KMU-Förderung Ruanda
Maßgeschneiderte Kredite für Kleinunternehmen
Ruanda zeigt ein beeindruckendes Wachstum, getragen vor allem durch kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Dieses Wachstum könnte noch stärker ausfallen, wenn mehr dieser Unternehmen Zugang zu bedarfsgerechten Krediten hätten. Die KfW fördert daher im Auftrag der Bundesregierung Finanzdienstleistungen für wachstums- und exportorientierte KMU in Ruanda. Dies trägt dazu bei, Beschäftigung und Einkommen zu schaffen.
Kaffee, Tee und Mineralien machen etwa die Hälfte der Exporte Ruandas aus. Die Landwirtschaft beschäftigt in dem ostafrikanischen Land mit 80 % die große Mehrheit der Bevölkerung. Doch sie könnte noch mehr dazu beitragen, Beschäftigung und Einkommen zu schaffen, wenn sich die Exporte erweitern ließen. In diesem Bereich sind jedoch überwiegend kleine und mittlere Unternehmen tätig, die bisher kaum Kredite von den einheimischen Banken erhielten und daher nicht expandieren konnten. Die ruandischen Banken schätzen das Risiko zu hoch ein, Kredite an KMU zu vergeben.
Dabei sind die Voraussetzungen für eine erweiterte Exportwirtschaft gut: Ruanda ist ein politisch stabiler Staat, das milde Klima ermöglicht sichere Ernten und das Wirtschaftswachstum liegt mit durchschnittlich 8 % seit Jahren über dem der Nachbarländer. Trotzdem herrscht noch weit verbreitete Armut. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von umgerechnet knapp 700 US-Dollar jährlich zählt Ruanda zu den ärmsten Ländern Afrikas.
Ruanda könnte mehr vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse exportieren, wenn die kleinen und mittleren Unternehmen des Sektors Wachstumschancen hätten. Doch um ihre Tätigkeiten auszubauen, fehlten ihnen bisher die notwendigen Finanzierungen. In Ruanda gibt es lediglich 17 Banken, davon elf Geschäftsbanken. Die drei Mikrofinanzinstitute des Landes richten sich gezielt an Kleinstunternehmen und Haushalte, während die meisten anderen Banken überwiegend große Unternehmen als Kunden ansprechen. KMU fanden keine Finanzierungen – eine Lücke, die nun geschlossen wird.
Die KfW fördert seit 2016 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit zunächst 8,5 Mio. Euro und dann weiteren 14 Mio. Euro den Ausbau von Finanzdienstleistungen in Ruanda. Die KfW-Mittel werden an die staatliche Entwicklungsbank (Development Bank of Rwanda/BRD) ausgezahlt, die sie an Partnerbanken weiterreicht, damit diese ihrerseits Kredite für KMU zu wirtschaftlich tragbaren Konditionen anbieten. Mit 10 - 12 % liegt der Zinssatz aus diesem Vorhaben deutlich unter dem Marktdurchschnitt von 17 - 19 %.
Dadurch können Kleinunternehmen Kredite aufnehmen und investieren, wodurch Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies ist ein Beitrag, die Armut gerade in ländlichen Regionen des Landes zu mindern. Die nun gestärkten Unternehmen werden in Zukunft mehr Steuern zahlen und damit das Staatseinkommen erhöhen, was Ruanda unabhängiger von internationalen Gebern macht.
Die bisherigen Ergebnisse des Vorhabens können sich sehen lassen: Es wurden 85 Unternehmen gefördert, deren Geschäftsfelder sich über die Produktion von Tee und Kaffee sowie Früchten, Pilzen und Schnittblumen bis hin zum Gartenbau und der Verarbeitung von Kartoffeln erstrecken. Da zurückgezahlte Kreditmittel erneut vergeben werden, konnten bisher Kredite im Wert von rund 26 Mio. Euro zugesagt werden.
Das Wirtschaftsforschungszentrum International Growth Center und die Hochschulen Yale und Harvard haben das Vorhaben wissenschaftlich begleitet. Diese bescheinigten in einer Evaluierung, dass die Wahrscheinlichkeit, für den Export zu produzieren, durch die Förderung um 10 Prozentpunkte gestiegen ist. Die Förderung führte zudem bei den Unternehmen zu einem Umsatzwachstum von 50 % zwei Jahre nach Gewährung des Kredits sowie zu einem Anstieg der Festanstellungen um 30 %. Vor allem für die kleineren Unternehmen wurde eine hohe Wirksamkeit des Vorhabens nachgewiesen. Der Studie zufolge wird das Vorhaben in spätestens fünf Jahren durch das höhere Steueraufkommen kostenneutral sein.
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