Stabilisierung und Resilienzstärkung im Osttschad (VP)

Seit dem Ausbruch des Konflikts zwischen den Sudanese Armed Forces (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF) im April 2023 steigen die Geflüchtetenzahlen innerhalb Sudans und in den angrenzenden Ländern massiv an. Die Situation der Geflüchteten und der überstrapazierten aufnehmenden Gemeinden im Osten Tschads ist in hohem Maße prekär. Mit dem hier beschriebenen Vorhaben soll ein multisektoraler Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen der betroffenen Bevölkerung durch die Unterstützung bei der Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels, den Aufbau bzw. die Sanierung von wirtschaftlicher und sozialer Infrastruktur sowie die Schaffung von Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten geleistet werden. Darüber hinaus ist die Förderung des friedlichen Zusammenlebens und der sozialen Kohäsion in den vom Zustrom von Geflüchteten und Rückkehrenden überforderten Gemeinden von hoher Bedeutung. Das Vorhaben wird sich auf 30 Gemeinden in der Provinz Ouaddaï fokussieren. In diesen Gemeinden überfordert die hohe Zahl an Geflüchteten und Rückkehrenden die vorhandenen sozialen und wirtschaftlichen Kapazitäten und die Möglichkeiten zur Sicherung des Lebensunterhalts sind begrenzt. Ein besonderer Fokus wird dabei jeweils auf schutzbedürftige Gruppen wie Frauen, Jugendliche und Kinder sowie Menschen mit Behinderungen gelegt, wobei diese Gruppen im Rahmen der partizipativen Ansätze des Vorhabens besonders berücksichtigt werden sollen. Verantwortlich für die Umsetzung des Vorhabens ist Catholic Relief Services (CRS).

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Ziel des Vorhabens ist es, einen Beitrag zur Stabilisierung und Resilienzstärkung er vom Zustrom von Geflüchteten und Rückkehrenden aus dem Sudan am meisten betroffenen Gemeinden der Provinz Ouaddaï in Osttschad zu leisten. Die Projektkomponenten umfassen die folgenden vier Bereiche: (1) Förderung der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen, (2) Bereitstellung von sozialer und wirtschaftlicher Basisinfrastruktur; (3) Schaffung von Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten; (4) Förderung der sozialen Kohäsion und des friedlichen Zusammenlebens. Das Projekt wurde gemäß der KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B" eingeordnet. Es kann potenziell leichte bis moderate negative Auswirkungen auf die Umwelt und die sozialen Bedingungen haben. Die Auswirkungen und Risiken umfassen für die Anwohner*innen insbesondere die Standortwahl und Konzeption der Infrastruktur (z. B. nicht gesicherte Landrechte, fehlende Partizipation). Für die Arbeiter*innen beinhalten diese typischerweise die Bauarbeiten zur Erstellung der Infrastruktur (v. a. ihre Gesundheit und Sicherheit). Mit Hilfe eines Umwelt- und Sozialmanagementplans (für größere Baumaßnahmen) bzw. eines Umwelt- und sozialen Verhaltenskodex (für kleinteilige Maßnahmen), wird den Risiken auf der Grundlage von Standardansätzen und bewährten Verfahren entgegengewirkt. Im Rahmen der Projektvorbereitung und -implementierung werden Betroffene informiert, angehört und beteiligt. Der Projektträger CRS wird verpflichtet, einen projektspezifischen, transparenten, zugänglichen und kulturell angepassten Beschwerdemechanismus für Arbeiter und andere vom Projekt betroffenen Personen (z.B. Anlieger) einzurichten, welcher internationalen Standards entspricht. Die beauftragten Bauunternehmer werden ebenfalls verpflichtet einen Beschwerdemechanismus an den jeweiligen Standorten einzurichten, um direkte Beschwerdemöglichkeiten vor Ort zu schaffen und über Beschwerden an den Projektträger zu berichten.

Land / Region / Institution Tschad
Nummer 63377
Schwerpunkt Friedensentwicklung und Krisenprävention
Sektor 15220 - Zivile Friedensentwicklung, Krisenpräv. u. Kon
USV-Kategorie B
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber Eigenbeitrag d. Landes/Own contribution of country
Deutscher Finanzierungsbeitrag 15 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner CATHOLIC RELIEF SERVICES
Zuständige Abteilung Nordafrika und Sahel

Kontakt

Transparenz

Sollten noch Fragen offen gebieben sein, stehen wir gerne zur Verfügung: