Stärkung der ländlichen Entwicklung durch angepasste Landnutzung und Minderung des Katastrophenrisikos

Tadschikistan ist das am stärksten vom Klimawandel betroffene und gleichzeitig ärmste Land Zentralasiens. Knappheit an natürlichen Ressourcen und fehlende Einkommensalternativen führen hier zu Überweidung und Abholzung und in der Folge zu fortgesetzter Degradation der produktiven Ressourcen sowie zu Erdrutschen und Überschwemmungen. Die FZ-Maßnahme "Stärkung der ländlichen Entwicklung durch angepasste Landnutzung und Katastrophenrisikominderung" fördert die ländliche Entwicklung ausgewählter Distrikte Tadschikistans (Khovaling, Muminabad, Rasht, Panjakent und Kulob City) durch Minderung des Naturkatastrophenrisikos. Auf Basis integrierter Flächennutzungspläne zum nachhaltigen Forst- und Weidemanagement werden Wassereinzugsgebiete aufgeforstet und nachhaltig bewirtschaftet, die Bevölkerung wird mit brennholzsparenden Technologien ausgestattet, und es werden einzelne Infrastrukturmaßnahmen zum Erosions- und Überflutungsschutz durchgeführt. Entsprechend der lokalen Katastrophenanfälligkeit und der Möglichkeit der Umsetzung integrierter Forst- und Weidemanagement-Ansätze werden in den Distrikten Kleinstwassereinzugsgebiete anhand verschiedener Kriterien ausgewählt. Energiesparende Technologien und kleinere Infrastrukturmaßnahmen werden ergänzend an Orten mit funktionalen Beziehungen zu den Forst- und Weideaktivitäten eingesetzt. Die Maßnahme wird über einen Zuschuss (20 Mio. EUR) finanziert. Zielgruppe der Maßnahme sind die in den Projektdistrikten lebenden Forst- und Weidenutzer und die von Naturkatastrophen betroffene Bevölkerung. Ein partizipatives, integriertes und an Wassereinzugsgebieten orientiertes Wald- und Weidemanagement trägt zur Erhöhung der Nachhaltigkeit und Minderung der Erosions-, Dürren-, Erdrutsch- und Überschwemmungsrisiken bei. Zudem werden entsprechende Schutzstrukturen zur Minderung des bestehenden Residualrisiko für Erdrutsche und Überschwemmungen beitragen.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Durch die Verpachtung von Landnutzungsrechten über Joint Forest Management-Verträge und mögliche Nutzungseinschränkungen an Flächen kann es im Kontext der FZ-Maßnahme zu nicht-intendierten negativen Wirkungen wie potenziellen Einbußen beim Lebensunterhalt (wirtschaftliche Verdrängung) oder Verteilungsungleichheiten durch die Vereinnahmung von Eliten bei der dörflichen Planung kommen. Die Größe der Baustellen und der physischen Infrastruktur sowie das Risiko für die biologische Vielfalt ist noch unklar, da die Wassereinzugsgebiete noch nicht ausgewählt worden sind. Das Projekt erhält daher die Kategorie "USVP B+". Wir gehen davon aus, dass die sozialen und ökologischen Auswirkungen teilweise vorübergehend und reversibel sind und durch die Anwendung von Standardmaßnahmen zur Schadensbegrenzung bewältigt werden können. Die Minimierung negativer Auswirkungen auf Betroffene und Umwelt wird ein wichtiges Auswahlkriterium für die einzelnen Investitionsmaßnahmen sein, wobei Umsiedlungen strikt ausgeschlossen werden. Umwelt- und Sozialverträglichkeitsrisiken werden mithilfe eines Environmental and Social Management Frameworks (ESMF) adressiert, das während der Inception Phase erstellt wird. Des Weiteren wird ein Community Engagement and Planning Framework (CEPF), inklusive eines Prozesses zu Free Prior Informed Consent (FPIC) erstellt, und ein Grievance Redress Mechanismus (GRM) wird durch den Träger etabliert. Menschenrechtsanforderungen sollen in die Standardarbeitsanweisungen (SOP) und in Schulungen für kommunale Patrouillen aufgenommen werden.

Land / Region / Institution Tadschikistan
Nummer 40001
Schwerpunkt Umwelt und Klima
Sektor 31220 - Forstentwicklung
USV-Kategorie B+
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber -
Deutscher Finanzierungsbeitrag 20 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner NATIONAL SOCIAL INVESTMENT FUND OF TAJIKISTAN
Zuständige Abteilung Asien

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