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Urbane Emissionsminderung – Abfallmanagement Indonesien

Weniger Treibhausgase in Städten

Landkarte Indonesien

Stand: 08/2022

Abfallentsorgung hat gegenwärtig einen Anteil von etwa 3 % am Ausstoß der globalen Treibhausgase. Die fortschreitende Urbanisierung, verbunden mit höherem Konsum der Menschen, wird die reine Masse an Abfall in den nächsten Jahren weiter erhöhen. Folglich fällt dabei auch ein höherer Ausstoß klimafeindlicher Treibhausgase an. Strategien zum Klimawandel müssen demnach den Bereich Abfallentsorgung miteinbeziehen, vor allem dort, wo die Kapazitäten für eine umwelt- und klimaschonende Abfallbehandlung noch unzureichend sind. Entscheidendes Handeln ist vor diesem Hintergrund unausweichlich und birgt gleichzeitig große Chancen. Indonesien hat die Bedeutung des Themas erkannt und die Entsorgung von Abfall in seine nationale Klimawandelstrategie aufgenommen. Die KfW unterstützt das Land in seinem Bestreben, den Abfall in Städten klimafreundlich und nachhaltig zu entsorgen.

ProjekttitelEmissionsminderungsprogramm in
Städten − Abfallmanagement
AuftraggeberBundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land/RegionIndonesien
ProjektpartnerMinistry of Public Works and
Housing Stadtreinigungsämter GIZ

Ausgangslage

In Indonesien wächst die städtische Bevölkerung jährlich dreimal so schnell wie die ländliche, und diese Tendenz wird sich in den nächsten Jahrzehnten weiter fortsetzen. Gleichzeitig ist das Land bereits heute für etwa 5 % der weltweiten Treibhausgase verantwortlich. Zudem werden jährlich rund 3,2 Mio. Tonnen Plastikmüll nicht ordentlich entsorgt und gelangen in die Umwelt. Mehr als ein Drittel dieses Abfalls endet schließlich im Meer. Mit einem jährlichen Eintrag von circa 1,3 Mio. Tonnen Plastikmüll ist Indonesien damit der weltweit zweitgrößte Verursacher von Meeresmüll. Abfall wird in Indonesien weitgehend ungeordnet entsorgt. Von den 400 Mülldeponien des Landes werden bisher nur wenige als geordnete Deponien betrieben (offizielle Zahlen liegen nicht vor), wobei sich höhere Standards bisher nicht in Indonesien finden lassen. Stattdessen führt die unkontrollierte Abfallentsorgung neben den Treibhausgasemissionen auch zur Verschmutzung von Grundwasser, Flüssen, Luft und Böden. Auch das städtische Abfallmanagement zeigt noch zahlreiche Schwachstellen, zu denen abgesehen von der Abfallentsorgung auf offenen Müllkippen intransparente Gebührensysteme gehören.

Mülldeponie

Projektansatz

Die KfW unterstützt mit einem Darlehen von 75 Mio. EUR eine bessere Abfallbehandlung in Indonesien und trägt damit auch zur Verringerung klimaschädlicher Treibhausgase bei: Die KfW fördert zahlreiche Maßnahmen in verschiedenen Städten, etwa den Bau von Mülldeponien nach modernen Standards, die Errichtung von Sortier- und Kompostanlagen oder die Ausrüstung mit Geräten. Auch die städtischen Reinigungsämter werden in ihrer Arbeit unterstützt. Damit will die KfW die sogenannten kommunalen Abfallmanagementsysteme umfassend verbessern.

An den Projektstandorten in Indonesien schließen die beteiligten Gemeinden innerhalb von zwei Jahren alle bisher offenen Deponien. Gleichzeitig werden die Flächen fachgerecht abgedeckt, um weitere Umweltschäden zu vermeiden. Die sorgfältige Auswahl der neuen Deponiestandorte vor Beginn der Baumaßnahmen garantiert, dass negative Wirkungen auf Klima und Umwelt in der Zukunft so gering wie möglich bleiben. Die KfW kooperiert dabei auch mit der GIZ, die indonesische Städte dabei berät, weitergehende Klimaaktionspläne zu entwickeln.

Wirkungen

Ziel ist die Treibhausgase aus dem Abfallsektor in jeder der beteiligten Städte zu halbieren. Dazu tragen auch die Kompostierung von organischen Abfällen und Gasfassungen in den Deponiekörpern bei. Das schont die Umwelt und vermindert die Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung. Die Qualität von Grundwasser und Oberflächengewässern bleibt erhalten, die Luftverschmutzung verringert sich. An den Projektstandorten in Indonesien sollen zudem keine neuen, wilden Müllansammlungen entstehen. Auch die übliche Entsorgung in Landschaft und Flüsse soll dann der Vergangenheit angehören Das Sortieren der Abfälle reduziert weiterhin die Müllmengen pro-Kopf und schont so zusätzlich Böden und Landschaft. Mensch und Umwelt profitieren gleichermaßen von dem Vorhaben. Mit Hilfe der KfW werden die indonesischen Aktionspläne im Bereich Abfallmanagement umgesetzt und ein nachhaltiger Betrieb der Anlagen gewährleistet. Die Stärkung der lokalen Akteure gewährleistet die Nachhaltigkeit der Maßnahmen.

Das Vorhaben ist Teil der Clean Ocean Initiative, die von der KfW, der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der französischen Entwicklungsbank (AFD), ins Leben gerufen wurde. Mit der Initiative soll ein Beitrag zur Reduzierung der Meeresverschmutzung geleistet werden. Dabei setzt sie verstärkt auf Unterstützung von Maßnahmen zur Plastikvermeidung, Marktentwicklung für das Recycling von Kunststoffen und anderen Materialien sowie Sensibilisierung der Öffentlichkeit. An den Projektstandorten in Indonesien lernt die Bevölkerung durch Aufklärungsmaßnahmen, bewusster mit Abfällen umzugehen.

Auch die Armen profitieren von den Maßnahmen. Ihnen kommen vor allem die besseren hygienischen Verhältnisse und die geringeren gesundheitlichen Risiken zugute, bezogen auf Luft, Boden und Grundwasserqualität. In diesem Zusammenhang sind ganz besonders informelle Müllsammler zu nennen, die nochmals eine Sonderstellung einnehmen. Sie leben oft auf Müllkippen und bestreiten ihren Lebensunterhalt mit dem, was sie dort finden. Ihr Leben soll sich künftig deutlich verbessern. Sie werden in formale Lebensverhältnisse integriert, indem sie in den Betrieb neuer Anlagen eingebunden werden und so eine Grundversorgung erhalten.

Zu der Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leistet das Vorhaben einen Beitrag:

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