Stand: 03/2026
Äthiopien ist aufgrund seiner geographischen und klimatischen Exposition überdurchschnittlich stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Entsprechend häufig kommt es zu Extremwetterereignissen, insbesondere Dürren und Überschwemmungen, die teils erhebliche Ernteausfälle bzw. Verluste in der Land- und Viehwirtschaft zur Folge haben und immer wieder zu existenzbedrohender Armut und Ernährungsunsicherheit im ländlichen Raum führen. Vor diesem Hintergrund unterstützt Deutschland, gemeinsam mit anderen internationalen Partnern, u.a. der Weltbank, das Rural Productive Safety Net Program (PSNP).
Äthiopien sieht sich trotz eines starken Wirtschaftswachstums von zuletzt 7,3 % p.a. vielfältigen Herausforderungen gegenüber: Die Armutsquote (Anteil der Bevölkerung, die weniger als drei USD pro Tag zur Verfügung hat) hat erstmals seit mehreren Jahrzehnten aufgrund zahlreicher bewaffneter Konflikte und einer schweren Wirtschaftskrise wieder zugenommen.
UNHCR schätzt die Zahl der Binnenvertriebenen auf rd. 2,0 Mio. Menschen (Stand Okt. 25). Darüber hinaus halten sich zurzeit schätzungsweise etwas mehr als 1,1 Mio. Flüchtlinge insbesondere aus dem Südsudan, Sudan und Somalia im Land auf.
Extreme Wetterereignisse führen zu langanhaltenden Dürreperioden, die sich mit Starkregen abwechseln, was zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen führt. Etwa 50 % der Agrarflächen sind von Degradation betroffen, was jährlich zu massivem Verlust an fruchtbarem Boden führt. Dies vernichtet Ernten und gefährdet die Existenz vieler Bauern; Wasser- und Futterknappheit bedrohen die Kamel-, Kuh- und Schafherden, die für die Ernährung der Bevölkerung essenziell sind.
Das seit 2005 existierende Programm zur sozialen Sicherung und ländliche Entwicklung (PSNP) – das größte in Sub-Sahara Afrika – sichert rd. 8 Millionen armen und ernährungsunsicheren Menschen mittels Sozialtransfers, die als Gegenleistung für gemeinnützige Arbeit gewährt werden, die Existenz. Im Rahmen der gemeinnützigen Arbeit, die die Begünstigten leisten,werden Projekte zur ländlichen und landwirtschaftlichen Entwicklung sowie zum Umwelt- und Ressourcenschutz realisiert: z.B. die Instandhaltung sowie der Ausbau kollektiv genutzter landwirtschaftlicher Bewässerungssysteme und groß angelegter Projekte zum Erosionsschutz, zur Retention, Regenerierung von Grundwasseraquiferen und zur Wiederaufforstung.
Zudem erhält ein großer Teil der Begünstigen Unterstützung (Beratung, Training, Startkapital) zur Gründung von Kleinstunternehmen, um so langfristige Einkommensperspektiven für arme Haushalte zu schaffen und der Abhängigkeit von Sozialtransfers zu entkommen.
Eines der vielen PSNP-Projekte startete vor rund sieben Jahren in Tigray: In einem 68 Hektar großen Wassereinzugsgebiet wurden und werden an steilen Hängen Terrassen, Mauern und Gräben angelegt, mittels derer das Wasser in der Regenzeit aufgefangen und zur Grundwasserspeisung sowie zur Bewässerung neu angelegter landwirtschaftlicher Nutzpflanzen genutzt werden.
Zu der Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leistet das Vorhaben einen Beitrag:
KfW Bankengruppe
Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank
Governance, Stabilisierung und Wasser Ostafrika und Afrikanische Union
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