Beige Hintergrund

Projektinformation: Wohnraum in der Ukraine

    Ein Zuhause in der Krise: Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in der Ukraine

    Unterkünfte dringend benötigt

    Landkarte der Ukraine mit den Nachbarnländern

    Stand: 06/2026

    Der seit 2022 anhaltende umfassende Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine stellt das Land vor große Herausforderungen. Fast vier Millionen Menschen sind derzeit innerhalb der Ukraine auf der Flucht und benötigen dringend ein neues Zuhause. Auch in den aufnehmenden Gemeinden herrscht häufig Wohnungs­not, viele Häuser wurden beschädigt oder zerstört. Sie können daher angemessenen, erschwinglichen Wohnraum nur bedingt zur Verfügung stellen. Deshalb unterstützt die KfW die Ukraine im Auftrag der Bundesregierung mit derzeit mehr als 120 Mio. Euro bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Binnen­vertriebene und andere vulnerable Personengruppen und trägt perspektivisch zum Ausbau eines funktionierenden Mietmarktes für bezahlbaren Wohnraum bei.

    ProjekttitelBezahlbarer Wohnraum für Binnenvertriebene
    AuftraggeberMinisterium für für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
    Land/RegionUkraine
    ProjektpartnerUkrainian Social Investment Fund (USIF)/Internationale Organisation für Migration (IOM)/State Fund for Support of Youth Housing Construction (SFYH)/Norwegian Refugee Council (NRC)

    Ausgangslage

    Der vollumfängliche Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine beeinträchtigt das Leben der Ukrainerinnen und Ukrainer stark. Fast vier Millionen Menschen, viele davon Kinder, sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Diese benötigen angemessenen Wohnraum, der ein Leben in Sicherheit und Würde ermöglicht. Gleichzeitig ist dieser Mangelware: Nach internationalen Schätzungen sind etwa 14% der Wohnungen in der Ukraine durch Kriegsfolgen beschädigt oder zerstört. Auch die Situation vieler Menschen, die ihre Heimat nicht verlassen mussten, ist prekär, denn zahlreiche Gebäude sind zerstört oder in schlechtem Zustand.

    Hinzu kommt, dass der Mietwohnungsmarkt in der Ukraine bislang wenig entwickelt und nur unzureichend reguliert ist. Bezahlbare Mietwohnungen sind die Ausnahme. Für viele Haushalte, die sich in einer wirtschaftlich schwierigen Situation befinden, wird die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung zu einer existenziellen Herausforderung. Die ukrainische Regierung arbeitet deshalb an neuen gesetzlichen Grundlagen, um den Wohnungssektor insgesamt – und bezahlbaren Wohnraum im Besonderen – besser zu regeln und langfristig zu stärken – auch finanziell.

    Wohnhaus, das gerade in Kiew gebaut wird, in einer Wohngegend
    Mit den Mitteln des Vorhabens werden Wohngebäude gebaut.

    Projektansatz

    Die KfW ist bereits seit vielen Jahren im Bereich Wohnraum in der Ukraine aktiv. Derzeit setzt sie mehrere Wohnraumvorhaben mit staatlichen und nicht-staatlichen Partnern um, die auf die spezifischen kriegsbedingten Bedarfe in der Ukraine ausgerichtet sind. Im Mittelpunkt stehen die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, ein sicheres und lebenswertes Wohnumfeld für Binnenvertriebene und andere besonders vulnerable Gruppen sowie perspektivisch der schrittweise Ausbau eines funktionierenden Mietmarktes für bezahlbaren Wohnraum.

    Neuer Wohnraum entsteht dabei auf mehreren Wegen. Zum einen werden Bestands­immobilien – meist größere Wohnblocks – instandgesetzt oder umgebaut, um zusätzlichen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Zum anderen werden neue kommunale Wohnungen errichtet, die als Sozialwohnungen vermietet werden können und damit insbesondere einkommensschwache Haushalte unterstützen. Bei den Sanierungs- und Baumaßnahmen verfolgt die KfW den Ansatz „Build Back Better“. Ein Fokus liegt dabei auf Energieeffizienz. Das leistet nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern ist auch eine direkte Antwort auf die anhaltenden Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur und die damit verbundene Knappheit an Strom und Wärme.

    Über einen revolvierenden Fonds erhalten Binnenvertriebene und ihre Familien zudem Zugang zu subventionierten Wohnraumkrediten. So können sie selbst Wohneigentum erwerben und sich eine neue, langfristige Perspektive aufbauen. Viele von ihnen haben durch den Krieg ihr Zuhause verloren – ein eigenes Dach über dem Kopf ist für sie ein entscheidender Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

    Doch Wohnen ist mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Ein gutes Wohnumfeld ist wichtig, damit Menschen Hoffnung schöpfen können und soziale wie wirtschaftliche Perspektiven haben. Deswegen finanziert die KfW die Rehabilitierung und den Ausbau von sozialer Infrastruktur in den betroffenen Gemeinden. Dazu gehören Kindergärten und Schulen, in denen Kinder und Jugendliche gut betreut sind, lernen und spielen können, ebenso wie Gesundheits­einrichtungen, die eine medizinische Grundversorgung sicherstellen.

    Ergänzend wird Rechtsberatung für Binnenvertriebene angeboten, insbesondere in Fragen des Wohn- und Eigentumsrechts. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Menschen ihre Wohnung durch den Krieg verloren haben oder ihre Eigentumsverhältnisse nur schwer nachweisbar sind. Auf politischer Ebene unterstützen die Partner der KfW die ukrainische Regierung bei der Reform der wohnungspolitischen Gesetzgebung. Damit werden die Grundlagen für einen transparenteren, inklusiven Wohnungsmarkt gelegt, der langfristig mehr Menschen Zugang zu sicherem und bezahlbarem Wohnraum ermöglicht.

    Wirkungen

    Angesichts der anhaltenden Zerstörungen ist davon auszugehen, dass sich die Wohnraum­situation in der Ukraine weiter verschärfen wird. Die von der KfW geförderten Programme setzen hier an und tragen dazu bei, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Menschen, die von Krieg und Vertreibung betroffen sind, erhalten Zugang zu sicherem, bezahlbarem Wohnraum und gewinnen damit ein Stück Stabilität und Normalität in ihrem Alltag zurück.

    Mit den derzeit laufenden Programmen werden mehr als 7.000 Menschen direkt von neu geschaffenem oder gefördertem Wohnraum profitieren. Dabei ist der Anteil an Frauen hoch: beispielsweise sind mehr als 50% derjenigen, die ein Darlehen erhalten, Frauen, viele davon alleinerziehende Mütter. Zusätzlich konnten bislang rund 30 Schulen und Kindergärten sowie 30 medizinische Einrichtungen rehabilitiert werden. Sie sind entscheidend dafür, dass Gemeinden wieder funktionsfähig werden, Familien im Land bleiben oder zurückkehren und die Menschen in der Ukraine ihre Zukunft trotz des Krieges aktiv mitgestalten können. Gleichzeitig stärken die Maßnahmen die Kommunen, weil langfristig mehr erschwinglicher kommunaler Wohnraum zur Verfügung stehen wird und der Aufbau eines bezahlbaren Mietwohnungsmarktes vorangetrieben wird.

    Zu der Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leistet das Vorhaben einen Beitrag:

    Kontakt

    KfW Bankengruppe
    Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank

    Lorenz Gessner
    Leiter der KfW-Repräsentanz Ukraine/Moldova

    Projektdatenbank

    Unsere Projektdatenbank enthält detaillierte Informationen zu allen Vorhaben, die seit Januar 2013 vertraglich vereinbart wurden.

    Unsere Partnerländer

    Wir fördern Entwicklungsprogramme und damit Zukunftsperspektiven in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa.

    Publikationen

    Hier finden Sie unsere Evaluierungsergebnisse, allgemeine Geschäftspublikationen sowie Fachpublikationen nach Themen und Reihen.