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Impact Fonds – soziales Engagement mit Rendite

Als vor 20 Jahren bei Anlegerinnen und Anlegern der Wunsch aufkam, ihr Geld nur in Vermögenswerte anzulegen, die einen gesellschaftlichen Nutzen bringen oder zumindest keinen Schaden anrichten, wurden sie als Weltverbesserer belächelt. Damals gab es nur eine Handvoll Banken, die entsprechende nachhaltige Geldanlagen anboten. Letztere waren obendrein oft auch noch weniger lukrativ als herkömmliche Geldanlagen.

Das ist mittlerweile anders. In den letzten Jahren ist die Zahl der bewusst Anlegenden merklich gestiegen. Das hat auch die Finanzwelt bewogen, umzudenken und ihre Produktpalette entsprechend anzupassen.

SDG-Rad mit ausgewählten Portfoliobeispielen
Ausgewählte Portfoliobeispiele einer SDG-fokussierten Investmentstrategie der KfW Entwicklungsbank

Eine Antwort auf die gestiegene Nachfrage nach nachhaltigen Geldanlagen sind Impact Investments. Mit einem Volumen von ca. 1,164 Billionen US-Dollar im Jahr 2022 weltweit ist das zwar schon bemerkenswert, doch es besteht noch weiteres Wachstumspotential. Den Anbietern von Impact Investments reicht es nicht, die negativen Auswirkungen von wirtschaftlichen Tätigkeiten abzumildern, wie es nachhaltige Geldanlagen tun.

Sie gehen einen Schritt weiter und legen das Geld ihrer Kundinnen und Kunden nur in Unternehmen an, die nachweislich einen gesellschaftlichen Mehrwert stiften. Dieser kann sozial oder ökologisch sein. Anlegende erhalten somit neben einem Renditeversprechen auch Rechenschaft darüber, welche Wirkungen durch das investierte Geld erzielt werden.

Eine beliebte Anlageform für Impact Investments sind Impact Fonds. Anlegende überlassen hier dem Fondsmanager das Geld für eine gewisse Zeit. Dieser legt es in verschiedene Anlagen an. Anders als beim herkömmlichen Fonds sind die Anlagemöglichkeiten jedoch auf nutzenstiftende Investitionen, idealerweise in Entwicklungs- und Schwellenländern, beschränkt.

Das ist für Fondsmanager oft eine Herausforderung, da Entwicklungs- und Schwellenländer in den meisten Fällen mit höheren Risiken behaftet sind. Da die Fonds in verschiedenen Ländern oder Branchen investieren, können sie ihr Risiko entsprechend streuen und dadurch minimieren. Den über die KfW Entwicklungsbank geförderten Impact Fonds steht dabei häufig ein Risikokapitalpuffer zur Verfügung, der mögliche Erstverluste auffängt. Wenn beispielsweise der Risikokapitalpuffer eines Fonds 10 % beträgt, so werden die Anlegerinnen und Anleger Verluste erst dann tragen, wenn diese Schwelle überschritten ist. Solche Erstverlusttranchen übernimmt die KfW im Auftrag der deutschen Bundesregierung und der EU. Die KfW ist dabei eine der größten Investorinnen in Erstverlusttranchen weltweit.

Die Bandbreite an Themen und Branchen, die Impact Investments abdecken, ist sehr vielschichtig. Nachfolgend einige Beispiele:

1. Absicherung von Klimarisiken:

Extreme Wetterereignisse als Folge des Klimawandels nehmen zu. Entwicklungs- und Schwellenländer sind davon besonders betroffen. Überschwemmungen, Stürme und Dürren richten Schäden an und gefährden Lebensgrundlagen.

Durch eine von der KfW im Auftrag der Bundesregierung ins Leben gerufene Investitionsstrategie wird das Angebot an Klimarisikoversicherungen für Haushalte und Unternehmen in vielen Entwicklungsländern geschaffen und verbessert. Per März 2023 sind rund 50 Mio. arme und vulnerable Menschen gegen Klimarisiken abgesichert; bis 2025 sollen es 90 bis 140 Millionen werden. Der InsuResilience Investment Fund z.B. investiert in Unternehmen, die Versicherungen anbieten und vertreiben, sowie Dienstleister, die notwendige Daten oder Informationen bereitstellen. Durch die Nutzung parametrischer Produkte muss eine versicherte Person einen Verlust nach einer Katastrophe nicht detailliert nachweisen. Stattdessen werden objektive, externe Wetterdaten genutzt, um – ohne Schadensgutachten – Zahlungen auszulösen. So bekommen Kunden ihr Geld zeitnah und ohne großen Verwaltungsaufwand.

2. Finanzierung von Start-ups in Afrika:

Frau schließt Solarpanel an den Stromkreislauf

Um eine gute Idee in ein erfolgreiches Start-up zu verwandeln, braucht man Beteiligungs-, Risiko- oder Wagniskapital. Besonders in Afrika steckt der Markt dafür noch in den Kinderschuhen. Die gesamte Finanzierungslücke für kleine und mittlere Unternehmen in Afrika – Start-ups mit eingerechnet – wird auf über 300 Mrd. US-Dollar geschätzt. Investoren sind oft nur bereit, in etablierte Firmen zu investieren. Neugründungen und junge Unternehmen bleiben häufig auf der Strecke. Mit der im Auftrag der Bundesregierung erfolgten Beteiligung der KfW am Partech Africa Fund I, einem in Afrika aktiven Venture Capital Fonds, wurde diese Lücke ein Stückweit geschlossen. Der 2017 ins Leben gerufene Fonds konnte knapp 125 Mio. Euro an Geldern bei öffentlichen und privaten Investoren einsammeln und so über 15 Unternehmen in 9 verschiedenen afrikanischen Ländern mit Risikokapital versorgen. Unter den Kunden des Fonds sind erfolgreiche Technologieunternehmen, die einen wertvollen Beitrag zum Digitalisierungsprozess in ihren Ländern leisten.

3. Absicherung von Wechselkursrisiken:

Öffentliche und private Kreditnehmer in Schwellenländern sind bei der Finanzierung oft auf Kreditgeber aus dem Ausland angewiesen. Diese geben Kredite allerdings im Normalfall nur in Fremdwährungen heraus. Dadurch sind Kreditnehmer einem Wechselkursrisiko ausgesetzt. Wenn ihre Währung an Wert verliert, wird die Rückzahlung des Fremdwährungsdarlehens teurer. Das kann zu erheblichen finanziellen Belastungen führen.

TCX ist eine von der KfW im Auftrag der Bundesregierung unterstützte Initiative zur Absicherung von Wechselkursrisiken. TCX stellt Hedging-Instrumente zur Verfügung, um Kreditnehmer gegen Wechselkursrisiken abzusichern. TCX konkurriert nicht mit Geschäftsbanken und sichert nur Transaktionen und Laufzeiten ab, für die es noch keine kommerziellen Alternativen gibt. Allein im Jahre 2021 hat der TCX ein Volumen von ca. 1,4 Mrd. US-Dollar an Krediten in Entwicklungs- und Schwellenländern gegen Wechselkursrisiken abgesichert.

Betrachtet man die gesellschaftliche Nachfrage und vor allem den Kapitalbedarf an Impact Investments, so ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht in Sicht. Es besteht nach wie vor hoher Bedarf an solchen Geldanlagen. Anders als in der Schweiz können deutsche Privatanlegende derzeit noch nicht in Impact Fonds investieren. Institutionelle Anlegende, wie Versicherungen und Pensionskassen dürfen dies jedoch. Bereits jetzt arbeiten Fondsmanager, Versicherer und institutionelle Investoren am Ausbau der Produktpalette. Die derzeit gesammelten positiven Erfahrungen aus bisherigen Impact-Fondsanlagen helfen dabei, Impact Investments immer stärker zu etablieren.

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