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Nachhaltige Bewirtschaftung des größten Sees Afrikas

Die Länder der Ostafrikanischen Gemeinschaft schützen ihre Wasserressourcen

EAC, Ostafrikanische Gemeinschaft, Landkarte, Regionale Entwicklungszusammenarbeit, Mitgliedsländer

Stand: 01/2024

Der Viktoriasee versorgt nicht nur Menschen und Wirtschaft mit Wasser, sondern auch mit Energie und Nahrung. Gleichzeitig bildet er einen Anker regionaler Integration. Der See ist jedoch gefährdet: Bevölkerungswachstum und wirtschaftliche Entwicklung führen zu steigendem Wasserbedarf. Die Konkurrenz um die Nutzung des Sees wächst, hinzu kommt der Klimawandel.

Im Auftrag der Bundesregierung unterstützt die KfW gemeinsam mit der EU die regionale Lake Victoria Basin Commission (LVBC) der Ostafrikanischen Staatengemeinschaft (EAC) dabei, das Einzugsgebiet des Viktoriasees nachhaltig zu bewirtschaften. Hierfür stärken KfW und EU die Kapazitäten der Kommission für ein grenzüberschreitendes integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM) und fördern den Bau von Infrastruktur für die Abwasserentsorgung. In Zukunft wird ein gemeinsames, grenzüberschreitendes Regelwerk angestrebt, das eine nachhaltige Nutzung des Viktoriasees langfristig sichert.

ProjekttitelProgramm zur Integrierten Bewirtschaftung der Wasserressourcen im Einzugsgebiet des Viktoriasees
AuftraggeberBundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Europäische Union (EU)
Land/RegionOstafrika: East African Community (EAC)
ProjektpartnerLake Victoria Basin Commission (LVBC)

Ausgangslage

Der Viktoriasee, das zweitgrößte Binnengewässer der Welt, hat für seine fünf Anrainerstaaten Burundi, Kenia, Ruanda, Tansania und Uganda einen mehrfachen Nutzen: Er dient als Energiequelle und Transportweg; liefert Wasser für die Bevölkerung, für Ökosysteme und die Wirtschaft der Region; federt negative Auswirkungen des Klimawandels ab und ist ein Hotspot für Biodiversität.

Politisch spielt der Viktoriasee eine wichtige Rolle für die regionale Integration. Er kann eine Ressource für Frieden und Stabilität in einer von Konflikten betroffenen Region sein.

Doch der See ist vielfach bedroht. Die fortschreitende Degradation von Feuchtgebieten und Entwaldung im grenzüberschreitenden Einzugsgebiet führen zu einem Verlust ökologischer Vielfalt. Der Eintrag von Schadstoffen, ungeklärtem Abwasser durch Industrie und Landwirtschaft sowie die Überfischung gefährden das ökologische Gleichgewicht des Sees. Beschleunigt wird dies durch eine rapide Urbanisierung und hohes Bevölkerungswachstum sowie die dynamische wirtschaftliche Entwicklung, die den Wasserbedarf erhöht. Der Klimawandel verstärkt diese Herausforderungen zusätzlich. All dies führt zu verschärftem Wettbewerb um die Nutzung des Sees.

Zwei Personen auf einem Boot
Die Anrainerstaaten konkurrieren um die Nutzung des fischreichen Viktoriasees.

Projektansatz

Mit knapp 40 Mio. Euro unterstützen KfW und EU die EAC bei der regionalen Bewirtschaftung des Viktoriasees und seines Einzugsgebiets. Programmträger ist die 2003 ins Leben gerufene Lake Victoria Basin Commission (LVBC). Auf nationaler Ebene sind die jeweiligen Wasserbehörden bzw. -ministerien dafür zuständig, die von den Gebern geförderten Investitionen in Infrastruktur umzusetzen.

Das Programm zielt auf eine integrierte Bewirtschaftung der grenzüberschreitenden Wasserressourcen des Viktoriasees. Das bedeutet, dass konkurrierender Bedarf an Wasser und um Nutzungen des Sees koordiniert werden. Relevante Akteure aus Landwirtschaft, Industrie, Fischerei und Bevölkerung werden in den Interessensausgleich eingebunden.

Das von der KfW geförderte Programm finanziert Leistungen, die die Kapazitäten der LVBC stärken, damit sie ihre Rolle als langfristige, strategische Institution der regionalen Wasserbewirtschaftung besser wahrnehmen kann, etwa durch die Etablierung länderübergreifender Ziele und Überwachungskonzepte für das Gewässer.

Parallel dazu wird in die Infrastruktur zur Entsorgung von Abwasser investiert. Dadurch verbessert sich sofort die Wasserqualität des Viktoriasees. Zunächst werden die Städte Kigali, Kampala, Mwanza und Kisumu im Einzugsgebiet des Sees unterstützt. Diese schnellen und wichtigen Investitionen bieten den Anrainerstaaten einen Anreiz, enger zusammen zu arbeiten. Sie sollen beispielhaft wirken und weitere Investitionen nach sich ziehen, um die Ziele für das Gewässer zu erreichen.

Gemeinsam streben die Anrainerstatten an, durch ein gemeinsames, regionales Regelwerk und eine starke LVBC die koordinierte und nachhaltige Nutzung des Sees langfristig sicherzustellen. Das erfolgreiche Modell der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie dient dabei als Orientierung.

Wirkungen

Die nachhaltige Nutzung des Viktoriasees sichert die Wasserversorgung und Ernährungsgrundlage von rund 40 Mio. Menschen, die im Einzugsgebiet des Sees leben. Der Erhalt des Ökosystems steigert die Widerstandsfähigkeit der Region gegenüber Auswirkungen des Klimawandels, etwa Dürren und Hitzewellen. Eine bessere Wasserqualität des Sees ist Voraussetzung für den Erhalt der Artenvielfalt.

Durch verunreinigtes Wasser hervorgerufene Krankheiten werden abnehmen, die Menschen sind gesünder und können mehr Einkommen generieren. Das Vorhaben verbessert insbesondere die Lebensbedingungen von Frauen und Kindern. Sie profitieren von einer besseren Sanitärversorgung und optimierten Wasserqualität des Viktoriasees, da sie es meist sind, die Wasser beschaffen und kranke Angehörige pflegen müssen. Frauen können dank verbesserter Sanitärversorgung und Reduzierung der Verunreinigung des Gewässers voraussichtlich mehr Zeit für produktive, einkommensgenerierende Tätigkeiten aufbringen. Kleinkinder und Säuglinge werden aufgrund verbesserter Sanitäranlagen weniger unter wasserinduzierten Krankheiten leiden.

Zudem trägt die integrierte Bewirtschaftung des Viktoriasees dazu bei, die grenzüberschreitende Integration der Anrainerstaaten zu vertiefen und auf diesem Weg das Risiko von Konflikten in der Region zu verringern.

Zu der Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leistet das Vorhaben einen Beitrag:

Kontakt

KfW Bankengruppe
Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank

Governance /Stabilisierung & Wasser Ostafrika

KfW Office Dar es Salaam
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