Solar-Hydro-Hybrid Kraftwerk Nangbéto
Die Region Westafrika ist mit erheblichen Herausforderungen im Energiesektor konfrontiert, darunter niedrige Elektrifizierungsraten und unzureichende Erzeugungskapazitäten, die lediglich etwa die Hälfte der bestehenden Nachfrage bedienen können. Dies stellt ein wesentliches Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung der Region dar.
Ziel ist es, einen Beitrag zu einer verlässlichen, kostengünstigen und umweltfreundlichen Energieerzeugung in Togo und Benin zu leisten. Das Vorhaben gliedert sich in das EZ-Programm "Förderung eines klimafreundlichen Stromverbundes in Westafrika" ein und wird mit dem bi-nationalen Energieversorger CEB umgesetzt. In diesem Rahmen soll der Bau einer Solaranlage mit einer Produktionskapazität von 20 MW erfolgen, welche die bestehende Kapazität des Wasserkraftwerks in Nangbéto, Togo ergänzt.
Durch das Hybridkonzept aus Solar- und Wasserkraft wird ein wesentlicher Beitrag zur Stabilisierung und ökonomischen Optimierung der Stromversorgung geleistet. Die Anzahl von Stromausfällen wird verringert und somit besonders die operative Handlungsfähigkeit von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, wie Krankenhäuser und Schulen, gewährleistet. Langfristig sollen die Stromkonsumenten in Togo und Benin durch die günstigeren Erzeugungskosten von Erneuerbaren Energien auch von günstigeren Stromtarifen profitieren.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Vorhaben wurde gemäß KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B+" eingeordnet und kann vereinzelt erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt und die sozialen Bedingungen haben. Negative Umweltauswirkungen können z. B. durch Beeinträchtigung der Biodiversität bei der Einrichtung der ca. 20 ha großen terrestrischen Solar-PV-Anlage auftreten. Weitere Umweltrisiken bestehen durch Baustellenabfälle sowie durch große Mengen an Elektronikschrott am Ende des Produktlebenszyklus der Solarpaneele und anderer Anlagenteile. Bei der Rehabilitierung des Wasserkraftwerks sowie beim Bau der Solar-PV-Anlage sind die für Baustellen üblichen Arbeitssicherheitsrisiken zu erwarten, z. B. durch den Einsatz schwerer Maschinen, das Arbeiten mit stromführenden Kabeln und Anlagen sowie - bei der Floating-PV-Anlage - das Arbeiten auf dem Wasser. Bei der Sanierung des asbestbelasteten Arbeitercamps neben dem Wasserkraftwerk sind gesundheitliche Beeinträchtigungen der Arbeiter und der Bevölkerung beim Abriss bzw. beim weiteren Umgang mit dem asbesthaltigen Material zu vermeiden. Die Umwelt- und Sozialrisiken wurden im Rahmen einer Scopingstudie bereits identifiziert und werden im Rahmen einer Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudie (Etude dImpact Environnemental et Social - EIES) im Detail analysiert. Dabei wird darauf geachtet, dass neben der nationalen Gesetzgebung auch internationale Standards berücksichtigt werden. Die EIES enthält auch einen detaillierten Plan zum Management der Umwelt- und Sozialrisiken. Der Projektträger stellt - mit Unterstützung durch einen Durchführungsconsultant - sicher, dass die Anforderungen zum Management der Umwelt- und Sozialrisiken in die Ausschreibungsdokumente und Verträge für Lieferungen und Leistungen einfließen und standortangepasst umgesetzt werden. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Information und Beteiligung wichtiger Stakeholder sowie die Etablierung eines Beschwerdemechanismus.
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