Wiederaufbau von Wohnraum im Gaza-Streifen

Ziel des FZ-Programms "Wohnraum-Wiederaufbau in Gaza" ist die Verbesserung der Lebensbedingungen und die Rückkehr von Binnenflüchtlingen in baulich sichere und der Familiensituation angemessene Häuser, die während des Gaza-Konflikts im Sommer 2014 stark beschädigt oder komplett zerstört wurden. In der Durchführung des Vorhabens wurde das Projektziel um die Rehabilitierung von qualitativ stark unterdurchschnittlichen Wohneinheiten ergänzt. Des Weiteren wurden auch Familien, deren Wohnraum in Eskalationen des Konflikts seit 2014 zerstört wurde, in das Programm integriert und eine psycho-soziale Unterstützungskomponente mit aufgenommen.
Das BMZ hat seit 2016 ein Gesamtvolumen von 65,3 Mio. EUR bereitgestellt. Projektträger sind UNOPS für betroffene Nicht-Flüchtlinge und UNRWA für registrierte Palästina-Flüchtlinge.

Der Wiederaufbau erfolgte in Eigenregie durch die begünstigten Familien ("self-help"), welche dabei eng von den Projektträgern unterstützt werden. Unter Komponente 1 (UNOPS; 5 Mio. EUR; abgeschlossen) wurden 155 Wohneinheiten wiederaufgebaut und 519 Familien erhielten Rechtsberatung. Unter Komponente 2 (UNRWA; 18,15 Mio. EUR; abgeschlossen) wurden 682 Wohneinheiten wiederaufgebaut. Die laufende Komponente 3 (UNOPS; 29,15 Mio. EUR, einschl. Aufstockung in 2022 i.H.v. 4 Mio. EUR) umfasste den Wiederaufbau von rd. 475 Wohneinheiten, Rechtberatung von ca. 865 Familien und die Rehabilitierung von ca. 1.375 Wohneinheiten sowie psychosoziale Unterstützung von rund 165 betroffenen Familien. Komponente 4 (UNRWA; 13 Mio. EUR) umfasste den Wiederaufbau von ca. 380 Wohneinheiten sowie psychosoziale Unterstützung für rund 150 besonders vulnerable Familien der Zielgruppe.

Seit dem 7. Oktober 2023 wurden mit Restmitteln unter Komponente 3 (UNOPS) Non-Food-Items für Binnenflüchtlinge in Notunterkünften bereitgestellt.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Ziel des FZ-Programms "Wohnraum-Wiederaufbau in Gaza" ist die Verbesserung der Lebensbedingungen und die Rückkehr von Binnenflüchtlingen in baulich sichere und der Familiensituation angemessene Häuser, die während des Gaza-Konflikts im Sommer 2014 stark beschädigt oder komplett zerstört wurden. In der Durchführung des Vorhabens wurde das Projektziel um die Rehabilitierung von qualitativ stark unterdurchschnittlichen Wohneinheiten ergänzt. Das Projekt wurde gemäß der KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B" eingeordnet und kann potenziell moderate und temporäre negative Auswirkungen auf die Umwelt und die sozialen Bedingungen haben. Typische Auswirkungen und Risiken, die während der Bauphase des Projekts zu erwarten sind, betreffen z.B. Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für Arbeiter (beispielsweise bei Arbeiten mit schwerem Gerät, dem Arbeiten in Höhen und beengten Räumen bzw. dem Arbeiten mit Gefahren- und Schadstoffen), Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für Anwohner (Baustellenzugang und -sicherheit, Konflikte zwischen Arbeitern und Anwohnern, inkl. GBV, Bauverkehr). Beim Wiederaufbau von durch Kampfmittel zerstörtem Wohnraum bestehen ggf. besondere Risiken, bspw. durch Explosions-/Brandgefahren im Zusammenhang mit Kampfmittelrückständen (und Fundmunition (UXO, IED). Ein weiteres Risiko besteht auch darin, dass die Maßnahmen an den Wohneinheiten teilweise von den Bewohnern selbst durchgeführt werden können. Ein vereinfachtes Environmental and Social Management Framework (ESMF), welches einen methodischen Ansatz zur Identifizierung, Bewertung und Mitigierung von U&S Risiken und Auswirkungen der geplanten Maßnahmen in den jeweiligen Standorten gewährleistet, wird erstellt, ebenso wie ein maßnahmenspezifischer Environmental and Social Code of Practice (ESCOP), welcher besondere Schutzmaßnahmen und detaillierte Unterweisungen in Arbeitssicherheit vorsieht. Eine Versicherung wird für begünstigte Familien und Arbeiter abgeschossen, die Arbeitsunfälle, Feuer und Haftpflicht auf der Baustelle abdeckt. Für die durch Abriss- und Baumaßnahmen bedingten temporären alternativen Unterbringung erhalten Familien finanzielle Unterstützung.

Land / Region / Institution Palästinensische Gebiete
Nummer 37531
Schwerpunkt Sonstige
Sektor 16050 - Multisektorale Hilfe für soziale Grunddienste
USV-Kategorie B
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber -
Deutscher Finanzierungsbeitrag 65,3 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner UNITED NATIONS FOR PROJECT SERVICES (UNOPS), UNITED NATIONS RELIEF + WORKS AGENCY FOR PALESTINE REFUGEES
Zuständige Abteilung Nahost, Afghanistan und Pakistan

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