Unterstützung des Ethiopia Food Systems Resilience Project (FSRP)
Das Vorhaben leistet einen Finanzierungsbeitrag, für den von der Weltbank verwalteten multilateralen Multi Donor Trust Fund (MDTF) des Food Systems Resilience Program (FSRP). Aus dem Trust Fund wird die Durchführung des FSRP unterstützt, das als Flagshipprogram der äthiopischen Regierung mit Unterstützung verschiedener internationaler Partner dazu beiträgt, die lokale Nahrungsmittelproduktion zu erhöhen und damit sowohl die grundlegende Versorgung als auch die Vorsorge für krisenbedingte Nahrungsmittelknappheit zu verbessern. Während die nationale Nachfrage nach Nahrungsmitteln aufgrund der rasant wachsenden Bevölkerung stetig steigt, schafft es die vorwiegend kleinbäuerlich strukturierte Landwirtschaft bisher nicht, ausreichend Nahrungsmittel zu produzieren. Die Produktivität der Kleinbauern und -bäuerinnen, die größtenteils Regenfeldbau betreiben, verharrt seit Jahrzehnten auf niedrigstem Niveau. Dadurch wird verhindert, dass diese Betriebe ihren Boden in einer nachhaltig angepassten Weise bewirtschaften, die resistent ist gegenüber den zunehmenden, vor allem klimabedingten Schocks. Zu den wesentlichen Maßnahmen zur Zielerreichung gehört die Förderung von Kleinbewässerungsanlagen und die Entwicklung landwirtschaftlicher Märkte. Dabei sollen sowohl kurzfristig akute Probleme der Nahrungsmittelbereitstellung als auch langfristig strukturelle Probleme der Nahrungsmittelproduktion adressieret und ein widerstandsfähiges Versorgungssystem aufgebaut werden. Zielgruppe des Vorhabens sind kleinbäuerliche Betriebe und Haushalte, von denen 40% von Frauen geführt werden, in 181 ländlichen Woredas Äthiopiens, die ein ausreichendes landwirtschaftliches Produktionspotential aufweisen.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Food System Resilience Program (FSRP) der Weltbank hat zum Ziel, die Widerstandsfähigkeit von Ernährungssystemen zu verbessern und die Vorsorge gegen Ernährungsunsicherheit in ausgewählten Projektgebieten zu erhöhen. Dazu werden landwirtschaftliche Dienstleistungen und Informationssysteme umgestaltet, Kleinbewässerung resilient ausgebaut, der Lebensmittelmarkt entwickelt und die Rahmenbedingungen für Ernährungssysteme verbessert. Die Umsetzung des Vorhabens an diversen Standorten ist mit überwiegend moderaten Umwelt- und Sozialrisiken verbunden, u.a. durch kleinteilige Baumaßnahmen (Arbeitssicherheit, Sicherheit von Anwohnern) sowie z.B. durch den Einsatz von Agrarchemikalien in der Betriebsphase (Gesundheitsrisiken, Umweltrisiken im Zuge der Anwendung und der Lagerung). Des Weiteren kann es im Rahmen des Vorhabens in geringem Umfang/in Einzelfällen zu physischen und wirtschaftlichen Umsiedlungen kommen und es werden Maßnahmen im Siedlungsgebiet indigener Bevölkerungsgruppen finanziert. Aufgrund der damit verbundenen erheblichen Risiken ordnet die KfW die Umwelt- und Sozialrisiken des Vorhabens der Kategorie B+ zu. Äthiopien befindet sich derzeit in einem Stadium politischer und gesellschaftlicher Instabilität. Vor dem Hintergrund dieser Kontextrisiken bewertet die Weltbank die sozialen Risiken des Vorhabens als "hoch". Kontextrisiken gehen in die Kategorisierung der KfW in der Regel nicht ein. Sollten sich die beschriebenen Kontextrisiken jedoch direkt auf das Vorhaben auswirken und Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen der Zielbevölkerung verursachen oder generell die Implementierung von Maßnahmen beeinträchtigen, wird die KfW die Kategorisierung bzw. gemeinsam mit der Weltbank die Umwelt- und Sozialmanagementinstrumente entsprechend anpassen. Gegenwärtig werden die vorliegenden Instrumente zur Adressierung der Umwelt- und Sozialrisiken des Vorhabens als ausreichend und der Risikokategorie B+ angemessen erachtet. Im Rahmen der Projektentwicklung wurden u.a. ein Umwelt- und Sozialmanagement-Rahmenplan, ein Umsiedlungsrahmenplan und ein Stakeholder Engagement Plan erstellt, deren Umsetzung durch die WB überwacht wird. Die Weltbank als Projektträger sowie das äthiopische Landwirtschaftsministerium als Gesamtkoordinator sind für die Umsetzung der Vorgaben der Rahmenpläne in konkrete Maßnahmenpläne für die Einzelvorhaben verantwortlich. Die Einrichtung eines für die lokale Bevölkerung und besonders für die Anrainergemeinden erreichbaren, transparenten und sozio-kulturell angemessenen Beschwerdemechanismus gehört ebenso wie regelmäßige Berichterstattung zu den Projektfortschritten zu den Verantwortlichkeiten des Projektträgers. Die KfW wird regelmäßig vom verantwortlichen Projektteam der Weltbank zum Projektstand informiert, Fortschrittsberichte sowie Erkenntnisse aus dem Monitoring werden mit KfW geteilt. Über besondere Vorkommnisse mit Umwelt- und Sozialbezug ist der KfW unverzüglich zu berichten.
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