Schutz des Managua-Sees entlang des Südufers

Ziel des Moduls der Finanziellen Zusammenarbeit ist eine ökonomisch effiziente und umweltgerechte Wasser- und Sanitärversorgung in ausgewählten Kommunen Nicaraguas (Managua, Ciudad Sandino, Tipitapa) zum Schutz des Managua-Sees. Ziel der Maßnahmen ist auch eine Effizienzsteigerung des Systems zur Reduzierung der hohen Wasserverluste, um die im Zuge des Klimawandels knapper werdenden Wasserressourcen zu schonen.

Direkte Zielgruppe ist die derzeitige und zukünftige Bevölkerung im Programmgebiet, die unmittelbar von den Maßnahmen zur Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung profitiert (Planungshorizont 2033). Dabei handelt es sich um ca. 112.000 Personen deren Lebensbedingungen sich durch eine verlässliche und hygienisch einwandfreie Trinkwasserversorgung verbessern bzw. 666.000 Personen, die von den positiven Umwelt- und Gesundheitswirkungen einer ressourcenschonenden und siedlungshygienisch unbedenklichen Abwasserentsorgung und -behandlung profitieren.

Darlehensnehmer ist die Republik Nicaragua, vertreten durch das Finanzministerium. Programmträger auf nationaler Ebene ist das nicaraguanische Wasserversorgungsunternehmen ENACAL (Empresa Nicaragüense de Acueductos y Alcantarillados Sanitarios).

Die Gesamtkosten des Vorhabens wurden auf 185,6 Mio. USD (156 Mio. EUR) geschätzt. Finanziert werden sollen die Kosten aus bilateralen FZ-Mitteln (FZ-Darlehen i.H.v. 18 Mio. EUR), regionalen Mitteln an BCIE (FZ-Entwicklungskredit i.H.v. 106,2 Mio. USD entspricht 90 Mio. EUR in USD-Gegenwert), Eigenmitteln der nicaraguanischen Regierung (10 Mio. USD) und ENACAL (2,8 Mio. USD) sowie mit einem weiteren Darlehen von BCIE mit eigenen Darlehensmitteln (44,3 Mio. USD).

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Programm zielt auf die Verbesserung der Abwasserreinigung und Wasserversorgung in drei Gemeinden am Südufer des Managua-Sees ab, wodurch positive ökologische und soziale Wirkungen erzeugt werden. Dennoch können nach derzeitigem Kenntnisstand signifikante negative Auswirkungen und Risiken auf Ökosysteme, lokale Gemeinden und Arbeiter während des Baus und Betriebs der geplanten Programmkomponenten noch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Viele der potenziellen Umwelt- und Sozialrisiken und -Auswirkungen des Programms, wie z. B. Arbeitssicherheit oder Ressourceneffizienz, können mit technischen Standardlösungen kontrolliert werden, andere verbleibende Risikogebiete müssen in der weiteren Projektvorbereitung und -umsetzung noch tiefer analysiert und entsprechende Managementpläne zu deren Steuerung entwickelt werden. Potenziell erhebliche U&S-Risiken, die während des Prüfungsprozesses identifiziert wurden, liegen im Bereich (1) der Risiken für die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter und umliegenden Gemeinden aufgrund der z.T. großen und zahlreichen Baustelle; (2) Risiken für die biologische Vielfalt, da ein Projekt in der Pufferzone eines Schutzgebietes liegt; (3) mögliche Auswirkungen auf die Lebensumstände der betroffenen Gemeinden aufgrund ökonomischer Einschränkungen während des Baus und der Rehabilitation der innerstädtischen Kanalisation; (4) mögliche Geruchsbelästigung der Nachbargemeinden während des Betriebs der Kläranlagen. Aufgrund dieser möglichen Auswirkungen wird das Programm in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie B+ eingestuft. Es wurde mit dem Träger im Rahmen der vertieften Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung der KfW ein Environmental and Social Commitment Plan vereinbart. Dieser definiert, dass die umfassenden vorliegenden Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudien und Managementpläne um die fehlenden Studien und Themen ergänzt werden, um so eine Implementierung des Programmes zu erreichen, welche nationalen Vorschriften und internationalen Standards gemäß der Nachhaltigkeitsrichtlinie der KfW Entwicklungsbank gerecht wird und mögliche Auswirkungen auf ein akzeptables Niveau reduziert.

Land / Region / Institution Nicaragua
Nummer 36734
Schwerpunkt Wasser und Abfall
Sektor 14020 - Wasser-, Sanitärver. und Abwassermanagement
USV-Kategorie B+
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber Central American Bank für Economic Integration, Eigenbeitrag d. Landes/Own contribution of country
Deutscher Finanzierungsbeitrag 18 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner EMPRESA NICARAGUENSE DE ACUEDUCTOS Y ALCANTARILLADOS
Zuständige Abteilung Lateinamerika und Karibik

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