Trinkwasser- und Sanitärversorgung in vier Regionen Phase III (AEPA-4R III)
Kernproblem:
Knapp fünf Millionen Burkinabe haben keinen Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser und mehr als vierzehn Millionen haben keinen Zugang zu angemessener Sanitärversorgung. Der Aufwand für die Bevölkerung, um an sauberes Trinkwasser zu gelangen, ist durch lange Distanzen zur nächsten Zapfstelle, durch Versorgungsunterbrechungen und durch lange Wartezeiten gekennzeichnet. Hygienisch angemessene Toiletten sind oft weit entfernt. Kommunale Abwasserbehandlung meist nicht existent. In der Folge ist die Hygienesituation, ganz besonders in eng besiedelten Städten, prekär und die Einhaltung von hinreichenden Hygienestandards nicht möglich.
Modulziel:
Ziel des FZ-Moduls ist die nachhaltige Sicherstellung einer ganzjährigen Versorgung von bislang unterversorgten Städten in den Regionen Boucle du Mouhoun, Cascades, Hauts-Bassins und Sud-Ouest mit hygienisch einwandfreiem Wasser und mit angemessener Abwasserentsorgung.
Wesentliche Outputs:
Die Stadt Niangoloko soll an eine Zuleitung aus der Ortschaft Malon angeschlossen werden. Außerdem werden die Kleinstadt Soubakaniédougou und fünf an der Zuleitung liegende Dörfer an die Wasserleitung angeschlossen.
Zielgruppe:
Zielgruppe ist die Bevölkerung der Stadt Niangoloko in der Region Cascades. Niangoloko weist ein überdurchschnittlich hohes Bevölkerungswachstum auf. Darüber hinaus profitieren bis 2040 bis zu 40.000 Menschen, die in den Ortschaften entlang der Trinkwasserleitung liegen, von einem neuen Zugang zur Trinkwasserversorgung.
Beitrag zur nationalen Umsetzung der Agenda 2030:
Das Vorhaben trägt zur Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele 6 (Verfügbarkeit von Wasser und Sanitärversorgung ermöglichen) und 11 bei (Inklusive und nachhaltige Städte und Stadtplanung gestalten).
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Vorhaben hat zum Ziel, auf nachhaltige Weise eine ganzjährige Trinkwasserversorgung der Stadt Niangoloko, im Südwesten von Burkina Faso, sicherzustellen. Physische Maßnahmen beinhalten den Bau der notwendigen Übertragungsleitungen, Pumpstationen und Wasseraufbereitungskapazitäten sowie die Erweiterung der Verteilungsnetze in den Ortschaften entlang der Trasse. Das Vorhaben wurde im Rahmen der Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung der KfW in die USVP-Kategorie "B+" eingestuft. Im Rahmen des Vorhabens können nach derzeitigem Kenntnisstand potenziell moderate negative, lokal begrenzte Auswirkungen und Risiken auf Ökosysteme, Anwohner und Arbeiter bei Bau und Betrieb der geplanten Infrastrukturmaßnahmen nicht ausgeschlossen werden. Diese sind voraussichtlich jedoch auf die Standorte der Baumaßnahmen begrenzbar und mit Gegenmaßnahmen nach dem Stand der Technik bzw. mit Standardlösungen vermeid-, minder- oder kompensierbar. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie von 2019 und in Partnergesprächen wurde das Risiko identifiziert, dass in Trockenzeiten die Wasserverfügbarkeit des Stausees nicht für die Trinkwasserversorgung und die derzeitige intensive landwirtschaftliche Nutzung ausreichen könnte. Auch wenn in der burkinischen Legislation klar festgeschrieben ist, dass Trinkwasserversorgung bei Wasserknappheit den Vorrang vor Bewässerungslandwirtschaft hat, kann dies zu Verteilungskonflikten führen. Um die Umwelt- und Sozialrisiken genauer zu identifizieren und zu bewerten, wird im Rahmen der Vorbereitung des Vorhabens eine Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Die hieraus resultierenden Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und Kompensation der identifizierten Risiken und Wirkungen werden in einem Umwelt und Sozialmanagementplan (und bei Bedarf, in weiteren Plänen, wie zum Beispiel Livelihood Restoration Plans) festgelegt. Die Bauunternehmer werden zur Einhaltung der in den Plänen definierten Maßnahmen verpflichtet. Die Einhaltung der Maßnahmen werden vom Bauüberwachungspersonal des internationalen Durchführungsconsultant überwacht. Außerdem wird ein Verfahren zur Beteiligung der Öffentlichkeit bzw. der Projektbetroffenen sowie die Einrichtung eines an das Vorhaben angepassten Beschwerdeverfahrens für Projektbetroffene und Arbeiter*innen definiert und eingeführt. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Bevölkerung und die Projektbetroffenen frühzeitig und kontinuierlich über die Entwicklung des Vorhabens informiert und daran beteiligt werden und sie die Möglichkeit haben, mögliche Beeinträchtigungen zu melden. Des Weitieren wird, um das Risiko des Wasser- und Verteilungskonflikts adäquat einschätzen zu können und es nach Möglichkeit zu mitigieren, eine Studie erstellt, die die potenziellen sozialen Auswirkungen des Vorhabens näher beleuchtet. Zusätzlich zur derzeit laufenden Studie zur Verfügbarkeit der Wasserressourcen in der Region (im Rahmen von Phase 2 des Vorhabens, s.o.), wird so eine gute Datengrundlage erstellt, um diesen Risiken zu begegnen.
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