Stärkung der Dürreresilienz im Norden Kenias

Das aus zwei Mittelquellen finanzierte Programm "Dürreresilienz in Nordkenia" (DRPNK) soll durch den Ausbau geeigneter Infrastruktur die Dürreresilienz und Klimawandelanpassungsfähigkeit der pastoralen und agro-pastoralen Produktions- und Lebensgrundlagen nachhaltig stärken und dadurch die Ernährungssicherheit der Zielgruppe erhöhen. Für die mit IGAD-Mitteln finanzierten Aktivitäten sollen grenzüberschreitende Effekte mit Uganda erzielt werden. Das Vorhaben ist Bestandteil des alten EZ-Programms "Ernährungssicherheit und Dürreresilienz in Kenia" und wird in den benachbarten Bezirken Turkana und Marsabit durchgeführt. Die FZ-Maßnahme wird hier in prioritären Gebieten auf der Basis partizipativ entwickelter und demokratisch legitimierter Bezirks-Entwicklungspläne verschiedene Infrastrukturmaßnahmen finanzieren, die die Dürre- und Klimawandelresilienz der Zielbevölkerung erhöhen. Dazu zählen Maßnahmen zur Wassergewinnung, -speicherung und Versorgung, zur Futtermittel-produktion, dem Weidemanagement und der Rehabilitierung ländlicher Märkte und Wege. Hierbei kommen in einem innovativen Durchführungsmodell Maßnahmenkataloge zur Anwendung, aus denen die Bezirke durch partizipative, lokale Entscheidungsprozesse die für sie am besten geeigneten Maßnahmen auswählen. Das Kernproblem "Dürre und Ernährungsunsicherheit" ist hochaktuell und hat sich mit der in den letzten Jahren beobachteten Varianz der Regenzeiten verschärft. Neben langanhaltenden Dürreperioden bedrohen aber auch Starkregenfälle und Überflutungen die Lebensgrundlagen der lokalen pastoralen und agropastoralen Bevölkerung und verschlechtern deren Ernährungssituation. Aufgrund des hohen Finanzierungsbedarfs an Maßnahmen zur Stärkung der Dürreresilienz befindet sich eine Aufstockung des Vorhabens um insgesamt 9 Mio. EUR in der administrativen Formalisierung, um die Investitionen zu erweitern bzw. mehr Menschen zu erreichen und um die jeweils verfügbaren Budgets für die Bezirke Turkana und Marsabit auszugleichen.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Vorhaben wurde im Rahmen der Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung (USVP) in die Kategorie B+ eingestuft. Diese Kategorisierung basiert darauf, dass die geplanten Maßnahmen moderate bis erhebliche Umwelt- und Sozialrisiken sowie potenzielle Auswirkungen mit sich bringen. Moderate Risiken ergeben sich vor allem aus den Bau- und Betriebsaktivitäten der meisten geplanten Infrastrukturen, die durch bewährte Praktiken und Standardminderungsmaßnahmen auf akzeptable Niveaus reduziert werden können. Erhebliche Risiken sind insbesondere mit der Entwicklung größerer Wasserinfrastrukturprojekte wie Erddämmen verbunden. Diese bergen hydrologische Herausforderungen, können den Zugang zu Wasser für nachgelagerte Gemeinden beeinträchtigen und Konflikte innerhalb oder zwischen lokalen Gemeinschaften verschärfen. Zudem bestehen Sicherheitsrisiken, etwa durch die Gefahr eines Dammbruchs bei extremen Wetterereignissen. Der fragile und konfliktanfällige Kontext der Projektregion verstärkt soziale Spannungen, insbesondere im Hinblick auf den Zugang zu Ressourcen und Beschäftigungsmöglichkeiten. Dabei sind auch Risiken von geschlechtsspezifischer Gewalt und sexueller Belästigung zu berücksichtigen. Die Landinanspruchnahme für Projektinfrastruktur und mögliche Umsiedlungen von Haushalten werden hinsichtlich ihrer Bedeutung von moderat bis erheblich bewertet. Die lokale Bevölkerung wird im Rahmen eines partizipativen "Bottom-up"-Ansatzes umfassend in den Prozess eingebunden. Die neu geschaffenen Bezirksverwaltungen spielen dabei eine zentrale Rolle und sind federführend in die Projektdurchführung eingebunden. Die Auswahl der Maßnahmen erfolgt durch strukturierte und demokratisch legitimierte Entscheidungsprozesse auf Bezirksebene, die eine breite Beteiligung der Bevölkerung sicherstellen. Zusätzlich wird im Rahmen des Umwelt- und Sozialmanagementrahmens (ESMF) ein konflikt-sensitives Stakeholder-Engagement-Framework entwickelt, das auch die Durchführung des Prozesses der freien, vorherigen und informierten Zustimmung (Free, Prior and Informed Consent) mit indigenen Gemeinschaften vorsieht. Zur Minderung der identifizierten Risiken wird ein umfassendes Umwelt- und Sozialmanagementrahmenwerk erstellt, das unter anderem einen Landakquisitions- und Entschädigungsrahmen sowie spezifische Maßnahmen zur Konfliktvermeidung und -bewältigung umfasst. Bestimmte risikoreiche Interventionen (z.B. Umsiedlungen) werden von der Finanzierung ausgeschlossen. Zudem werden subprojektbezogene Beschwerdemechanismen entwickelt, die spezielle Kanäle für Beschwerden im Zusammenhang mit sexueller Belästigung und geschlechtsspezifischer Gewalt vorsehen. Eine Vulnerabilitätsbewertung mit Fokus auf indigene Gemeinschaften soll zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen identifizieren. Die Verantwortung für die Entwicklung der erforderlichen Schutzinstrumente liegt beim Träger. Der vorhabenspezifische Beschwerdemechanismus bietet betroffenen Personen einen strukturierten und zugänglichen Weg, Anliegen und Beschwerden einzubringen und eine angemessene Reaktion sicherzustellen. Insgesamt zielt das Vorhaben darauf ab, negative Umwelt- und Sozialauswirkungen zu minimieren und gleichzeitig die Vorteile für die lokalen Gemeinschaften und die Umwelt zu maximieren.

Land / Region / Institution Kenia
Nummer 30739
Schwerpunkt Ernährung und Landwirtschaft
Sektor 31120 - Landwirtschaftsentwicklung
USV-Kategorie B+
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber -
Deutscher Finanzierungsbeitrag 8 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner GOVERNMENT OF TURKANA, GOVERNMENT OF MARSABIT
Zuständige Abteilung West- und Ostafrika

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