Meldung vom 02.01.2026 / KfW Entwicklungsbank

Eine Milliarde Euro Privatkapital für den Wiederaufbau der Ukraine erwartet

Insgesamt bis zu sieben Milliarden Euro private Investitionen in die Infrastruktur der ukrainischen Wirtschaft möglich

Flaggen der Ukraine und der Europäischen Union auf dem Balkon des Rathauses von Chernivtsi
Flaggen der Ukraine und der Europäischen Union auf dem Balkon des Rathauses von Chernivtsi

Die KfW hat im Juli 2025 auf der Ukraine Recovery Conference in Rom im Auftrag der Bundesregierung als Konsortialführer den Startschuss für einen neuen europäischen Fonds zum Wiederaufbau der Ukraine gegeben. Das europäische Konsortium besteht aus den Regierungen Deutschlands, Italiens, Polens und Frankreichs, deren Entwicklungsbanken, der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank (EIB).

Nun wurde der nächste Schritt erfolgreich vollzogen: In einer europaweiten Marktsondierung konnten sich die Fondsmanager Amber Infrastructure aus Großbritannien und Dragon Capital, ein führender ukrainischer Private Equity Manager, gemeinsam mit ihrem Investitionskonzept durchsetzen. Die KfW, die EIB und die vier weiteren europäischen Förderbanken werden dieses Konzept nun mit dem Ziel prüfen, den europäischen Fonds zum Wiederaufbau der Ukraine bereits im Sommer 2026 seine Investitionstätigkeit aufnehmen zu lassen.

Der Fonds soll Kapital von öffentlichen Förderbanken und privaten Investoren in Höhe von über einer Milliarde Euro für den Wiederaufbau der Ukraine mobilisieren und direkt in private Investitionsprojekte in strategischen Sektoren investieren. Es geht dabei unter anderem um den Wiederaufbau von Energieinfrastruktur, den Ausbau von Wind- und Solarkraft als Ersatz für alte Kohlekraftwerke, industrielle Fertigungsanlagen und digitale Infrastruktur wie Rechenzentren.

„Die KfW setzt mit dem neuen europäischen Fonds zum Wiederaufbau der Ukraine ein Zeichen für private Investoren", sagte Christiane Laibach, KfW-Vorständin für internationale Finanzierungen. "Der Fonds senkt das Risiko für das Investment privater Investoren bereits während des Kriegs und macht es dadurch attraktiv. Der Wiederaufbau ist selbst in der aktuellen Kriegssituation im Schulterschluss mit EU, europäischen Staaten und Privatwirtschaft machbar." Dieser lege den Grundstein für künftig tiefere Handelsbeziehungen mit der Ukraine.

Die Weltbank schätzt die Kosten für den Wiederaufbau der Ukraine auf 524 Milliarden US-Dollar. Eine Summe in dieser Höhe ist Laibach zufolge nur gemeinsam mit privaten Investoren aufzubringen.

Im Rahmen der Fondsstruktur treten die KfW und die anderen öffentlichen Geber als Finanzierer der sogenannten Erstverlusttranche auf. Gemeinsam bringen die Geber bis zu 220 Millionen Euro in diesen Risikopuffer ein und mindern so die Risiken privater Investoren.

Auf dieser Basis soll der Fonds weiteres Kapital von privaten Investoren einwerben. Im Jahr 2026 wird eine Größe von 800 Millionen Euro angestrebt. Sofern sich die Sicherheitslage verbessert, soll das Volumen bis 2027/2028 auf über eine Milliarde Euro anwachsen.

Der Fonds soll als Ankerinvestor Eigenkapital für Projektgesellschaften und Unternehmen bereitstellen und sie so in die Lage versetzen, weiteres Eigen- und Fremdkapital auf Projektebene einzuwerben. Der Fonds wird bei einem Fondsvolumen von einer Milliarde Euro rund sechs bis sieben Milliarden Euro an Investitionen ermöglichen. Die Gründung des Fonds ist geplant für Sommer 2026 während der Ukraine Recovery Konferenz in Polen. Direkt im Anschluss kann er seine Investitionstätigkeit aufnehmen.

Die KfW ist eine der größten Investorinnen in Erstverlusttranchen weltweit.

Weitere Informationen zum Engagement der KfW in der Ukraine finden Sie unter:
Für mehr Widerstandskraft der Ukraine

Weitere Informationen zu den Impact Fonds der KfW finden Sie unter:
Impact Fonds – soziales Engagement mit Rendite