Stärkung der Dürreresilienz
Das Projekt der deutsch-äthiopischen Finanziellen Zusammenarbeit wird von der Bundesregierung über die KfW mit bis zu 15 Mio. EUR kofinanziert. Das Projektgebiet ist die Region Afar im äthiopischen Tiefland. Die in diesem Gebiet lebenden Pastoralisten und Agro-Pastoralisten hatten sich traditionell gut an die rauen klimatischen Bedingungen angepasst. Immer häufiger auftretende und länger anhaltende Dürren und außergewöhnliche Regenfälle in Verbindung mit dem zunehmenden Druck durch die wachsende Bevölkerung und die veränderte Landnutzung führen jedoch zu einer Verschlechterung der Pflanzendecke, zu Überweidung, verstärkter Erosion und dem Verlust von fruchtbarem Boden. In Anbetracht dieser Umstände ist das Projektgebiet durch eine hohe Anfälligkeit für Naturkatastrophen und klimatische Veränderungen (z. B. Überschwemmungen, extreme Dürren, Heuschreckeninvasionen) gekennzeichnet. Insbesondere das vorherrschende traditionelle System der halbnomadischen Viehwirtschaft gerät unter Druck. Der traditionelle Zugang der Viehzüchter zu wichtigen Wasser- und Landressourcen wird immer schwieriger, und jede Dürre verschärft die Situation dieses empfindlichen Ökosystems und schwächt die Lebensgrundlage der Menschen, die immer anfälliger für Nahrungs- und Futtermittelknappheit werden. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, investiert das Projekt in Maßnahmen zur Stärkung der Dürreresistenz der pastoralen und agro-pastoralen Bevölkerung im Projektgebiet. Die Maßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit den Menschen ausgewählt. Es wird erwartet, dass das Produktionssystem der Pastoralisten und Agro-Pastoralisten gestärkt und ihre Einkommensbasis diversifiziert wird. Damit trägt das Projekt zu einer besseren Anpassung der Bevölkerung an den Klimawandel und an Naturkatastrophen sowie zu einer nachhaltigeren Nutzung der begrenzten natürlichen Ressourcen bei.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Als gering bis moderat eingeschätzt werden die Umwelt- und Sozialrisiken, die von dem Vorhaben und seinen Teilprojekten (insb. Weidelandmanagement, Wasserversorgung und soziale Basisinfrastruktur) ausgehen. Ebenfalls als gering wird das Risiko eingeschätzt, dass es zu unerwarteten negativen Auswirkungen kommen könnte. Das Vorhaben wurde dennoch in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie B+ (erhebliches Risiko) eingestuft, da die Zielgruppe des Projekts Afar sind, welche nach den internationalen Kriterien zu den indigenen Völkern zu den indigenen Völkern zählen. Daher sind in allen Projektphasen spezifische Schutzmaßnahmen umzusetzen, mit dem Ziel, negative Auswirkungen auf die Bevölkerung zu vermeiden und eine erfolgreiche Umsetzung unter Berücksichtigung der Anforderungen der indigenen Gemeinschaften zu gewährleisten. Denkbar sind beispielsweise soziale Risiken der Teilprojekte durch mögliche Einschränkungen von Landnutzungs- und Zugangsrechten oder in Bezug auf Verfahrens- und Verteilungsgerechtigkeit. Dies könnte Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung haben. Auch könnten Konflikte innerhalb und zwischen den Gemeinden über die Anerkennung von gemeinschaftlichen Land- und Wassernutzungsrechten entstehen. Durch projektspezifische Umwelt- und Sozialmanagementpläne muss daher während der Projektplanung und -durchführung sichergestellt werden, dass die Umwelt- und Sozialrisiken berücksichtigt und in Übereinstimmung mit internationalen Standards behandelt werden. Da es sich um ein Projekt des öffentlichen Sektors handelt, werden die Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank für das Management der Umwelt- und Sozialrisiken angewendet. Zudem werden die allgemeinen und sektorspezifischen Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien der Weltbankgruppe eingesetzt. Ein auf das Vorhaben speziell abgestimmtes Environmental and Social Management Framework (ESMF) definiert die Verfahren und Maßnahmen, um internationalen Standards sowie nationalen Gesetzgebungen zu genügen. Darüber hinaus wird ein Stakeholder Engagement Framework (SEF) entwickelt. Es definiert die Verfahren zur Beteiligung der relevanten Interessengruppen sowie die Mechanismen, um die freie, frühzeitige und informierte Zustimmung der Begünstigten bzw. Betroffenen Menschen zu erhalten. Außerdem ist der Beschwerdemechanismus des Vorhabens im SEF definiert.
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