Mehrere Zettel liegen auf einem Tisch, im Hintergrund unterhalten sich drei Personen

Projektinformation: PSNP Äthiopien

    68 Hektar karge Hügel werden begrünt

    Zufrieden mit drei Ernten pro Jahr

    Stepmap Äthiopien/Ethiopia

    Stand: 03/2026

    Äthiopien ist aufgrund seiner geographischen und klimatischen Exposition überdurchschnittlich stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Entsprechend häufig kommt es zu Extremwetter­ereignissen, insbesondere Dürren und Überschwemmungen, die teils erhebliche Ernte­ausfälle bzw. Verluste in der Land- und Viehwirtschaft zur Folge haben und immer wieder zu existenz­bedrohender Armut und Ernährungs­unsicherheit im ländlichen Raum führen. Vor diesem Hintergrund unterstützt Deutschland, gemeinsam mit anderen internationalen Partnern, u.a. der Weltbank, das Rural Productive Safety Net Program (PSNP).

    ProjekttitelRural Productive Safety Net Program (PSNP)
    AuftraggeberBundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
    Land/RegionÄthiopien
    ProjektpartnerWeltbank und weitere Geber

    Ausgangslage

    Äthiopien sieht sich trotz eines starken Wirtschafts­wachstums von zuletzt 7,3 % p.a. vielfältigen Herausforderungen gegenüber: Die Armutsquote (Anteil der Bevölkerung, die weniger als drei USD pro Tag zur Verfügung hat) hat erstmals seit mehreren Jahrzehnten aufgrund zahlreicher bewaffneter Konflikte und einer schweren Wirtschaftskrise wieder zugenommen.

    UNHCR schätzt die Zahl der Binnen­vertriebenen auf rd. 2,0 Mio. Menschen (Stand Okt. 25). Darüber hinaus halten sich zurzeit schätzungsweise etwas mehr als 1,1 Mio. Flüchtlinge insbesondere aus dem Südsudan, Sudan und Somalia im Land auf.

    Extreme Wetter­ereignisse führen zu langanhaltenden Dürreperioden, die sich mit Starkregen abwechseln, was zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen führt. Etwa 50 % der Agrarflächen sind von Degradation betroffen, was jährlich zu massivem Verlust an fruchtbarem Boden führt. Dies vernichtet Ernten und gefährdet die Existenz vieler Bauern; Wasser- und Futter­knappheit bedrohen die Kamel-, Kuh- und Schafherden, die für die Ernährung der Bevölkerung essenziell sind.

    Vater und Sohn auf dem Land mit einem Wasserschlauch in der Tigray-Region in Äthiopien
    Negasi Tadesse, 55 Jahre alt, und sein 14-jähriger Sohn Shewit Nagasi berichten: Früher war hier nur karges Land. Erst nach den Maßnahmen zur Wasser- und Bodenerhaltung konnten wir mit der Bewässerungslandwirtschaft beginnen. Dies ist mein eigenes Land – aber außerhalb der Regenzeit musste ich als Tagelöhner arbeiten. Jetzt arbeiten wir das ganze Jahr über auf unserem eigenen Land und freuen uns über drei Ernten – Zwiebeln, Mais und Hirse.

    Projektansatz

    Das seit 2005 existierende Programm zur sozialen Sicherung und ländliche Entwicklung (PSNP) – das größte in Sub-Sahara Afrika – sichert rd. 8 Millionen armen und ernährungs­unsicheren Menschen mittels Sozialtransfers, die als Gegenleistung für gemeinnützige Arbeit gewährt werden, die Existenz. Im Rahmen der gemeinnützigen Arbeit, die die Begünstigten leisten,werden Projekte zur ländlichen und landwirtschaftlichen Entwicklung sowie zum Umwelt- und Ressourcen­schutz realisiert: z.B. die Instandhaltung sowie der Ausbau kollektiv genutzter landwirtschaftlicher Bewässerungs­systeme und groß angelegter Projekte zum Erosionsschutz, zur Retention, Regenerierung von Grundwasser­aquiferen und zur Wieder­aufforstung.

    Zudem erhält ein großer Teil der Begünstigen Unterstützung (Beratung, Training, Startkapital) zur Gründung von Kleinst­unternehmen, um so langfristige Einkommens­perspektiven für arme Haushalte zu schaffen und der Abhängigkeit von Sozialtransfers zu entkommen.

    Eines der vielen PSNP-Projekte startete vor rund sieben Jahren in Tigray: In einem 68 Hektar großen Wasser­einzugsgebiet wurden und werden an steilen Hängen Terrassen, Mauern und Gräben angelegt, mittels derer das Wasser in der Regenzeit aufgefangen und zur Grundwasser­speisung sowie zur Bewässerung neu angelegter landwirtschaftlicher Nutzpflanzen genutzt werden.

    Frauen und Männer unter einem Baum in der Tigray-Region in Äthiopien
    Mitglieder der Kooperative des PSNP versammeln sich zum Erfahrungsaustausch. Die Begünstigten erhalten 600 Birr (gut 3 Euro) pro Monat für fünf Tage Arbeit. In dieser Zeit bauen sie die notwendigen Mauern und Gräben oder pflanzen Setzlinge. Zu Beginn des Projekts erhielten sie 30.000 Birr, mit denen sie Ziegen und Schafe für die Mast kauften.

    Wirkungen

    • Für 8 Millionen arme und von Hunger bedrohte Menschen wurde mittels Sozialtransfers die Existenz gesichert.
    • Im Projektgebiet in Tigray: auf 86 Hektar wurde die Bodenerosion gestoppt, die Flächen können landwirtschaftlich genutzt werden.

    Zu der Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leistet das Vorhaben einen Beitrag:

    Kontakt

    KfW Bankengruppe
    Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank


    www.kfw.de

    Governance, Stabilisierung und Wasser Ostafrika und Afrikanische Union

    Projektdatenbank

    Unsere Projektdatenbank enthält detaillierte Informationen zu allen Vorhaben, die seit Januar 2013 vertraglich vereinbart wurden.

    Unsere Partnerländer

    Wir fördern Entwicklungsprogramme und damit Zukunftsperspektiven in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa.

    Publikationen

    Hier finden Sie unsere Evaluierungsergebnisse, allgemeine Geschäftspublikationen sowie Fachpublikationen nach Themen und Reihen.