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Ökologische Wohnungen für arme Familien

Bau energiesparender Sozialwohnungen in Lima

Karte von Peru

Stand: 02/2024

Viele Menschen in Peru ziehen vom Land in die Stadt, um dort Arbeit zu finden. Daher ist Wohnraum in Metropolen wie Lima knapp. Insbesondere arme Familien beziehen informell gebaute Wohnungen, die teils keinen Anschluss an Elektrizität, Trinkwasser oder Abwasserkanäle haben. Die KfW unterstützt im Auftrag der Bundesregierung gemeinsam mit der Agence Française de Développement (AFD) ein Vorhaben, um für einkommensschwache Familien im Großraum Lima mindestens 5.000 energieeffiziente Wohnungen zu bauen. Dazu vergibt sie einen Entwicklungskredit an den staatseigenen Fondo Mivivienda S.A., der wiederum der Zielgruppe zinsvergünstige Finanzierungen der Immobilien ermöglicht.

ProjekttitelEnergiesparender Wohnungsbau in Peru
AuftraggeberMinisterium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land/RegionPeru
ProjektpartnerFondo Mivivienda S.A.

Ausgangslage

In Lima und Umgebung leben rund 11 Millionen Menschen, das entspricht etwa einem Drittel der peruanischen Gesamtbevölkerung, und es kommen immer mehr hinzu. Denn viele Peruanerinnen und Peruaner ziehen auf der Suche nach Beschäftigung in die Städte. Laut dem nationalen Institut für Statistik (INEI) leben knapp 40 % der peruanischen Familien in unzureichenden Wohnungen. Es werden informell Häuser gebaut, die häufig Mängel aufweisen, so fehlen etwa ein Trinkwasseranschluss, Zugang zu Strom und eine regulierte Abwasserentsorgung. Diese Bauten sind außerdem anfällig für die Folgen von Naturkatastrophen, etwa von Stürmen, Überschwemmungen und Erdrutschen.

Der Wohnungssektor in Peru ist außerdem nicht ausreichend reguliert. So gibt es etwa bis heute keine verpflichtenden Vorschriften für nachhaltiges Bauen; die Expansion der Städte ist ungeordnet und eine Stadtplanung nur begrenzt möglich.

Peru hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Es will die Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 2010 in jedem Falle um 30 % und sogar um 40 % reduzieren, falls dafür eine internationale Finanzierung verfügbar ist.

Ein Wohngebiet in Peru mit einem Spielplatz
Die neuen Gebäude sind energiesparend und bieten Wohnkomfort.

Projektansatz

Die KfW vergibt einen Entwicklungskredit von 100 Mio. Euro an Fondo Mivienda S.A., eventuell gefolgt von einer Summe in gleicher Höhe in einer weiteren Phase. Die französische AFD stellt weitere Mittel zur Verfügung, die Gesamtkosten einschließlich des Beitrags der Endkreditnehmer belaufen sich auf mindestens 299 Mio. Euro. Der staatseigene Fondo Mivivienda vergibt die Gelder in Form zinsgünstiger Kredite an einkommensschwache Familien für den Erwerb energieeffizienter Wohnungen.

Es sollen 5.000 energieeffiziente Wohnungen gebaut werden, die mit LED-Beleuchtung, wassersparenden Armaturen, zentraler Warmwasseraufbereitung, Photovoltaik-Dachanlagen und Technologien zur Schmutzwassergewinnung für Grünflächen ausgestattet sind. Diese Gebäude sparen sowohl Wasser wie auch Strom im Vergleich zu herkömmlichen Wohnungen, wodurch die Betriebskosten geringer sind. Die Wohnungen werden zertifiziert und von einer internationalen Zertifizierungsgesellschaft überprüft. Die Gebäude werden an Standorten errichtet, wo sie weniger den Folgen von Stürmen oder Hochwasser ausgesetzt und nicht von Hangrutschungen bedroht sind.

Die Kredite werden zu 45 % an Frauen vergeben. Weitere 40 % der Kredite gehen an arme Familien, Menschen mit Behinderungen und Frauen, die Familienoberhaupt sind. Damit kommen hier Gruppen zum Zuge, die sich sonst kein Wohneigentum leisten oder nur in informell gebauten Wohnungen leben könnten. Gefördert wird nur der Ersterwerb von Immobilien.

Familien, die umgerechnet weniger als 1.000 Euro netto pro Monat verdienen, erhalten zusätzlich einen staatlichen Zuschuss, den Familienwohnungsbonus.

Das Vorhaben soll dazu beitragen, das Angebot von und auch die Nachfrage nach energieeffizienten Wohnungen zu stärken.

Wirkungen

Mit den Finanzmitteln aus dem Vorhaben werden mindestens 5.000 energieeffiziente Sozialwohnungen in Lima und Umgebung gebaut. Mindestens 30 % der zinsgünstigen Kredite werden an Endkreditnehmer aus Ortschaften außerhalb Limas vergeben. In einer angedachten Folgephase sollen die günstigen Finanzierungen landesweit angeboten werden. Die neuen Eigentümer der Wohnungen genießen bessere raumklimatische und hygienische Verhältnisse. Die Wohnungen kommen vor allem sozial schwachen Menschen und Familien zugute. Insofern trägt das Vorhaben zu mehr sozialer Gerechtigkeit bei.

Der Ausstoß von Treibhausgasen wird verringert. Der Verbrauch an Ressourcen wie Energie und Wasser ist niedriger als in herkömmlichen Wohnungen. Die Gebäude sind geschützt gegen die Folgen des Klimawandels, von denen Peru besonders betroffen ist.

Die sozialen und nachhaltigen Bauprojekte dienen als Leuchtturmvorhaben. Sie haben eine Signalwirkung für die gesamte Region. Bauträger gewinnen Erfahrung in der Errichtung energieeffizienter Gebäude. So werden energieeffiziente Technologien bekannter. Das Vorhaben trägt dazu bei, dass Peru seine nationalen Klimaziele erreichen kann.

Zu der Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leistet das Vorhaben einen Beitrag:

Kontakt

KfW Bankengruppe
Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank
Palmengartenstraße 5–9
60325 Frankfurt am Main

Länderbereich Grundsätze/Lateinamerika
Nachhaltige Finanzierung und Energie

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