Beige Hintergrund

Projektinformation: Trinkwasserversorgung Albanien

    Ausbau der Infrastruktur

    Verbesserte Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung in sechs albanischen Städten

    Landkarte von Albanien mit der Hauptstadt Tirana und den Nachbarländern

    Stand: 01/2024

    Die Versorgung auch größerer Städte Albaniens mit Trinkwasser ist noch immer unzuverlässig. Eine marode Infrastruktur führt zu hohen Wasserverlusten. Auch sind bisher noch nicht alle Haushalte an eine geregelte Abwasserversorgung angeschlossen. Das Sector Performance and Investment Programme (WPIP) soll dazu beitragen, die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung in sechs mittelgroßen Städten des Landes zu verbessern. Die KfW fördert im Auftrag der Bundesregierung gemeinsam mit anderen Gebern das WPIP. Mittelfristig werden die Investitionen in den Wassersektor dazu beitragen, dass sich Albanien in diesem Bereich den EU-Standards annähert.

    ProjekttitelWater Sector Performance and Investment Programme (WPIP)
    AuftraggeberBundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
    Land/RegionAlbanien
    ProjektpartnerAgency of Water Supply and Sewerage (AKUK)

    Ausgangslage

    Obwohl Albanien über ausreichend Wasserressourcen verfügt, mangelt es dennoch vielen Haushalten an einer ausreichenden und zuverlässigen Versorgung mit Trinkwasser. Auch die Entsorgung des Abwassers ist häufig nicht geregelt. Die Wasserver- und entsorgungssysteme sind oft nur rudimentär ausgebaut oder veraltet. Teilweise fließt Trinkwasser aufgrund maroder Leitungssysteme und hoher Wasserverluste nur an einigen Stunden am Tag. Ebenso fehlen häufig Wasserzähler, so dass weder die Versorger die Durchflüsse innerhalb des Versorgungsnetzes noch die Haushalte ihren Konsum kennen.

    Die Wasserver- und Abwasserentsorgung lag vor der Sektorreform 2022 ausschließlich in der Hand der Gemeinden, die für einen nachhaltigen und zuverlässigen Betrieb jedoch keine ausreichenden Budgets hatten, was oft zu Sanierungsstaus führte. Die Wasserversorger ihrerseits können mit den niedrigen, nicht kostendeckendenTarifen keine Modernisierungen einleiten. Darüber hinaus leiden sie unter dem Mangel von Fachpersonal.

    Aufgrund der fehlenden oder unzureichenden Abwasserentsorgung sowie -behandlung wird Abwasser teilweise ungeklärt in Flüsse und das Meer eingeleitet, was zu einer erheblichen Umweltverschmutzung führt.

    Dies alles gefährdet nicht nur die Gesundheit der Anwohner und die Umwelt, sondern auch die touristische und wirtschaftliche Entwicklung der Region.

    Projektansatz

    Häuserreihen am Hügel
    Die Menschen in der Stadt Berat profitieren von zuverlässiger, hygienischer Wasserversorgung.

    Die KfW fördert im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam mit der EU und der Schweiz das WPIP-Programm in Albanien. Die KfW steuert allein in dieser Phase des Vorhabens 89 Mio. Euro bei. Die gemeinsame Finanzierung trägt zu einer Hebelwirkung bei, weil größere Vorhaben umgesetzt werden können.

    Zunächst wurde in einer Machbarkeitsstudie der Bedarf an Trinkwassergewinnungsanlagen, Behältern zur Speicherung des Trinkwassers sowie Verteilung inklusive der Installation von Wasserzählern in den Haushalten ermittelt. Ferner wurden der Investitionsbedarf für das Kanalisationsnetz und die Abwasserbehandlung sowie in den Überflutungsschutz zusammengestellt, um die anfallenden Abwässer schadlos zu entsorgen.

    In sechs Städten werden nun neue Pumpen und Wasserleitungen gebaut oder bestehende rehabilitiert. Es werden auch neue Wasserzähler installiert.

    Hinzu kommt der Ausbau der Abwasserentsorgung. Viele Haushalte, die bisher nur Sickergruben besaßen, werden an das Kanalnetz angeschlossen. In Berat wird zudem eine neue Kläranlage errichtet.

    Ziel ist es, mit dem Ausbau der Wasserversorgung zur sozialen, ökonomischen und auch touristischen Entwicklung der Region beizutragen. Der Umweltschutz soll verbessert werden. Das Programm trägt dazu bei, eine zuverlässige und hygienische Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung zu sichern. Die Tarife für den Trinkwasserbezug sollen sozial verträglich sein und die Kosten der Wasserversorger decken.

    Das Programm wird nach einem Performance based approach umgesetzt, das heißt, dass der Partner und die Wasserversorger zunächst Leistungsziele erreichen müssen, bevor sie die Auszahlungen erhalten. Die Eigenanstrengungen der Wasserversorger werden dadurch belohnt. Die KfW hat mit den einzelnen kommunalen Wasserversorgern ein klares und ehrgeiziges, aber erreichbares Programm vereinbart, das nach und nach umgesetzt wird.

    In diesen sechs mittelgroßen Städten wird das Vorhaben umgesetzt:

    • Berat
    • Elbasan
    • Fier
    • Lezha
    • Shkodra
    • Vlora

    Wirkungen

    Die sichere Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser in den sechs Städten ist verbessert, wobei die Tarife sozialverträglich bleiben. Davon profitieren rund 200.000 Menschen. Die Versorgung mit hygienisch unbedenklichem Wasser und eine geregelte Abwasserentsorgung von rund 42.000 Menschen tragen zu einer gestärkten Gesundheit der Anwohnerinnen und Anwohner bei. Das Grundwasser und die Gewässer in der Region sind durch den Ausbau der Abwasserentsorgung besser vor Verunreinigungen geschützt.

    Das Management und die Leistungsfähigkeit der Wasserversorgungsunternehmen in den sechs ausgewählten Städten haben sich verbessert.

    Die verbesserte Infrastruktur der Gemeinden trägt zur sozialen und ökonomischen Entwicklung bei. In den touristischen Regionen sind wichtige Voraussetzungen für Fremdenverkehr geschaffen. Außerdem nähert sich das Land in diesem Sektor an die EU-Standards an.

    Zu der Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leistet das Vorhaben einen Beitrag:

    Kontakt

    KfW Bankengruppe
    Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank

    Städtische Infrastruktur Südosteuropa und Türkei

    Projektdatenbank

    Unsere Projektdatenbank enthält detaillierte Informationen zu allen Vorhaben, die seit Januar 2013 vertraglich vereinbart wurden.

    Unsere Partnerländer

    Wir fördern Entwicklungsprogramme und damit Zukunftsperspektiven in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa.

    Publikationen

    Hier finden Sie unsere Evaluierungsergebnisse, allgemeine Geschäftspublikationen sowie Fachpublikationen nach Themen und Reihen.