Wasserspeicherung, Transfer und Hochwasserschutz im Rahmen von IWRM (STPCI) - Darlehen
Ziel des Moduls "Wasserspeicherung, Transfer und Hochwasserschutz im Rahmen von IWRM (STPCI)" ist die Förderung der sozio-ökonomischen Entwicklung benachteiligter Gebiete in Tunesien und die Erhöhung der Klimaresilienz der Programmregion durch ein effizienteres, vorausschauendes und nachhaltiges Wassermanagement.
Durch umfassende Hochwasserschutzmaßnahmen im Medjerdatal (Gouvernorate Jendouba und Beja), Wasserspeicherprojekte in Jendouba und Kairouan sowie die Verstärkung und den Ausbau eines Wassertransfers von Nord- nach Zentraltunesien werden die wesentlichen Lebens- und Existenzgrundlagen der Menschen vor Hochwasserereignissen sowie Dürreperioden geschützt.
Über eine verstärkte Oberflächenwassermobilisierung und der in Folge verbesserten Wasserversorgung in der landwirtschaftlichen Bewässerung wird zudem direkt die sozio-ökonomisch Entwicklung in der Modulregion gefördert. Hierdurch werden wichtige Arbeitsplätze in der Landwirtschaft erhalten und die Entstehung von neuen Beschäftigungsmöglichkeiten gefördert.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Vorhaben wird entsprechend der Nachhaltigkeitsrichtlinie der KfW in die UVSP-Kategorie B+ (Wassertransfer von Nord- nach Zentraltunesien, Hochwasserschutzmaßnahmen und Rehabilitierung des Staudamms Sidi Saad) bzw. A (Staudamm Raghai) eingeordnet. Bei Vorhaben der Wasserspeicherung, des Transfers und des Hochwasserschutzes handelt es sich um Baumaßnahmen mit schwerem Gerät, die potentiell signifikant negative Auswirkungen auf Umwelt (z.B. Änderung des hydrologischen Abflussregimes und damit verbundene gewässerökologische Risiken, Staubentwicklung, Lärm, Verschmutzungsrisiken durch Leckagen an Geräten) und soziale Belange (Arbeitssicherheit, Landerwerb, Umsiedlungen) haben können. Entsprechende Vermeidungs- und Mitigationsmaßnahmen zum Schutz der Anwohner sowie der Ökosysteme sind deshalb von besonderer Wichtigkeit und wurden im Rahmen eines "Environmental and Social Commitment Plan (ESCP)" schriftlich zwischen KfW und dem tunesischen Projektträger Direction Générale des Barrages et des Grands Travaux Hydrauliques (DG/BGTH) vereinbart. Die Einhaltung der im ESCP vereinbarten Maßnahmen wird durch die KfW im Rahmen der Projektfortschrittskontrollen und durch den Einsatz eines internationalen Consultants kontinuierlich überwacht. Darüber hinaus werden detaillierte Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudien für die einzelnen Komponenten des Programms unter Einhaltung der nationalen Gesetze und internationalen Standards durch kompetente internationale Consultants erstellt, sowie Umwelt- und Sozialmanagementpläne (USMP) für die Bau- und Betriebsphase, die geeignete Maßnahmen zur Einbeziehung von Betroffenen und relevanten Interessensgruppen sowie einen transparenten, zugänglichen und kulturell angemessenen Beschwerdemechanismus auf Projektebene umfassen. Des Weiteren wird ein detaillierter Umsiedlungsaktionsplan nach einschlägigen Anforderungen des Weltbankstandards ESS 5 erarbeitet und umgesetzt. Der Neubau bzw. die Rehabilitierung der beiden Staudämme Raghai und Sidi Saad sowohl in der Planungs- als auch in der Bauphase wird außerdem fachlich durch ein hierfür gegründetes "Panel of Experts" begleitet und ein Umwelt- und Arbeitssicherheitsexperten des Consultants zur regelmäßigen Baustellenüberwachungen inkl. wöchentlicher Berichterstattung an die DG/BGTH beauftragt.
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