Stärkung eines inklusiven Sozialen Sicherungssystems

Obwohl Ruanda erfolgreiche Jahrzehnte der Armutsbekämpfung vorzuweisen hat, ist aufgrund der COVID-19 Pandemie sowie externer Schocks (v. a. andauernde Inflation durch gestiegene Importpreise) der in Armut lebende Teil der Bevölkerung zuletzt weniger schnell gesunken als erwartet. Trotz im regionalen Vergleich hohem Wirtschaftswachstum leben derzeit nach Einschätzung der Weltbank 48,7 % der Bevölkerung in Armut und somit von weniger als 2,15 USD pro Tag (2017 PPP). Vulnerable Gruppen sind dabei von der vorherrschenden Armut in Ruanda besonders stark betroffen, gleichzeigt steigt ihre Exposition gegenüber externen Schocks und der Versorgung mit Grundbedürfnissen in Folge von Klimaereignissen und Haushaltskrisen.
Ziel des Vorhabens ist es, einen Beitrag zur sozialen Sicherung der armen und vulnerablen Bevölkerung Ruandas zu leisten. Wesentliche Maßnahmen sind die Bereitstellung von Sozialleistungen in in Form eines Sicherheitsnetzes, Beschäftigungsmaßnahmen sowie Ansätze zur nachhaltigen und eigenständigen Graduierung aus der Armut. Um die Resilienz von armen und vulnerablen Gruppen weiter zu stärken, werden Schock-responsive soziale Sicherungsmaßnahmen finanziert. Die Zielgruppe sind die ärmsten und vulnerabelsten Haushalte und Personen mit geringem Konsumniveau, einschließlich aber nicht nur Menschen, die aufgrund ihres Alters, einer Behinderung oder einer Schwangerschaft keine Arbeitskapazität haben, sowie Familien mit Kindern unter zwei Jahren. Die Zielgruppe wird über das neu eingeführte Sozialregister ermittelt und umfasst Haushalte, die unter den VUP-Komponenten leistungsberechtigt sind.
Projektpartner ist die Local Administrative Entities Development Agency (LODA). Das Vorhaben wird im Rahmen einer Korbfinanzierung mit dem Foreign, Commonwealth & Development Office (FCDO) und der Swedish International Development Cooperation Agency (SIDA) umgesetzt.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Projekt wird nach der KfW Nachhaltigkeitsrichtlinie mit der Kategorie "B" bewertet, da es sich um geringe bis moderate Umwelt- und Sozialrisiken handelt. Der Schwerpunkt des Projektes liegt auf Bargeldtransfers für sozial schwache Personen, Ältere und Menschen mit Behinderungen sowie auf Ausbildungsmaßnahmen mit einem geringen Risiko. Arbeitsintensive Beschäftigungsmaßnahmen, die durch die lokale Bevölkerung durchgeführt werden, haben moderate Risiken im Bereich Arbeitssicherheit und Arbeitsbedingungen. Die damit einhergehenden Risiken sind vorhersehbar und temporär sowie nach dem Stand der Technik vermeidbar. Hierfür wird der Umwelt- und Sozialmanagementrahmenplan von LODA angepasst und für die erforderlichen Projekte durch die Distrikte ein standortspezifischer Umwelt- und Sozialmanagementplan oder Umwelt- und Sozialverfahrensregeln erarbeitet. Bei LODA wird ein nationaler und bei den Distrikten ein lokaler Beschwerdemechanismus eingerichtet.

Land / Region / Institution Ruanda
Nummer 59126
Schwerpunkt Demokratie
Sektor 16010 - Soziale Sicherung
USV-Kategorie B
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber Foreign, Commonwealth & Development Office (FCDO)
Deutscher Finanzierungsbeitrag 18 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner LOCAL ADMINISTRATIVE ENTITIES DEVELOPMENT AGENCY
Zuständige Abteilung Zentrales und südliches Afrika

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