"Wiederaufbau kommunaler Infrastruktur und Dienstleistungen Beirut und Bourj Hammoud", Phase II
Am 4. August 2020 erschütterte eine verheerende Explosion den Hafen von Beirut, zerstörte einen Großteil der Hafenanlagen und richtete schwere Schäden in den umliegenden Vierteln im Umkreis von mehreren Kilometern an. Die Katastrophe forderte über 200 Tote, etwa 7.000 Verletzte und ließ schätzungsweise 300.000 Bewohner mit beschädigten Wohnungen zurück. Durch die Wiederherstellung kommunaler bzw. öffentlicher Infrastruktur und Dienstleistungen sollen die Lebensbedingungen der Bewohner/innen in den durch die Explosion im Hafen Beiruts zerstörten Stadtteilen sowie der Bewohner weiterer bedürftiger Stadtteile verbessert werden. Dabei soll durch partizipative Projektvorbereitung und -umsetzung sowie gezielt friedensfördernde Maßnahmen dazu beigetragen werden, soziale Spannungen zu reduzieren, die Resilienz der Bewohner und der unterstützten Institutionen zu erhöhen und das Vertrauen in staatliche Akteure zu stärken.
Maßnahmen dabei sind:
Schaffung von Möglichkeiten zur Bevölkerungsbeteiligung und Umsetzung der gewonnenen Anregungen, sofern realisierbar.
Entsprechend des u.a. aus der Bevölkerungsbeteiligung resultierenden offenen Programmansatzes sind Einzelmaßnahmen aus den folgenden Bereichen möglich:
o Verbesserung ausgewählter Abschnitte des Straßennetzes und der damit verbundenen Regenwasser- und Abwassernetze;
o Rehabilitierung ausgewählter öffentlicher Plätze;
o Rehabilitierung und Ausstattung ausgewählter öffentlicher Gebäude in Verbindung mit erneuerbarer Energieerzeugung;
o Kapazitätsaufbau bei städtischem Personal und anderen Projektpartnern in Bereitstellung, Betrieb und Wartung der finanzierten Infrastruktur;
o Umsetzung von gezielt friedensfördernden, gemeindebasierten Maßnahmen durch lokale NROs.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Projekt wurde gemäß der KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B" eingeordnet und kann potenziell leicht moderate negative Auswirkungen auf die Umwelt und die sozialen Bedingungen haben. Typische Umweltauswirkungen, die während der Bauphase des Projekts zu erwarten sind, betreffen z.B. Lärmentwicklung und Verschlechterung der Luftqualität, Umweltverschmutzungen und mangelnde Abfallentsorgung. Soziale Auswirkungen umfassen typischerweise die Gesundheit und Sicherheit der Anwohner, Auswirkungen im Zusammenhang mit Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit sowie Arbeitsbedingungen. Um diese Auswirkungen zu erfassen, werden standortspezifische Umwelt- und Sozialverträglichkeitspläne erarbeitet und überwacht. Außerdem werden die Betroffenen informiert, angehört und beteiligt. Mögliche negative Auswirkungen beschränken sich voraussichtlich auf den Bereich des jeweiligen direkten Projektgebietes und sind in den meisten Fällen reversibel. Sie werden auf der Grundlage von Standardansätzen und bewährten Verfahren gemindert. Die Einführung eines Beschwerdemechanismus für Arbeiter und für Baustellen-Anlieger ist vorgesehen.
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