Meldung vom 16.02.2026 / KfW Entwicklungsbank

Rückenwind für die Wirtschaft durch digitalisierte Berufsbildung

Next Level im langjährigen Engagement der KfW in der beruflichen Bildung in Kenia

Entwicklungspartner sind auf einem Gruppenbild mit Auszubildenden zu sehen
Gemeinsam mit jungen Auszubildenden und Vertretern des kenianischen Berufsbildungssektors freuen sich die beteiligten Entwicklungspartner auf die bevorstehenden digitalen Innovationen.

Mit ihren europäischen JEFIC-Partnern fördert die KfW hochwertige technische und berufliche Bildung für kenianische Jugendliche – eine strategische Investition im Rahmen von Global Gateway

Gemeinsam mit der französischen Entwicklungs­agentur Agence Française de Développement(AFD) und der EU unterstützt die KfW im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung (BMZ) die kenianische Regierung bei der Digitalisierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Ziel der Transformation ist es, die Fähigkeiten der jungen Menschen, die in Kenia auf den Arbeitsmarkt drängen, an die Bedürfnisse einer digitalen Wirtschaft anzupassen. Mit ihrem neuesten gemeinsamen Vorhaben leisten die JEFIC-Partner KfW und AFD überdies einen Beitrag zur geostrategischen Global-Gateway-Initiative der EU und unterstützen so die Resilienz, Wettbewerbs­fähigkeit und Autonomie Europas.

Langjähriges Engagement der KfW im Bildungssektor

Kenia ist die größte Volkswirtschaft Ost- und Zentralafrikas und ein wichtiger Partner Deutschlands. Mit einem jährlichen Wachstum von rund 5 Prozent besitzt das ressourcenreiche Land ein hohes wirtschaftliches Potenzial bei zudem günstigen demografischen Rahmen­bedingungen. Das Durchschnittsalter beträgt nur 20 Jahre, und jährlich kommen etwa eine Million junger Menschen neu auf den Arbeitsmarkt. Die Jugendarbeits­losigkeit ist aber tendenziell hoch, da der allgemeine Bildungsstand den benötigten Qualifikationen oft nicht entspricht. Hier greift mittlerweile das Engagement der KfW Entwicklungsbank, die seit 2020 unter den Programmen TVET I und II die Modernisierung der Berufsbildung fördert. Das umfasst u.a. die Errichtung bzw. Rehabilitierung und Ausstattung von sieben Exzellenz­zentren mit Werkstätten an bestehenden Berufsschulen, die Einführung des dualen Systems in Partnerschaft mit der Wirtschaft, eine verbesserte Information und Kommunikation und auch die Anpassung der rechtlichen und gesetzlichen Rahmen­bedingungen. So sollen in den Phasen I und II mindestens 660 zusätzliche Ausbildungsplätze und weitere Qualifizierungs- und Mentoring­angebote für knapp 800 Jugendliche jährlich geschaffen werden. Die Einweihung der neuen Werkstätten ist für Phase I im laufenden Jahr, für Phase II im nächsten Jahr geplant.

Schüler sitzen in einer Schule in Kenia
Gerade Mädchen haben dank einer qualifizierten Berufsausbildung bessere Chancen, sich auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren.

Stipendien für begabte, aber mittellose Jugendliche

Der Zugang zu einer modernen, zukunftsorientierten Berufsausbildung und somit zu wirtschaftlicher und sozialer Teilhabe scheitert aber häufig daran, dass Familien die erforderlichen Mittel nicht aufbringen können – zumal in Kenia Berufs­ausbildungen mit Studiengebühren verbunden sind und Auszubildende keine finanzielle Unterstützung erhalten. Daher können begabte Jugendliche Stipendien für eine Berufsausbildung unter „Wings to fly“ erhalten. Dieses Programm wird seit 2013 von der KfW zusammen mit Mitteln der Equity Group Foundation(EGF) im Bereich Sekundar­schulbildung gefördert und unterstützt seit 2023 auch Berufs­ausbildung. Aktuell gibt es rund 800 Stipendiaten, die in einem landesweiten Verfahren anhand ihrer Leistungen ausgewählt wurden und nun einen Beruf erlernen - weitere 1200 folgen in den nächsten Wochen und können dank „Wings to fly“ ihre Ausbildung beginnen.

Viele Schüler vor einer Schule in Kenia, die digitaler wird
Moderne Berufsausbildung schafft Perspektiven für Wirtschaft und Menschen – wie hier bei der Lehre an Motoren und Elektrik am Nairobi Technical Training Institute unter TVET I.

Digital TVET: Next Level in der beruflichen Bildung

Das nunmehr vereinbarte Digitalisierungs­vorhaben markiert einen qualitativen Sprung in Richtung auf das Ziel, die Berufsbildung in Kenia noch besser an den Bedarfen einer digital gestützten, international attraktiven Wirtschaft auszurichten. Bis 2030 ist die Ausstattung von zehn Exzellenz­zentren geplant, flankiert von grundlegender digitaler Infrastruktur für mindestens 50 Berufsschulen, „Train the Trainer“-Modulen sowie einer verbesserten Konnektivität u.a. digitalen Angeboten. Auch finanzielle Unterstützung für benachteiligte Gruppen durch Stipendien oder Kredite zur Anschaffung von Geräten ist vorgesehen. Indirekt trägt das Vorhaben zudem zur Gewinnung qualifizierter Fachkräfte in Kenia und Deutschland bei. Schon 2024 hatten die Bundesregierung und Kenia ein Abkommen zur Erleichterung der Fachkräfte­migration unterzeichnet. David Ohlig vom KfW-Büro Nairobi begrüßt die neuen Ambitionen: „Nach unseren Errungenschaften der letzten Jahre freue ich mich, dass wir die digitale Transformation der Berufsbildung nun im europäischen Schulterschluss voranbringen werden, zusammen mit der kenianischen Regierung. Für das Land ist das ein wichtiger Meilenstein auf seinem Weg zu einer starken Wirtschaft und besserer Lebensqualität für die junge Generation, den es sich in seiner ‚Vision 2030‘ vorgenommen hat.“

Die Projektvereinbarungen über rund 47 Millionen Euro wurden im Dezember 2025 abgeschlossen. Dabei stellt die KfW als Lead Financier einen Kredit in Höhe von 28 Millionen Euro bereit, der durch EU-Mittel von 8,85 Mio. Euro, ebenfalls umgesetzt über die KfW, und 10 Mio. Euro der französischen AFD ergänzt wird. Ein wichtiger Schritt auch für Deutschland und Europa, sich in geopolitisch schwierigen Zeiten in starken Partnerschaften nachhaltig aufzustellen. Dafür ist Bildung eine gute Grundlage.