Unser Engagement in der europäischen Entwicklungszusammenarbeit

Strategisch denken - Kräfte bündeln

Die KfW Entwicklungsbank arbeitet im Auftrag der Bundesregierung eng mit der EU-Kommission, weiteren Institutionen der EU und der EU-Mitgliedsstaaten zusammen, um die Wirksamkeit der europäischen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) weiter zu erhöhen. In einer multipolaren Welt mit zunehmenden geostrategischen Herausforderungen bündeln wir unsere Kräfte. So nutzen wir Synergien für Transformationsvorhaben weltweit und stärken zugleich die eigene Resilienz und die außen- und sicherheitspolitische Rolle Europas..

Im Mittelpunkt dieses Engagements steht Global Gateway, das Infrastruktur-Finanzierungsangebot der EU an die Partnerländer. Als Konnektivitätsstrategie soll es außerdem zu einer besseren Vernetzung und auch Anbindung der Partnerländer an die EU beitragen. Ziel von Global Gateway ist es, zwischen 2021 und 2027 bis zu 300 Mrd. EUR für Infrastrukturvorhaben in Partnerländern zu mobilisieren. Die Gesamtsumme soll aus Mitteln der EU-Kommission, der EU-Mitgliedsstaaten, aller europäischer Durchführungsorganisationen sowie des Privatsektors aufgebracht werden. Global Gateway gilt damit als europäische Antwort auf das internationale Engagement anderer großer Geber rund um den Globus und ergänzt entsprechende Angebote weiterer G7-Staaten in der gemeinsamen Partnership for Infrastructure Investments (PGII). Sie sollen in den Partnerländern Impulse für wichtige Veränderungen geben und, im Fall von Global Gateway, auch der europäischen Wirtschaft Türen öffnen. Global Gateway verbindet damit internationale Verantwortung mit strategischen Interessen Europas und soll zum Nutzen aller Beteiligten sein.

Finanziert werden Infrastrukturvorhaben in den Bereichen Digitales, Klima und Energie, Verkehr, Gesundheit, Bildung und Forschung einschließlich der Verbesserung der lokalen Rahmenbedingungen. Das dient der Förderung von Wachstum, Beschäftigung, Innovation und besseren Lebensbedingungen in den Partnerländern. Aber es stärkt auch den Standort Europa durch die Sicherung von Energie- und Rohstoffversorgung, Beschäftigung und globalen Wertschöpfungsketten.

Der Beitrag der KfW zu Global Gateway 2021-2025

weltweit nach Regionen und Sektoren in EUR

The map displays KfW’s Global Gateway projects, categorized by continent and the following sectors: climate action and energy, digital, education and research, supporting sectors, health, and transport.

Allein im Zeitraum 2021 bis 2025 stellte die KfW Entwicklungsbank einen Gesamtbetrag von 42,57 Mrd. Euro hierfür bereit - das entspricht knapp 15 Prozent des anvisierten Gesamtvolumens von Global Gateway. 1584 Vorhaben in 79 Ländern profitierten davon. Dabei entfiel mit 10,67 Mrd. Euro (25 %) der größte Anteil auf die Region Asien/Ozeanien. Einen Schwerpunkt bildete erneut der indische Subkontinent, wo Vorhaben im Gesamtwert von 5,61 Mrd. Euro unterstützt wurden. Jedes dritte Vorhaben befindet sich in Subsahara Afrika, wo somit die meisten Einzelprojekte verzeichnet wurden.

Die Hälfte der Mittel (50,74%) wurde für Klima- und Energievorhaben aufgewendet, gefolgt von Maßnahmen zur Verbesserung des Investitionsumfelds (Enabling Sectors) mit knapp 25 %, Transport (11,28%) und Bildung und Forschung (7,19%).

Ausgewählte Global-Gateway-Vorhaben der KfW

Tunesien

Energiekooperation im Mittelmeer durch neues Unterseekabel

Italien und Tunesien trennen 200 Kilometer Mittelmeer. Auf der einen Seite befindet sich die südliche Grenze der EU, auf der anderen der nördlichste Zipfel Afrikas. Doch schon bald werden Tunesien und die EU zumindest energietechnisch näher zusammenrücken: durch ein Unterseestromkabel, das zwischen beiden Kontinenten verlaufen soll.

Marokko

Ein Meilenstein zu einer nachhaltigen Energieversorgung Marokkos

Marokkos Plan, bis 2030 mehr als die Hälfte seines Stroms aus erneuerbaren Quellen zu beziehen, ist auf gutem Weg. Mit der Inbetriebnahme des Windparks Jbel Lahdid ist das Ziel ein gutes Stück näher gerückt. Dank der 54 neuen Windturbinen, die Siemens Gamesa in der Provinz Essaouira installiert hat, steigt der Anteil Erneuerbarer deutlich.

Indien

Premierminister Modi weiht Metrolinie ein – KfW finanziert mit

Im indischen Bundesstaat Gujarat entsteht derzeit eine Metro zwischen der wirtschaftlich starken Millionenstadt Ahmedabad und der Landeshauptstadt Gandhinagar. Sie schafft eine wichtige Tangente zwischen den beiden Städten, bei der die eine das politische, die andere das ökonomische Zentrum dieses im Westen Indiens gelegenen Staates bildet. Bisher gab es nur eine verbindende Autobahn. Die Metro trägt außerdem dazu bei, eine sichere und nachhaltige Mobilitätsoption zum immer dichter werdenden Verkehr auf den dortigen Straßen zu schaffen.

Die KfW, ein starker Partner im JEFIC-Netzwerk

Um die EU in ihrer Entwicklungszusammenarbeit noch besser zu unterstützen, arbeitet die KfW mit ihren Partnerinstituten AECID (Spanien), AFD (Frankreich), BGK (Polen) und CDP (Italien) im Rahmen von JEFICJoint European Financiers for International Cooperation – zusammen. Als Netzwerk europäischer Entwicklungsbanken und Finanzinstitutionen kooperiert JEFIC vor allem mit Partnern des öffentlichen Sektors in Entwicklungs- und Schwellenländern. Darüber hinaus spielt JEFIC eine wichtige Rolle bei der Einbindung des Privatsektors und der Verbesserung des lokalen Regulierungsrahmens. Ein Kernanliegen von JEFIC ist es, Kapital aus öffentlichen und privaten Quellen für Investitionen in der europäischen Entwicklungszusammenarbeit zu mobilisieren. So können die öffentlichen Mittel der EU in strategisch prioritären Bereichen – wie Global Gateway – effizienter eingesetzt werden.

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