Die gute Nachricht ist: In den vergangenen Jahren wurden weltweit viele Jobs geschaffen. Die globale Arbeitslosenquote lag zuletzt bei 4,9 Prozent, „ein historisch niedriger Stand“, wie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schreibt. Das hat mit Entwicklungs- und Wachstumsimpulsen in nahezu allen Weltregionen zu tun. Auch in Afrika registrierte die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) ein Wachstum für den gesamten Kontinent von über vier Prozent. Tatsächlich ist der Kontinent nach Asien inzwischen sogar der wirtschaftlich am schnellsten wachsende; 12 von 20 Wachstums-Champions liegen dort. Dazu zählen Länder wie Äthiopien und Ruanda, aber auch Senegal, Uganda oder Benin. Damit hat sich der hohe Stand an Arbeitslosigkeit, der noch vor zehn Jahren eine große Herausforderung darstellte, relativiert; die Corona-Krise ist auch für zahlreiche Länder des Globalen Südens mittlerweile überwunden.
Allerdings täuschen die schönen Zahlen darüber hinweg, dass sich viele Menschen immer noch in prekären Beschäftigungsverhältnissen befinden oder informell arbeiten. Entsprechend heißt es bei der ILO: „Unter der Oberfläche“ sieht es anders aus. Fortschritte bei besserer Arbeit („decent work“) seien ins Stocken geraten, Ungleichheiten blieben bestehen. Das gilt vor allem für junge Menschen und Frauen. Letztere stellen nur etwa zwei Fünftel der weltweit Beschäftigten. Noch härter trifft es die Jugend: Bei ihr beträgt die Arbeitslosigkeit 12,4 Prozent. 260 Millionen junge Menschen sind sogar weder beschäftigt, noch befinden sie sich in Aus- oder Weiterbildung. Für beide Gruppen bestehen immer noch hohe Hürden, überhaupt auf den Arbeitsmarkt zu gelangen und dann eine Beschäftigung zu menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und angemessener Entlohnung zu finden. Dabei ist inzwischen klar, dass Arbeit - wenn vorhanden, fair entlohnt und sozial abgesichert - eines der besten Mittel ist, um der Armut zu entkommen.
Deshalb ist es wichtig, ein qualitatives Wachstum anzustreben. In der Vergangenheit wurde Wachstum meist quantitativ bemessen. Doch ein ungebremstes Wirtschaftswachstum kann Entwicklung sogar gefährden, statt sie zu befördern. Etwa, wenn es die Umwelt schädigt oder auf Kosten des Wohlbefindens von Menschen erfolgt. Daher hat ein Umdenken eingesetzt. Wirtschaftsleistung und Wohlstand für alle müssen zusammenkommen und vom Ressourcenverbrauch entkoppelt werden. Dem Ziel eines nachhaltigen, qualitativen Wachstums, das auf eine Kreislaufwirtschaft setzt und alle drei Dimensionen von Entwicklung fördert – ökonomisch, ökologisch und sozial –, hat sich auch die KfW verschrieben.
Doch dafür sind Investitionen und Kapital nötig. In Ländern des Globalen Südens besteht ein Großteil der Unternehmen nur aus ein bis drei Personen. Von der Näherei über den Kiosk bis hin zum Schreiner – solche Klein- und Kleinstunternehmen erzeugen dort typischerweise bis zu 80 Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung. Ihre Möglichkeiten, zu wachsen und neue Jobs zu schaffen, könnten sich aber noch deutlich verbessern, wenn sie förderliche Rahmenbedingungen hätten, allen voran Zugang zu Finanzdienstleistungen.
Eine weitere Herausforderung besteht in den immer noch niedrigen Investitionsraten in vielen armen Ländern. So erhält Afrika nur zwischen 4 und 6 Prozent der weltweiten direkten ausländischen Investitionen. Das ist zwar schon mehr als früher, aber die Masse geht nach wie vor in andere Weltgegenden. Solche Investitionen sind wichtig, um Entwicklung voranzutreiben und Jobs zu schaffen.
Vor diesem Hintergrund fördert die KfW durch ihre Projekte menschenwürdige Arbeit und qualitatives Wachstum in den Partnerländern. Zugleich arbeitet sie auf förderliche Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Aktivitäten hin – von stabilen Finanzmärkten über gute Ausbildung bis hin zu intakter Infrastruktur. Das hilft den Betrieben und Menschen vor Ort, schafft aber zugleich die Grundlage für Investitionen aus dem Ausland, Deutschland eingeschlossen. Auf diese Weise können auch deutsche Firmen vom KfW-Engagement profitieren: Es legt den Grundstein für deren wirtschaftliche Aktivitäten im Globalen Süden und öffnet die Tür zu Märkten, die zum Teil noch als schwierig gelten.
Die KfW Entwicklungsbank fördert in ihren Partnerländern Beschäftigung durch qualitatives Wirtschaftswachstum, das wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte gleichermaßen im Blick hat. Im Jahr 2025 hat sie Neu-Finanzierungen in Höhe von über 1,4 Mrd. Euro getätigt, die voraussichtlich einen Beitrag zur Erreichung des SDG 8 leisten.
Mit den 2025 unterzeichneten Finanzierungsverträgen werden in den nächsten Jahren voraussichtlich über 994.000 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert; knapp 2.400 Unternehmen beteiligen sich voraussichtlich an beruflichen Ausbildungen, und mehr als 132.000 Menschen werden voraussichtlich eine berufliche Ausbildung abgeschlossen haben. Zudem wird erwartet, dass über 100.000 Menschen einen verbesserten Zugang zu Finanzdienstleistungen erhalten sowie mehr als 69.000 Unternehmen bei der Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit unterstützt werden.
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