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Ein einzigartiges Ökosystem bewahren

Über Ländergrenzen hinweg

Karte von Mexiko, Guatemala und Belize

Stand: 12/2023

Im Grenzgebiet zwischen Mexiko, Guatemala und Belize erstreckt sich ein riesiger Regenwald, der seltene Tier- und Pflanzenarten und historische Kulturstätten der Maya beherbergt. Dieser Regenwald steht teilweise unter Naturschutz, ist jedoch von illegaler Abholzung, Waldbränden und nicht nachhaltiger Landwirtschaft bedroht. Die KfW unterstützt im Auftrag der Bundesregierung ein integriertes Management der natürlichen und kulturellen Ressourcen über die Grenzen der drei Länder hinweg. Für das Vorhaben stellt sie über 20 Mio. Euro zur Verfügung.

Um einen Beitrag zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Meeresressourcen des Tropischen Ostpazifik zu leisten, unterstützt die KfW im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Vorhaben „Fondo Pacifico – Meeresschutz“ mit einem Zuschuss von 10 Mio. Euro.

ProjekttitelNaturwald Maya II
AuftraggeberMinisterium für für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land/RegionBelize, Guatemala, Mexiko
ProjektpartnerWeltnaturschutzunion (International Union for Conservation of Nature/IUCN)

Ausgangslage

Im Dreiländereck von Mexiko, Guatemala und Belize erstreckt sich das nach dem Amazonas größte Regenwaldgebiet Lateinamerikas, die Selva Maya, ein über zehn Millionen Hektar großes Areal. Davon stehen bisher vier Millionen Hektar unter Naturschutz. Dieses einzigartige Ökosystem beherbergt eine außerordentlich große Biodiversität, darunter auch endemische und gefährdete Arten, wie etwa Brüllaffen, Jaguare, Pumas, Tapire und Tukane. Die ausgedehnten Wälder regulieren den Wasserhaushalt der gesamten Region und funktionieren als wichtige Kohlenstoffsenke.

Dieses bisher noch weitgehend intakte Ökosystem ist jedoch vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt: eine zunehmende Fragmentierung und Degradierung zerstört seine Funktionen. Die Bevölkerung der Region wächst stark und greift auf Brandrodung zurück, um Flächen für Landwirtschaft zu gewinnen. Zudem wird Holz auch illegal eingeschlagen. Außerdem gehören Viehzucht, Jagd und Wildtierhandel zu den menschlichen Tätigkeiten, die die Ökosysteme der Selva Maya bedrohen.

Naturschutzregeln werden häufig missachtet, da die staatliche Institutionalität in der Region schwach ist, die Einhaltung von Regeln unzureichend überwacht wird und Zuständigkeiten teils unklar sind. Illegale Änderungen der Landnutzung werden daher selten geahndet. Nur eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit kann den Schutz der Selva Maya effektiv gewährleisten.

Ein schlafender Jaguar

Projektansatz

Ziel des Regionalvorhabens ist es, die Ökosystemfunktionen und die kulturellen Werte der Region zu bewahren. Dabei sollen vor allem auch Frauen und Indigene gezielt einbezogen und gefördert werden. Die deutsche Finanzielle und Technische Zusammenarbeit haben bereits dazu beigetragen, dass die drei beteiligten Länder sowie die Zentralamerikanische Kommission für Umwelt und Entwicklung (CCAD) beim Schutz der Selva Maya an einem Strang ziehen und sich auf eine gemeinsame Strategie einigen. Sie hat auch die Gründung einer „Strategischen Koordinierungsgruppe“ (Grupo Estratégico de Cooperación/GEC) unterstützt, in der sich die staatlichen Schutzgebietsorganisationen austauschen. Die Gruppe tagt mittlerweile regelmäßig.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt die KfW 20,5 Mio. Euro für das Vorhaben zur Verfügung, das von der Weltnaturschutzunion (International Union for Conservation of Nature/IUCN) in enger Koordination mit der CCAD umgesetzt wird. Sie wird Ideenwettbewerbe ausschreiben, um Projekte lokaler Partnerorganisation zu fördern. Diese Projekte müssen in mindestens zwei der drei beteiligten Länder gleichzeitig umgesetzt werden und sollen die Zerstörung des Regenwalds stoppen sowie die Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung sichern.

Das Vorhaben verfolgt drei zentrale Ziele:

  • Die Verbesserung des Managements ausgewählter Naturschutzgebiete in den drei Ländern,
  • Die Erhaltung, Wiederherstellung und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen außerhalb der Schutzgebiete (so genannte Biokorridore, die Tieren einen Übergang von einem Schutzgebiet zum anderen erleichtern). Hier sollen „best practice“-Beispiele erarbeitet werden, etwa zur nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft und
  • Die Vertiefung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit, auch durch eine Stärkung der Strategischen Koordinierungsgruppe.

Wirkungen

In der gesamten Region der Selva Maya leben etwa eine Million Menschen. Von dem Vorhaben profitieren direkt etwa 15.000 Menschen. Dies sind vor allem Familien mit niedrigem Einkommen, die von der Landwirtschaft leben und außerdem auf die Nutzung der Schutzgebiete angewiesen sind, etwa zur Gewinnung von Holz oder Honig. Tourismus spielt vor allem in der Nähe von bereits erschlossenen Mayaruinen eine wichtige Rolle. Der Erhalt des Ökosystems der Selva Maya sowie der kulturellen Stätten sichert die Lebensgrundlage dieser überwiegend armen Menschen.

Die gesamte Region profitiert vom Schutz und Erhalt des Regenwalds und seiner wichtigen Funktion zur Regulierung des Wasserhaushalts und der Klimakreisläufe. Das Vorhaben leistet durch die Verminderung von Abholzung und Prävention von Waldbränden einen Beitrag zum Klimaschutz und dem Erhalt von Biodiversität.

Zu der Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leistet das Vorhaben einen Beitrag:

Kontakt

KfW Bankengruppe
Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank

Länderbereich Grundsätze/Lateinamerika
Biodiversität und Naturressourcen

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