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SDG 2 – Kein Hunger

Ausreichende Ernährung sichern – weltweit

Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht. Dennoch stellt Hunger noch immer eine Realität in vielen Ländern dar, vor allem südlich der Sahara und in Südasien. Während die Zahl der Hungernden nach Angaben der UN-Welternährungsorganisation FAO von 1990 bis 2015 um 216 Mio. zurückgegangen ist, nahm sie in den folgenden Jahren wieder zu. Nach Schätzungen der FAO waren im Jahr 2022 zwischen 691 und 783 Mio. Menschen weltweit chronisch unterernährt, d. h. sie nahmen weniger Kalorien zu sich, als sie für ein gesundes und produktives Leben benötigen. Hinzu kommen rund 2,3 Mrd. Menschen, die am sog. „hidden hunger“, dem Mangel an Mikronährstoffen wie Vitaminen und Mineralien, leiden. Insbesondere bei Kindern führt der Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen oftmals zu Entwicklungsstörungen und -verzögerungen. Schätzungen zufolge ist Unterernährung für 45 % der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren verantwortlich. Auch unter akutem Hunger (Unterernährung über einen vorübergehenden Zeitraum), – meist verursacht durch gewaltsame Konflikte, Dürren oder Naturkatastrophen – leiden weltweit über 250 Mio. Menschen (Quelle: World Food Programme). Zusätzlich zu Unterernährung und Mikronährstoffdefiziten nehmen andere Formen der Fehlernährung wie Übergewicht zu, welche ein gesundes Leben beeinträchtigen.

Obwohl der Hauptteil der Lebensmittelproduktion in den ländlichen Gebieten stattfindet, leben dort die meisten Hungernden. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern besitzen häufig zu wenig Land und ihre Produktivität ist u. a. durch fehlenden Zugang zu Betriebsmitteln zu gering, um sich und ihre Familien ausreichend zu ernähren. Zusätzlich behindert fehlender Marktzugang einerseits die Möglichkeit, Nahrungsmittel auf lokalen Märkten zu kaufen, und verkleinert andererseits Absatzmöglichkeiten für Produzenten und Produzentinnen, was zu einem geringeren Einkommen führen kann. Armut und Hunger sind daher eng miteinander verknüpft, bilden gar einen Teufelskreis: Armut führt zu mangelnder und schlechter Ernährung, was die Gesundheit und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt und damit die Armut wiederum verschärft.

Die Weltgemeinschaft hat sich das Ziel gesetzt, Hunger bis zum Jahr 2030 zu beenden und Ernährungssicherheit zu erreichen. Drei globale Entwicklungstrends gefährden den Kampf gegen den Hunger jedoch zunehmend: der Klimawandel, Konflikte und Flucht sowie die Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in vielen Ländern - nicht zuletzt durch die COVID-19-Pandemie – und die damit einhergehenden zunehmenden Ungleichheiten. Der Ukraine-Krieg verschärft die Lage zusätzlich: Steigende Lebensmittelpreise sowie Lieferengpässe insbesondere bei Getreide sind sofort spürbar und stellen eine weitere Bedrohung für die Ernährungssicherheit, vor allem in vielen Ländern der MENA Region und in Subsahara-Afrika dar. Um SDG 2 dennoch zu erreichen, sind also verstärkte Anstrengungen nötig.

Die KfW Entwicklungsbank engagiert sich in den Bereichen Ernährungssicherung, nachhaltige Landwirtschaft und ländliche Entwicklung mit zahlreichen Projekten weltweit. Der Fokus des Engagements liegt auf Subsahara-Afrika.

Durch die Förderung von Bewässerungsinfrastruktur, nachhaltigem Ressourcenmanagement sowie durch die Stärkung des ländlichen Finanzwesens können die lokale Nahrungsmittelproduktion erhöht und Einkommen gesteigert werden. Investitionen in ländliche Infrastruktur können zudem helfen, Nachernteverluste zu verringern und die Marktanbindung zu stärken. Zusätzlich zu diesen strukturbildenden Projekten bekämpft die KfW durch Vorhaben der sozialen Sicherung oder der multisektoralen Hilfe Hunger und Mangelernährung besonders vulnerabler Bevölkerungsgruppen, beispielsweise durch Cash Transfers, die den Zugang zu Nahrungsmitteln bei steigenden Preisen sichern können. Dazu gehören Frauen und Kinder sowie Menschen in Krisen- und Konfliktsituationen.

Nachhaltige Landwirtschaft spielt eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung, ist jedoch auch für die Erreichung weiterer SDGs von Bedeutung, etwa für die Armutsreduzierung, den Erhalt der Biodiversität und den Klimaschutz. Die KfW Entwicklungsbank engagiert sich seit Langem für eine Welt ohne Hunger. 2023 lagen die Neuzusagen, die einen Beitrag zur Erreichung des SDG 2 leisten, bei rund 222 Mio. Euro.

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Zero Budget Natural Farming ist eine Anbaumethode, die auf ein natürliches Wachstum der Pflanzen ohne den Zusatz von externen Düngemitteln oder Pestiziden setzt. Der agrarökologische Ansatz wurde in Indien entwickelt und wird von der KfW unterstützt. Insbesondere Frauen profitieren: Sie organisieren sich in Frauen-Selbsthilfegruppen und erlernen neue landwirtschaftliche Praktiken, die sie resilienter gegen den Klimawandel machen und gleichzeitig ihre Ernährungssicherung steigern.

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Der Beitrag der KfW zu SDG 2

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