Umwelt- und klimaschonende Klärschlammentsorgung

Aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums in Jordanien und dem Ausbau der Abwasserreinigungskapazitäten steigt die Menge des anfallenden Klärschlamms stetig an. Bereits heute sind die wenigen bestehenden Klärschlammdeponien sowie die Lagerungsflächen an den Kläranlagen überlastet, sodass der Klärschlamm in den Klärbecken verbleibt oder nach teilweiser Trocknung auf Hausmülldeponien unsachgemäß verkippt wird. Dies führt zu einer Belastung der Umwelt und des Klimas. Es besteht die Gefahr des Einsickerns von Schadstoffen und Keimen in das Grundwasser, der Ausstoß von Treibhausgasen und einer eingeschränkten Betriebsfähigkeit der Kläranlagen. Außerdem bleiben bislang erhebliche Potenziale zur Treibhausgasminderung, Energierückgewinnung und Weiterentwicklung etablierter Behandlungsprozesse ungenutzt.

Ziel des FZ-Moduls ist es einen Beitrag zu einer klimaschonenden Entsorgung und Verwertung von Klärschlamm zu leisten und somit zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und zum Schutze der Umwelt beizutragen.

Dazu sind Maßnahmen zur weitergehenden Stabilisierung, sachgerechter Lagerung und Wiederverwertung von Klärschlamm geplant. Die Hauptmaßnahme ist der Bau mehrerer dezentraler Schlammbehandlungsanlage und Deponien. Darüber hinaus sollen alle Kläranlagen im Land mit Anlagen zur mechanischen Entwässerung ausgestattet werden, um das Transportaufkommen zu reduzieren. Im Rahmen eines Pilotprojektes soll die Anwendung von Klärschlamm als Düngemittel auf Weideland erprobt werden. An einem Standort soll der Bau von Glashäusern den Weg für zukünftige Weiterverwendung in der Industrie bereiten.

Bereits in der Phase der Planung der Infrastruktur soll sichergestellt werden, dass alle Interessensvertreter einbezogen werden, insbesondere benachteiligte Gruppen. Hierfür soll im Rahmen von Stakeholder Engagement Sessions Frauen die Möglichkeit gegeben werden gezielt am öffentlichen Beteiligungsverfahren teilzunehmen und sich bei der Planung der Investition einzubringen.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Basierend auf der Nachhaltigkeitsrichtlinie der KfW Entwicklungsbank wurde das Vorhaben als mit erheblichen ökologischen und sozialen Risiken behaftet eingestuft (Risikokategorie B+). Für eine der Deponien, den Standort Al-Ekaider in Nordjordanien, wurde eine Umweltverträglichkeits-Vorprüfung, sowie eine Prüfung der sozialen Auswirkungen (ESIA) durchgeführt und ein Umwelt- und Sozialmanagementplans (ESMP) erstellt. Erhebliche Risiken an diesem Standort sind mögliche Risiken für Zugvögel, wie Weißstörche und andere Arten von Höhenflüglern, die das Gebiet als Migrationsstopp nutzen, und die Notwendigkeit, bis zu 20 Hektar Land für die erste Phase der Klärschlammanlage zu erwerben. Außerdem befindet sich das Gelände zwischen einer bestehenden städtischen Deponie und einer Abwasserbehandlungsanlage. Die kumulativen Auswirkungen auf Biodiversität, Boden, Grundwasser und Geruch müssen noch bewertet werden. Weitere Auswirkungen und Risiken von geringer bis mittlerer Bedeutung während des Baus stehen im Zusammenhang mit Lärm, Staub, Abfallerzeugung, Arbeitsschutz sowie Bauverkehr. Zu den Risiken während des Betriebs der Klärschlammdeponie gehören eine mögliche Grundwasser- oder Oberflächenwasserkontamination, erhöhte Geruchsbelästigung und Auswirkungen durch erhöhten Verkehr. Auch die Beziehungen zur lokalen Gemeinschaft, einschließlich der Erwartungen im Zusammenhang mit Beschäftigungsmöglichkeiten, könnten Spannungen hervorrufen, wenn sie nicht erfüllt werden. Der ESIA und der ESMP werden in der Designphase weiter überarbeitet. Für die anderen regionalen Anlagen zur Entsorgung von Klärschlamm und die zugehörigen Anlagen sowie für das Pilotprojekt zur Ausbringung von getrocknetem Klärschlamm, müssen während der Projektdurchführung ESIAs erstellt werden. Die lokalen Gemeinschaften werden im Rahmen der Durchführung der ESIA konsultiert. Für die Entwässerungsanlagen bestehender Kläranlagen werden ESMP erstellt. Der bestehende öffentliche Beschwerdemechanismus "At Your Service" wird für dieses Projekt beworben und genutzt und durch einen Beschwerdemechanismus für Arbeitnehmer ergänzt.

Land / Region / Institution Jordanien
Nummer 47769
Schwerpunkt Wasser und Abfall
Sektor 14022 - Sanitärversorgung und Abwassermanagement -g
USV-Kategorie B+
Finanzierungsinstrument Entwicklungskredit
Weitere Geber -
Deutscher Finanzierungsbeitrag 50 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner WATER AUTHORITY OF JORDAN
Zuständige Abteilung Nahost, Afghanistan und Pakistan

Kontakt

Transparenz

Sollten noch Fragen offen gebieben sein, stehen wir gerne zur Verfügung: