasser sind dabei Schlüsselsektoren zur Umsetzung der NDCs und leisten zugleich Beiträge zu mehreren Zielen der Agenda 2030.
Vor diesem Hintergrund besteht ein hoher Bedarf, diese politischen Zielsetzungen in konkrete Investitionen und operative Maßnahmen zu überführen und geeignete Finanzierungsstrukturen insbesondere in den Bereichen nachhaltige Stadtentwicklung, Energiewende und Wasserinfrastruktur bereitzustellen. Genau hier setzt das Vorhaben „Klimafreundliche Wirtschafts- und Stadtentwicklung“ an.
Die KfW unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die kolumbianische Regierung dabei, die Umsetzung der Klima- und Nachhaltigkeitsagenda im Bereich Energie, urbane Mobilität und Wasser voranzubringen. Ziel ist es, einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der nationalen Klimaziele (NDCs) und der Nachhaltigkeitsziele (SDGs) zu leisten und damit eine umfassende, nachhaltige Entwicklung des Landes zu stärken. Die KfW fördert die Umsetzung dieser Ziele mit einem zinsverbilligten Kredit über 150 Mio. Euro sowie einem Zuschuss von 2 Mio. Euro für eine begleitende Maßnahme.
Umgesetzt wird das Vorhaben über die kolumbianische Entwicklungsbank FINDETER. Unmittelbare Zielgruppe sind öffentliche und private Projektentwickler sowie städtische und regionale Behörden in Kolumbien, denen es an langfristigen und günstigen Refinanzierungsmöglichkeiten für nachhaltige Energie-, Transport- und Wasserprojekte fehlt. Mittelbar profitieren lokale Finanzintermediäre sowie die Bevölkerung in den Städten und Regionen, in denen die investiven Maßnahmen umgesetzt werden. Die zur Verfügung gestellten Mittel werden in drei zentralen Handlungsfeldern eingesetzt: Im Verkehrssektor werden Vorhaben finanziert, die den Zugang der städtischen Bevölkerung zu einem nachhaltigen und integrierten öffentlichen Personennahverkehr verbessern. Klimafreundliche Energieprojekte beschleunigen die Energiewende durch den Einsatz erneuerbarer Stromquellen, alternativer Brennstoffe und energieeffizienter Maßnahmen. Im Wassersektor unterstützen Projekte den Klimaschutz, die Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie den Erhalt natürlicher Ressourcen.
Die Zuschussmittel dienen einer Begleitmaßnahme, die zur institutionellen Stärkung von FINDETER als Entwicklungsbank beiträgt und ausgewählte Infrastrukturprojekte fachlich unterstützt. So soll die nachhaltige Wirksamkeit des Vorhabens langfristig gesichert werden.
Geeignete Endkreditnehmer von FINDETER in Kolumbien werden über durchgeleitete, zinsvergünstigte Kredite befähigt, klima- und umweltrelevante Investitionsmaßnahmen in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbarer Energieerzeugung, nachhaltige städtische Mobilität oder Wasserprojekte durchzuführen. Mit der Umsetzung der Investitionsmaßnahmen in den genannten Sektoren werden unter anderem einerseits die installierten Erzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Energiequellen und somit die Diversifizierung der nationalen Energiematrix erhöht, der Stromverbrauch durch den Einsatz energieeffizienter Technologien verringert, die Anzahl der emissionsarmen Fahrzeuge erhöht sowie nachhaltige Systeme des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) oder beispielsweise Radwege im städtischen Bereich neu geschaffen, rehabilitiert, verbessert oder erweitert. Andererseits werden neue oder verbesserte Projekte der Siedlungswasserwirtschaft und gegebenenfalls der Abfallwirtschaft finanziert, die zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Folgen des Klimawandels in den Regionen, Gemeinden oder Bezirken beitragen. Die quantifizierbare Wirkungsmessung erfolgt hierbei über (a) die Menge an jährlich reduzierten Treibhausgasemissionen der mitfinanzierten klimafreundlichen Investitionsprojekte, (b) die Anzahl an Menschen, die von den finanzierten Klimaanpassungsmaßnahmen von einer höheren Resilienz gegenüber Klimarisiken profitieren, sowie (c) die Anzahl an Menschen, die von einer verbesserten und nachhaltigen Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen profitieren.
Zu der Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leistet das Vorhaben einen Beitrag:
KfW Bankengruppe
Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank
Länderbereich Afrika und Lateinamerika
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