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SDG 1 – Keine Armut

Armut in all ihren Formen und überall beenden

Die Weltgemeinschaft hatte sich mit SDG 1 vorgenommen, dass bis 2030 kein Mensch mehr in extremer Armut leben soll. Schätzungen zufolge waren Ende 2022 jedoch bis zu 670 Mio. Menschen von extremer Armut betroffen; sie hatten weniger als 2,15 US-Dollar täglich zur Verfügung.

In den vergangenen 30 Jahren konnten sich über 1 Mrd. Menschen aus extremer Armut befreien. Doch die jüngsten Entwicklungen machen einen Großteil der erreichten Fortschritte zunichte. Krisen wie die COVID-19-Pandemie oder der Ukrainekrieg sowie steigende Inflation verschärfen bestehende Armut, die erstmals seit 1998 wieder ansteigt. Allein 2020 fielen Weltbank-Schätzungen zufolge über 75 Mio. Menschen in extreme Armut; 2030 werden voraussichtlich immer noch gut 7 % der Weltbevölkerung (rund 575 Mio. Menschen) in extremer Armut leben. Bereits jetzt steht also fest: SDG 1 ist nicht mehr erreichbar.

Besonders betroffen sind Menschen in Subsahara-Afrika und Südasien. Die Gefahr, chronisch zu verarmen, sich also nicht mehr aus der Armut befreien zu können, ist für junge, wenig gebildete und auf dem Land lebende Menschen sowie für Frauen besonders groß. Der Klimawandel und gewaltsame Konflikte sind weitere Faktoren, die Armut verstärken.

Armut bemisst sich dabei nicht allein an der Einkommenssituation, an Hunger oder Obdachlosigkeit. Manche Menschen benötigen kaum Geld, bauen ihre eigenen Nahrungsmittel an, es fehlt ihnen jedoch der Zugang zu Bildung und Gesundheitseinrichtungen. Daher kann auch als arm bezeichnet werden, wer in seiner Selbstverwirklichung eingeschränkt wird, etwa weil Gewalt und Unterdrückung herrschen und die Menschenrechte nicht gewahrt werden. So vielfältig die Dimensionen von Armut sind, so unterschiedlich müssen auch die Ansätze zu ihrer Überwindung sein.

Daneben trifft Armut nicht alle gleich. Frauen sind häufiger von Armut betroffen als Männer, ebenso Kinder, Menschen mit Behinderungen, LSBTI-Personen und andere marginalisierte Bevölkerungsgruppen, etwa aufgrund ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit. Daher müssen Maßnahmen gegen Armut diese Gruppen besonders in den Blick nehmen.

Die KfW Entwicklungsbank richtet sich bei Auswahl und Gestaltung ihrer Vorhaben am Ziel der Armutsminderung aus. Sie berücksichtigt die verschiedenen Dimensionen von Armut und gestaltet ihre Vorhaben gemeinsam mit dem Partner so, dass diese einen Beitrag zur direkten oder zur strukturellen Armutsminderung leisten. Dazu gehören u. a. einkommensschaffende Maßnahmen, Sozialtransfers, Gutscheinsysteme, der Ausbau sozialer und wirtschaftlicher Infrastruktur, die Stärkung funktionierender Finanzsysteme und der Aufbau sozialer Sicherungssysteme.

Auch wenn das globale Ziel, extreme Armut bis 2030 zu beenden, nicht mehr erreicht werden kann, setzt sich die KfW weiterhin aktiv dafür ein, Armut zu bekämpfen. Ausgehend von ihrer wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Erfahrung setzt sie dabei vor allem auf Hilfe zur Selbsthilfe für vulnerable Bevölkerungsgruppen. Sie stärkt die Eigenverantwortung der Partner und fördert den Aufbau von Kompetenzen zur Armutsminderung – unter strikter Beachtung der Menschenrechte.

Im Jahr 2022 trugen zahlreiche Vorhaben der KfW Entwicklungsbank zur Erreichung des SDG 1 bei. Mit knapp 2,2 Mrd. Euro wird dabei Armutsbekämpfung als Hauptziel gestärkt. Zusätzlich fördern diverse Vorhaben mit einem finanziellen Gesamtvolumen von fast 4,4 Mrd. Euro die Armutsreduzierung als wichtiges Nebenziel.

„Die Krisen haben System“

Interview mit Dr. Jürgen Zattler, ehemaliger Abteilungsleiter im BMZ, über Armut und Entwicklungspolitik in Zeiten verschiedener, sich überlagernder Krisen.

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Nothilfe für die Ärmsten

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