Stärkung lokaler Infrastruktur in Sinjar
Im Nachgang des IS-Konflikt von 2013 bis 2017 verbessert sich die humanitäre Lage im Irak langsam, über 1 Mio. Binnenvertriebene konnten jedoch bis heute noch nicht wieder in ihre Heimat zurückkehren. Dies ist vor allem bedingt durch mangelnden Zugang zu grundlegender Versorgung, zerstörtem Wohnraum sowie fehlenden Existenzmöglichkeiten.
Über das Vorhaben der Übergangshilfe werden mit 15 Mio. Euro die Stärkung der Resilienzfähigkeit sowie Verbesserung der Lebensperspektiven der von Flucht betroffenen Bevölkerung durch Sanierung von kommunaler Basisinfrastruktur, Instandsetzung von Wohnraum und verbessertem Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen finanziert. Die wichtigsten Hilfsmaßnahmen sind dabei:
- Sanierung/Neubau von beschädigtem Wohnraum (min. 260 Wohneinheiten) der Schadenskategorie III/IV)
- Sanierung kommunaler Wasserversorgungsanlagen (6 Einheiten)
- Training von lokalen Verwaltungsmitarbeitenden, Angehörigen der Zielkommunen, Dorfältesten oder auch Mitgliedern lokaler NGO's hinsichtlich Instandsetzung und Wartung der zur Verfügung gestellten Technik und Anlagen
- Sensibilisierung der Bevölkerung der Zielkommunen für relevante Aspekte des Umweltschutzes und Nachhaltigkeit
Darüber hinaus wird geprüft, an welchen Standorten technische Optionen zur Gewinnung von erneuerbarer Energie (z.B. Fotovoltaikanlagen) eingesetzt werden können.
UNOPS ist sowohl Empfänger als auch Projektträger des Vorhaben und setzt die Maßnahmen über eigene Kapazitäten um.
Die Zielgruppe umfasst die von Flucht betroffene Bevölkerung in ländlichen und peri-urbanen Regionen des Distrikts Sinjar im irakischen Gouvernorat Ninewa.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Ziel des Vorhabens ist es die Resilienzfähigkeit von Kommunen Sinjar zu stärken, die von Zerstörung und Vertreibung betroffen sind. Durch die Sanierung von zerstörtem Wohnraum sowie kommunaler Wasserwiederaufbereitungsanlagen soll es Binnenflüchtlingen ermöglicht werden, wieder in ihre angestammten Heimatgebiete zurückzukehren. Der Fokus dieser vierten Vorhabenphase liegt auf dem District Sinjar in der Provinz Ninewa. Die Aktivitäten im Vorhaben werden analog zu den Phasen I - III entwickelt, lediglich ändert sich die Zielregion. Ein besonderer Fokus liegt auf der Sanierung von zerstörtem Wohnraum der Schadenskategorien III (Wohneinheiten, die erhebliche strukturelle Schäden erlitten haben und umfangreiche Reparaturen benötigen) und IV (Wohneinheiten, die so stark beschädigt sind, dass eine Sanierung nicht möglich ist und ein vollständiger Wiederaufbau erforderlich ist). Folgende Komponenten sind für die vierte Phase vorgesehen: (1) Sanierung von zerstörtem Wohnraum, inklusive der Installation von technischen Optionen zur Gewinnung von erneuerbarer Energie (z.B. PV-Paneelen, wo sinnvoll); (2) Sanierung und Instandsetzung von kommunalen Wasserwiederaufbereitungsanalgen, inklusive der Installation von technischen Optionen zur Gewinnung von erneuerbarer Energie (z.B. PV-Paneelen, wo sinnvoll). Das Vorhaben soll über einen Zeitraum von 48 Monaten in ausgewählten Kommunen des Distrikt Sinjar im Irak umgesetzt werden. Gemäß KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie wurde das Projekt aufgrund der post-Konflikt-Umgebung in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B+" eingeordnet. Risiken stellen insbesondere nicht explodierte Sprengkörper (UXO) dar. Ein Environmental & Social Management Framework (ESMF) wurde bereits für das Vorhaben entwickelt, welches spezifische Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprozesse und Schutzinstrumente für die KfW-finanzierten Projektaktivitäten durch UNOPS enthält. Dies beinhaltet u. a. Verfahren zur Bewertung potenzieller standortspezifischer UXO-Risiken, sowie Verfahren zur Durchführung entsprechender Dekontamination und darüber hinaus Angaben zu Kooperationen mit relevanten Entminungsakteuren im Land. Zwischen der KfW und UNOPS wurde ein ESCP (Environmental & Social Commitment Plan) vereinbart, der die E&S-Schutzmaßnahmen und die notwendigen Schutzinstrumente vertraglich verbindlich festlegt.
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