Solarenergieprogramm I - Solar 4 Kosovo I (100 MW Photovoltaik Anlage)

Der kosovarische Energiesektor ist durch hohe Treibhausgasemissionen gekennzeichnet, die aus dem steigenden Energiebedarf und der ineffizienten Nutzung meist stark veralteter und fossiler Erzeugungskapazitäten resultieren. Die Diversifizierung der Energieträger ist in Kosovo gering. Die Elektrizitätserzeugung entfällt im Wesentlichen auf Kohlestrom (94 %), der in den zwei veralteten Kraftwerken Kosovo A und B erzeugt wird. Der Energiesektor verursacht etwa 75 % der gesamten Treibhausgasemissionen in Kosovo. Die nationale Energiestrategie 2022-2031 des Kosovo sieht eine Dekarbonisierung des Energiesektors bis zum Jahr 2050 vor. Hierzu zählt u. a. die Errichtung von neuen Wind- und Solarkapazitäten und dadurch Deckung von 35 % der Stromnachfrage durch erneuerbare Energien bis zum Jahr 2031.

Das Vorhaben umfasst den Bau einer Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von 100 MW. Das Modulziel ist eine signifikante Treibhausgasminderungen im Energiesektor durch Ausbau erneuerbarer Energien. Projektträger des Vorhabens ist der staatliche Energieerzeuger Kosovo Energy Corporation (KEK). Die Zielgruppe des Vorhabens bilden alle Bewohner im Kosovo, die an das Stromversorgungsnetz angeschlossen sind.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Vorhaben wurde gemäß der KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B" (moderates Risiko) eingestuft und könnte somit potenzielle negative Auswirkungen und Risiken auf Umwelt- und soziale Belange haben, die in der Regel reversibel und lokal begrenzt sind und mit Gegenmaßnahmen nach dem Stand der Technik bzw. mit Standardlösungen abgemildert bzw. gemindert werden können. Im Rahmen des Vorhabens wurde eine vollständige Umwelt- und Sozialverträglichkeitsanalyse (Environmental and Social Impact Assessment (ESIA) samt Environmental and Social Management Plan (ESMP) nach internationalen Standards erstellt. Auf kosovarischer Seite muss durch den Träger, KEK, ein Environmental Impact Assessment (EIA) erfolgen, wie es die nationale Gesetzgebung zur Genehmigung verlangt. Zu den typischen potenziellen Umweltauswirkungen, die mit den Phasen vor, während, nach der Bauphase sowie während des Betriebs und der Stilllegung des Vorhabens verbunden sind und während dieser Phasen erwartet werden, gehören: Beseitigung von Land und Vegetation auf dem Projektstandort und den Zufahrtswegen, eine erhöhte vorübergehende Lärmerzeugung und Luftemissionen, eine vorübergehende Verschlechterung der Luft- und Wasserqualität, potenzielle Verschmutzung und Abfallerzeugung, ein erhöhter Wasserverbrauch und auch die Erzeugung von elektrischem und elektronischem Abfall. Bezüglich der erwarteten sozialen Auswirkungen wird bei einem kleinen Teil der Projektfläche ein permanenter Landerwerb erforderlich, da diese dem Träger nicht vollständig gehört. Risiken für die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung und am Arbeitsplatz, ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, visuelle Beeinträchtigungen und vorübergehende Zugangsbeschränkungen sind ebenfalls zu erwarten. Obwohl diese negativen Auswirkungen zeitlich begrenzt und reversibel sind, müssen entsprechende Maßnahmen unternommen werden, diese abzumildern. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt durch den projektspezifischen Environmental and Social Management Plan (ESMP) der, u. a. auch einen Land Acquisition and Compensation Plan (LACP) sowie andere, durch den Träger initiierte Maßnahmenpakete vervollständigt wird. Aufgrund des Rehabilitierungscharakters der ehemaligen Aschedeponie wird der ESMP geeignete Monitoring-Maßnahmen enthalten. Der ESMP wird stetig an das Vorhaben angepasst und geht ebenso auf außergewöhnliche Ereignisse während der Projektdurchführung ein. Er wird auch Maßnahmen zur Berücksichtigung der Interessen der Beteiligten (Stakeholder Engagement Plan - SEP) sowie einen Beschwerdemechanismus für die vom Vorhaben betroffenen Arbeitnehmer und Menschen umfassen. Die Verantwortung der Implementierung dieser Maßnahmen während der Implementierung des Vorhabens obliegt dem Projektträger KEK sowie den beauftragten Bauunternehmen.

Land / Region / Institution Kosovo
Nummer 46998
Schwerpunkt Energie
Sektor 23230 - Solarenergie für Verbundnetze
USV-Kategorie B
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber European Commission (EC), European Investment Bank (EIB), Eigenbeitrag d. Landes/Own contribution of country
Deutscher Finanzierungsbeitrag 29 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner KOSOVO ENERGY CORPORATION J.S.C. (KEK)
Zuständige Abteilung Europa und Kaukasus

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