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Stand: 05/2025
Die Berge und Täler des Kaukasus beherbergen einen unermesslichen Schatz: Ihre natürliche Artenvielfalt. Hier leben Wölfe, Bären und Leoparden, viele seltene Pflanzen sind zu finden. Die Region zählt zu denen mit der höchsten biologischen Vielfalt weltweit. 6.500 Pflanzenarten, 400 verschiedene Vögel, 150 Säugetiere, 150 Fischarten und 80 verschiedene Reptilien wurden bereits gezählt. Bisher stehen zwischen 11-13 % der Fläche der zur Ökoregion Kaukasus gehörenden Länder Georgien, Armenien und Aserbaidschan unter Schutz. Um das Management der bestehenden und künftiger Schutzgebiete im Kaukasus nachhaltig zu sichern, hat die KfW zusammen mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), dem WWF und Conservation International 2007 den „Caucasus Nature Fund“ ins Leben gerufen.
Die ökologischen, natürlichen und kulturellen Reichtümer des Kaukasus sind schützenswert. Ziel ist deshalb der Erhalt der Biodiversität und der Lebensräume, insbesondere der gefährdeten Arten wie etwa des seltenen Kaukasus-Leoparden, von dem es nur noch wenige Exemplare gibt. Doch stehen die Schutzgebiete im Kaukasus vor zahlreichen Herausforderungen, und zwar internen wie externen. Neben illegalem Holzeinschlag und Wilderei sind es zunehmende wirtschaftliche Erschließungen, z.B. für Bergbauaktivitäten und den Ausbau der Wasserkraft, die die schützenswerte Biodiversität in der Region bedrängen. Nicht selten hat wirtschaftliches Wachstum Vorrang vor der Bewahrung seltener ökologischer Habitate – wie fast überall auf der Welt.
Auch interne Unzulänglichkeiten gefährden die Schutzgebiete: Ihr Management ist noch nicht optimal. Mangelhafte Ausstattung in finanzieller wie materieller Hinsicht und lückenhafte Ausbildung des Personals bereiten Probleme. Die Löhne der Angestellten waren auch im Landesvergleich lange Zeit sehr niedrig und konnten nur langsam angehoben werden. Auch fehlt meist ein professionelles Monitoring der Artenvielfalt. Daher wurde der Caucasus Nature Fund (CNF) zur Unterstützung der Schutzgebiete geschaffen.
Das von der KfW finanzierte Besucherzentrum in Pshavi-Khevsureti Nationalpark informiert Einheimische sowie Touristen über die Besonderheiten des Naturraumes.
Der CNF ist eine Stiftung nach deutschem Recht, die 2007 im Auftrag des BMZ von der KfW zusammen mit den Nichtregierungsorganisationen Conservation International und World Wide Fund for Nature (WWF) Deutschland gegründet wurde. Bislang stellte die deutsche Regierung knapp 90 % des Vermögens der Stiftung bereit. Die KfW hat den CNF im Auftrag des BMZ mit insgesamt 95,7 Mio. Euro unterstützt. Das dauerhaft zu erhaltende Stiftungsvermögen von derzeit etwa 31 Mio. EUR investiert der CNF zusammen mit Geldern aus einem Verbrauchsfonds in verschiedenen Währungen, Anlagen und Märkten gemäß einer nachhaltigen Investitionsstrategie. Aus der Rendite von durchschnittlich 3-5 % und den Mitteln des Verbrauchsfonds finanziert der CNF die Vorhaben.
Die Stiftung unterstützt Schutzgebiete im Südkaukasus mit bis zur Hälfte ihrer Betriebskosten. Die andere Hälfte (oder mehr) müssen Partnerregierungen oder andere Geber beisteuern. Benötigt werden die Gelder im operativen Betrieb etwa für Uniformen, Schuhe, Schlafsäcke, Ferngläser, Computer, Drohnen und Kameras für das Monitoring des Wildbestands, Treibstoff für die Fahrzeuge sowie Zuschüsse zu den Gehältern der Ranger. Der CNF kofinanziert außerdem die Managementplanung der Schutzgebiete nach internationalen Standards sowie den Aufbau eines Monitorings der reichen Artenvielfalt und fördert den Ökotourismus in Schutzgebieten. Um den Tourismus auszubauen, der zu Zeiten der Sowjetunion so gut wie nicht existierte, werden zudem Wanderwege und Hütten eingerichtet – das nützt auch der lokalen Bevölkerung.
Der CNF unterstützt mittlerweile 24 Schutzgebiete mit rund 1,05 Mio. Hektar in Georgien und Armenien. Damit wurde eine Zielmarke von rund 900.000 Hektar bereits übertroffen. Erfolge sind bereits sichtbar: Da der Bestand an Beutetieren, wie etwa Bezoarziegen, Mufflons, Steinböcken und Gämsen zugenommen hat, konnte sich der Leopard vermehren. Inzwischen wurde die Großkatze wieder in Gebieten des Hohen Kaukasus, der Zangezur-Gebirgskette und im Talish-Gebirge nachgewiesen – ein Fortschritt für das Überleben dieser gefährdeten Art.
Die Ausstattung der Naturschutzgebiete wird fortwährend angepasst und verbessert, auch die Managementpläne werden regelmäßig aktualisiert. In Zukunft helfen ausgewiesene Wanderwege, den nachhaltigen Tourismus zu fördern. Die Schutzgebiete haben sich zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für den Ökotourismus in der Region entwickelt, so dass viele Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinden um die Schutzgebiete davon profitieren.
Zu der Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leistet das Vorhaben einen Beitrag:
KfW Bankengruppe
Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank
Länderbereich Europa/Asien
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