Schutz und Wiederherstellung von Wäldern
Im ländlichen Raum der ivorischen Region Gôh wurden in den vergangenen Jahrzehnten rund 95 Prozent der natürlichen Wälder in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt. Im Rahmen des Projekts "Protection et Restauration des Forêts (PRF‑Gôh)" sollen daher abgeholzte Flächen durch Agroforstsysteme und Wiederaufforstung wiederbewaldet werden. Das Projekt fördert somit den Aufbau nachhaltiger Wald- und Agroforstflächen und stärkt infolgedessen die Einkommen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Es trägt außerdem dazu bei, Waldökosysteme zu erhalten, den Klimaschutz voranzubringen und die Lebensgrundlagen der ländlichen Bevölkerung zu sichern. Dazu werden Beratungsangebote für Agroforstwirtschaft und Wiederaufforstung aufgebaut, finanzielle Unterstützung für Baumpflanzungen und Waldschutz geleistet sowie die ländlichen Landrechte gesichert. Umgesetzt wird das Projekt durch das Ministerium für Wasser und Wälder (MINEF) mit einer Projektkoordinierungsstelle, der Landbehörde AFOR sowie weiteren relevanten Dienstleistern. Zielgruppe sind bäuerliche Haushalte, insbesondere Frauen, Kooperativen und lokale Gemeinschaften.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Vorhaben wurde gemäß KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B+" eingeordnet und kann vereinzelt erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt und die sozialen Bedingungen haben. Negative Umweltauswirkungen können z. B. durch Beeinträchtigung der Biodiversität eintreten, wenn noch naturnahe Wälder sowie andere artenreiche Biotope durch monotone Aufforstungsflächen ersetzt würden. Soziale Risiken bestehen u. a. bei der Vergabe von Landrechtszertifikaten, da dabei bestimmte Bevölkerungsgruppen in ihren Lebensgrundlagen beeinträchtigt werden können, z. B. wenn sie ihr Landnutzungsrecht verlieren oder der Zugang zu Land erschwert/verteuert wird. Außerdem besteht bei der Vergabe von Landrechtszertifikaten die Gefahr, dass vulnerable Bevölkerungsgruppen (z. B. zugezogene Landnutzer ohne eigenen Landbesitz oder Frauen) übervorteilt werden und ungerechte Besitzverhältnisse langfristig festgeschrieben werden. Die Umwelt- und Sozialrisiken wurden im Rahmen einer Scopingstudie bereits identifiziert und werden im Rahmen weiterer Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudien (Etudes dImpact Environnemental et Social - EIES) im Detail analysiert. Dabei wird darauf geachtet, dass neben der nationalen Gesetzgebung auch internationale Standards berücksichtigt werden. Die EIES enthalten auch jeweils einen detaillierten Plan zum Management der Umwelt- und Sozialrisiken. Der Projektträger stellt - mit Unterstützung durch einen Durchführungsconsultant - sicher, dass die Anforderungen zum Management der Umwelt- und Sozialrisiken in die Ausschreibungsdokumente und Verträge für Lieferungen und Leistungen einfließen und standortangepasst umgesetzt werden. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Information und Beteiligung wichtiger Stakeholder sowie die Etablierung eines Beschwerdemechanismus.
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