Skalierung nachhaltiger Lieferketten in Amazonien
Das Vorhaben trägt maßgeblich zum Schutz globaler Güter, insbesondere in Bezug auf Klima und Biodiversität bei und liegt damit auch im deutschen Interesse. Es verbessert den Marktzugang nachhaltiger und mit dem Schutz des Amazonasregenwald in Einklang stehender Produktion.Es zielt auf die Skalierung nachhaltiger Lieferketten bzw. die Förderung von Bioökonomie in Brasilien, v.a. im Amazonasgebiet ab und trägt dadurch dazu bei, eine nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region mit dem Schutz von Biodiversität, natürlicher Ressourcen, Umwelt und Klima in Einklang zu bringen. Der Fokus liegt auf der Unterstützung familiärer landwirtschaftlicher Erzeuger, die oftmals einen unzureichenden Zugang zu Finanzierung haben.
Mit einem zinsverbilligten FZ-Darlehen über 50 Mio. Euro sollen förderfähigen Wertschöpfungsketten im Rahmen der Bioökonomiestrategie der Banco do Brasil (BB) aus ausgewählten Kreditlinien refinanziert werden. Mit einem Zuschuss über 4,5 Mio. Euro sollen mithilfe eines Garantieinstrumentes zusätzlich Risiken der Kreditvergabe an kleinbäuerliche Erzeuger abgesichert werden, um deren finanzielle Inklusion zu verbessern. Über den Zuschuss sollen weiterhin die Outreach-Aktivitäten der BB zur Förderung nachhaltiger Wertschöpfungsketten in Amazonien und anderen brasilianischen Biomen gestärkt werden.
Das Vorhaben fördert die wirtschaftliche Resilienz und soziale Inklusion im ländlichen Raum Brasiliens, sichert den Lebensunterhalt von Kleinproduzenten und schafft umweltfreundliche Entwicklungsmöglichkeiten. Damit unterstützt das Vorhaben Agenda 2030, insbesondere SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz), SDG 15 (Leben an Land), SDG 12 (Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster) und SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum).
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Die Finanzierung von Wiederaufforstung, Agroforstwirtschaft und nachhaltigen Anbaukulturen birgt moderate Umwelt- und Sozialrisiken (z.B. Umweltverschmutzung, Arbeitsbedingungen, Gesundheit der Gemeinschaft) bei kleinen und mittleren Betrieben. Im aktuellen Länder-Kontext sind jedoch durch Abholzung und potenzielle Landkonflikte erhebliche Risiken gegeben. Das Projekt konzentriert sich hauptsächlich auf Kleinbauern (~70 % der Mittel), maximal 30 % der Mittel sind für mittlere Betriebe vorgesehen. Das FI-Projekt wurde als FI-B+ (erhebliche Risiken) eingestuft. Im Environmental and Social Due Diligence (ESDD) wurden zwei Hauptdefizite festgestellt: Das Umwelt- und Sozialmanagementsystem von Banco do Brasil basiert auf nationalem Recht anstelle internationaler Standards und ist teilweise von Umsetzungsdefiziten auf nationaler Ebene abhängig, z.B. beim Landregister CAR oder begrenzter Kapazität zur Erkennung von Abholzungen. Derzeit erfolgt eine detaillierte Bewertung des Systems gemäß IFC Performance Standards. Die Ergebnisse werden genutzt, um weitere Ausschlüsse und Verbesserungen vorzunehmen. Ein Environmental and Social Commitment Plan (ESCP) zur Schließung der Lücken wurde mit Banco do Brasil vereinbart.
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