Im Auftrag der Bundesregierung beteiligt sich die KfW Entwicklungsbank seit 2012 am Fairtrade Access Fund (FAF), der Kleinbauern in Lateinamerika, Afrika und Asien Kredite bereitstellt und sie berät, damit sie sich als Fairtrade-Produzenten etablieren können. Derzeit hält die KfW 57 % der Anteile des Fonds.
Die KfW hilft Kleinbauern und Kooperativen in zahlreichen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, ihre Waren für das Fairtrade-Label und andere Nachhaltigkeitssiegel zu zertifizieren. Damit öffnen sich ihnen neue Märkte. Zu den Kreditnehmern des Fairtrade Access Fund zählen Produzenten von Kaffee- und Kakaobohnen, Avocado, Zuckerrohr, Nüssen, Sojabohnen, Getreide, Quinoa und Honig.
Der Beitrag von Kleinbauern zur Nahrungsmittelproduktion ist nicht zu unterschätzen. Etwa 60 % der weitweiten Agrarproduktion werden von Kleinbauern und -bäuerinnen in Familienbetrieben geschaffen. Sie erwirtschaften in landwirtschaftlich geprägten Ländern rund ein Drittel des Bruttosozialprodukts. Kleinbauern können mit größeren landwirtschaftlichen Betrieben jedoch nur mithalten, wenn sie sich erfolgreich auf den Markt ausrichten.
Dieser Markt steht bereit: Die Nachfrage nach Fairtrade- oder vergleichbar zertifizierten Waren wächst in Deutschland nach wie vor ungebrochen. Seit 2011 hat sich der Umsatz mit diesen Produkten von knapp 400 Mio. auf über 2,9 Mrd. Euro bis 2024 gesteigert. Das Fairtrade-Label gehört zu den angesehensten Nachhaltigkeitssiegeln für fairen Handel. Es bezeugt ökonomische, soziale und ökologische Mindeststandards. Die Produzenten erhalten einen garantierten Mindestpreis, wodurch sie gegen Preisschwankungen auf dem Weltmarkt abgesichert sind.
Das Interesse von Investoren an dem Fonds ist hoch. Das ursprüngliche Ziel, bis 2020 ein Volumen von 38 Mio. US-Dollar zu erreichen, wurde bereits zwei Jahre vorher erzielt. Die KfW unterstützt mit ihrem maßgeblichen Engagement den Fonds dabei, sein Portfolio weiter auszubauen. Der Zielwert für das Volumen liegt bei 100 Mio. US-Dollar bis 2026. Derzeit umfasst der Fonds ein Volumen von gut 78 Mio. US-Dollar.
Auch bei den Kreditnehmern besteht großes Interesse an den Leistungen des Fonds. Seit seiner Gründung wurden mehr als 574 Mio. US-Dollar an 136 Institutionen in 21 Ländern ausgezahlt. Bis Ende 2024 konnten damit 530.000 Kleinbauern gefördert werden. Die Bäuerinnen und Bauern erzielen durch ihre Beteiligung am Fairtrade-Handel ein höheres und stabileres Einkommen. Damit verbessern sich ihre Lebensverhältnisse; gleichzeitig sichert dies Beschäftigung im ländlichen Raum.
Der Fonds stellt sich den klimatischen Herausforderungen unserer Zeit und rückt Kleinbauern und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt seiner Investitions- und Wirkungsstrategie. Zielgerichtete Aktivitäten und die Nutzung innovativer umweltökonomischer Instrumente wie z. B. die Vergütung von Ökosystemleistungen (engl. Payments for Ecosystem Services, PES) spielen eine wesentliche Rolle. Damit nutzt der Fonds eine einzigartige Chance, Lösungen zu skalieren, die Klimarisiken und Ernährungsunsicherheit bekämpfen und gleichzeitig Ökosysteme wiederherstellen sowie die Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort verbessern.
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