TAHIL-Fazilität für Stabilisierung und Entwicklung II (Libanon non-formale Bildung IV) (VPT 1)

Das vorliegende Vorhaben wird wie die Vorgängerphasen im BMZ Kernthema "Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt" eingeordnet und ergänzt die FZ-Maßnahmen zur formalen Bildung über UNICEF TREF und zur Schulrehabilitierung über das MEHE. Das Vorhaben trägt zum "Lebanon Crisis Response Plan" (LCRP) sowie zur nationalen Umsetzungsstrategie der Agenda 2030 bei. Die hier vorgeschlagene Phase knüpft an die Aktivitäten der vorangegangenen Phasen an und setzt vier Komponenten um, die nicht beschulten Kindern im Libanon den Zugang zu non-formalen Bildungsangeboten ermöglichen sowie Kinder an öffentlichen Schulen unterstützen, damit sie im formalen System bleiben. Dabei greifen die Aktivitäten ineinander und unterstützen Kinder und teilweise ihre Familien ganzheitlich. Die vier Komponenten sind:
1. Non-formale Bildungsangebote für nicht beschulte Kinder im Alter von 4-15 Jahren aus unterschiedlichen Kursen
2. Lernunterstützung / Nachhilfe für Kinder aus öffentlichen Schulen, um deren Verbleib im formalen Schulsystem zu ermöglichen (retention support). Schulrehabilitierungen von 6 Schulen zur Verbesserung der Lernumgebung
3. Jugendzentren (safe spaces) mit Angeboten für 15-30-Jährige zur Berufsvorbereitung, psychosozialer Unterstützung und life-skills zur persönlichen Entwicklung
4. Rechtsberatung (ICLA) zur Unterstützung für Familien bei der Beantragung von zivilen Dokumenten
Das Vorhaben soll weiterhin von der Nichtregierungsorganisation Norwegian Refugee Council (NRC) und im ganzen Land umgesetzt werden. In den Regionen Südlibanon und Beirut-Mount
Libanon übernehmen zwei lokale NGOs (Basmaah and Zeitounah sowie Mouvement Social) die Implementierung der NFE Bildungskurse (Komponente 1) in Kooperation mit NRC. Die Umsetzungsdauer der Phase beträgt 24 Monate.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Die vorliegende dritte Phase des Vorhabens non-formale Bildung im Libanon wurde hinsichtlich der Umwelt- und Sozialverträglichkeit wie die Vorgängerphase in die Risikokategorie B eingestuft. Dies bedeutet, dass potenzielle negative Auswirkungen überschaubar, in der Regel auf den spezifischen Standort der jeweiligen Einzelmaßnahme begrenzt und durch relativ einfache Gegenmaßnahmen zu mindern sind. Das Vorhaben ist auf die Finanzierung von non-formalen Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche aller Altersklassen fokussiert. USVP-Relevanz besitzen nur die im Vorhaben vorgesehenen leichten Rehabilitierungs- und Umbaumaßnahmen an einigen wenigen bestehenden öffentlichen Schulen. Für die Schulrehabilitierungen sind rund 160 USD pro Schule vorgesehen und mögliche Maßnahmen umfassen u.a. Arbeiten am Schulhof und dem Außengelände, Fassadenarbeiten, Fenster- und Dacharbeiten, Arbeiten am Heizungssystem, Malerarbeiten sowie die Finanzierung von Ausrüstungsgegenständen. Hinzu kommen im Vergleich zu den Vorgängerphasen noch die Versorgung mit Solarenergie und Maßnahmen zur Schulhofgestaltung. Die typischen Risiken der geplanten Maßnahmen liegen in den Bereichen Arbeitssicherheit, Arbeitsbedingungen, Sicherheit von Anwohnern sowie dem Management der Baustelle. Eine vertiefte Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung ist nicht erforderlich. Da das Vorhaben nur in geringem Maß bauliche Aktivitäten und diese ausschließlich die Rehabilitierung, Modernisierung oder den Ausbau existierender Schulen umfassen, ist in diesem spezifischen Kontext die Erstellung von vereinfachten Environmental and Social Management Plans (ESMP) für die einzelnen Standorte ausreichend, um die bestehenden Umwelt- und Sozialrisiken im Vorhaben zu adressieren. Der ESMP soll, sofern Baumaßnahmen neu ausgeschrieben werden, Bestandteil der Ausschreibungsunterlagen sein und in die Bauverträge integriert werden. Die Kontrolle der Einhaltung des ESMP obliegt NRC. Die Berichtspflichten gegenüber der KfW betreffen besondere Umwelt- und Sozialvorkommnisse (z.B. schwere und tödliche Unfälle, Austritt gefährlicher Substanzen, soziale Konflikte).

Land / Region / Institution Libanon
Nummer 54437
Schwerpunkt Bildung
Sektor 16050 - Multisektorale Hilfe für soziale Grunddienste
USV-Kategorie B
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber -
Deutscher Finanzierungsbeitrag 15 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner NORWEGIAN REFUGEE COUNCIL NRC
Zuständige Abteilung Nahost, Afghanistan und Pakistan

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