Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung in Stadtrandgebieten V
Ziel des Programms ist es, in der schnell wachsenden Stadt Santa Cruz die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung nachhaltig zu verbessern, um die Gesundheit der Bevölkerung zu stärken und die Umwelt zu entlasten. Das Programm umfasst fünf Phasen: In Phase I werden ein neues Abwassernetz im Stadtteil "Distrito 12" gebaut sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Trinkwasserqualität und Versorgungssicherheit umgesetzt. Die Phasen II bis IV beinhalten den Bau der Kläranlage "Motacusal", den Ausbau der Abwassersammlung sowie die Modernisierung bestehender Anlagen. Phase V fokussiert den weiteren Ausbau von Kanalnetzen und Hausanschlüssen. Ergänzend wird durch eine Begleitmaßnahme die Leistungsfähigkeit der lokalen Wasserunternehmen durch Schulungen und technische Beratung gestärkt.
Die erste Phase wird von EMAGUA umgesetzt, einer öffentlichen bolivianischen Einrichtung, die auf nachhaltige Umwelt- und Wasserprojekte spezialisiert ist, während die weiteren Phasen von der Stadt Santa Cruz verantwortet werden. Das Gesamtprogramm hat ein Volumen von rund 125 Millionen Euro, von denen etwa 88 Millionen Euro aus Mitteln der deutschen Finanziellen Zusammenarbeit stammen. Die KfW stellt für Phase I ein zinsverbilligtes Darlehen in Höhe von 15 Millionen Euro bereit; weitere Darlehen werden für die Phasen II (15,9 Mio. EUR), III (10,0 Mio. EUR), IV (20,0 Mio. EUR) und V (25,0 Mio. EUR) gewährt. Für Phase III sowie die Begleitmaßnahme sind zudem Zuschüsse in Höhe von 1,5 Mio. bzw. 0,7 Mio. Euro vorgesehen.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Vorhaben "Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung in Stadtrandgebieten V" in Bolivien wird gemäß den Nachhaltigkeitsrichtlinien der KfW in die Umwelt- und Sozialkategorie B eingestuft. Diese Einstufung basiert auf Erfahrungen aus den vorherigen Phasen und berücksichtigt mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit des Personals sowie der Anwohner während der Implementierung und des Betriebs. Zudem werden Auswirkungen auf Ökosysteme sowie soziale Effekte durch Landerwerb und Einschränkungen in der Landnutzung während der Umsetzung bewertet. Außerdem weist das Vorhaben typische Umwelt- und Sozialrisiken auf während der Bauphase beispielsweise Verschmutzung des Grund- und Oberflächenwassers durch Auslaufen von Kraftstoffen oder Öl; Luftverschmutzung und Staubbildung; Lärm- und Vibrationsbelastungen; Abfallerzeugung; Ausfall der öffentlichen Versorgung; Einschränkungen für die lokale Wirtschaft sowie Verkehrsbehinderungen. In der Betriebsphase werden überwiegend positive Effekte erwartet. Dennoch bestehen potenzielle Risiken, wie unzureichendes Abfallmanagement, die Ableitung unbehandelter Abwässer in Notfällen sowie Geruchsbelästigungen. Ein Environmental and Social Commitment Plan (ESCP) wurde gemeinsam mit dem Vorhabenträger während der Prüfungsmission vereinbart. Dieser Plan ist Bestandteil der Besonderen Vereinbarungen zum Darlehensvertrag und somit vertraglich bindend. Er orientiert sich an den Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank und definiert die wesentlichen Maßnahmen, einzureichenden Dokumente und Pläne sowie deren zeitliche Umsetzung.
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