Sahel Fazilität II

Die Stiftung Sahel Fazilität (ehemals "G5 Sahel Fazilität") hat sich als effizientes Instrument etabliert, das flexibel und bedarfsgerecht im Kontext von Konflikt und Fragilität in den Sahel-Ländern, insbesondere Mauretanien, Mali, Niger, Burkina Faso und Tschad agieren kann. Die Anschlussfinanzierung (Sahel Fazilität II) baut auf den erprobten Prozessen und dem besonders erfolgreichen Dialogprozess der Stiftung auf, legt allerdings verstärkt den Fokus auf die Zusammenarbeit mit nationalen Nichtregierungsorganisationen (NRO), um die lokale Zivilgesellschaft besser und nachhaltiger zu stärken. Mit einem neuen Konzept zum Kapazitätsaufbau werden nationale NRO in die Lage versetzt FZ-Vorhaben, insbesondere Infrastrukturmaßnahmen, entweder eigenständig oder gemeinsam mit geeigneten anderen nationalen NRO-Partnern umsetzen können.

Ziel der Fazilität ist es, einen Beitrag zur Friedensförderung, Konfliktprävention und Entwicklung in fragilen Regionen innerhalb der Sahel-Länder zu leisten (Programmziel). Die Fazilität ist ähnlich einer offenen Programmstruktur konzipiert, das heißt, Interventionsregionen und Einzelmaßnahmen werden erst im Zuge der Durchführung ausgewählt. Um mittel- bis langfristig orientierte Wirkungen zu erzielen, sind Interventionen unter anderem entlang folgender Themenkomplexe vorgesehen: 1) Verbesserung von Livelihoods und Beschäftigungsmöglichkeiten; 2) Verbesserung des Zugangs zu sozialer und wirtschaftlicher Infrastruktur sowie natürlichen Ressourcen; und 3) Stärkung der sozialen Kohäsion. Die Auswahl der Interventionsregionen und Implementierungspartnern erfolgt durch ein Steuerungsgremium relevanter, in der Region verankerter Akteure. Die Maßnahmenpakete in den einzelnen Interventionsregionen beinhalten i.d.R.: 1) Soziale Kohäsion, Dialogförderung sowie partizipative Entwicklungsplanung; 2) Investitionen in katalytische Infrastruktur zur Förderung von sozialer Kohäsion und Entwicklung.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Programm "Sahel Fazilität" befindet sich in seiner zweiten Phase. Es zielt darauf ab, Unterprojekte zu finanzieren, die von nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen (NROs) als Implementierungspartner (PMO) durchgeführt werden. Die Maßnahmen der Unterprojekte können unter anderem Bauprojekte, die Entwicklung bestimmter Wertschöpfungsketten, die Diversifizierung der Einkommensmöglichkeiten oder den Ausbau von Infrastrukturen im Bereich Wasser, Gesundheit oder Bildung umfassen. Zu den finanzierten Sektoren gehören somit Energie, Landwirtschaft oder Viehzucht sowie natürliche Ressourcen und Wälder. Die Unterprojekte der Phase II werden hauptsächlich der Kategorie C (minimale oder keine negative Auswirkung), Kategorie B (einige standortspezifische und reversible negative Auswirkungen) oder in begrenzten Fällen Kategorie B+ (höheres Risiko als B, aber nicht so gravierend wie A) zugeordnet. Unterprojekte, deren Auswirkungen nicht angemessen und angemessen gemanagt werden können, werden von der Finanzierung durch die Fazilität ausgeschlossen. Trotz der offenen Programmstruktur wird erwartet, dass die Unterprojekte nur potenzielle negative Auswirkungen oder Risiken aufweisen, die in der Regel auf den Projektstandort beschränkt sind und durch moderne Gegenmaßnahmen oder Standardlösungen gemindert werden können. Um die Risiken des geplanten Portfolios angemessen zu steuern, hat die "Sahel Fazilität" ein Umwelt- und Sozialmanagementsystem (USMS) entwickelt, das 2022 von der KfW genehmigt wurde. Die Umsetzung des USMS auf die Fazilität- und Unterprojektebene wurde jedoch bisher noch nicht bewertet. Werden Lücken festgestellt, werden Korrekturmaßnahmen ergriffen, um die fortlaufende Einhaltung der Umwelt- und Sozialanforderungen der KfW sicherzustellen. Das Programm "Sahel Fazilität" wurde daher in die Kategorie FI/B+ eingestuft. Das USMS zielt darauf ab, die Einhaltung nationaler Vorschriften sicherzustellen und sich an den geltenden internationalen Umwelt- und Sozialstandards gemäß der KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie (2024) auszurichten. Das USMS definiert Entscheidungsprozesse, beschreibt Rollen, Verantwortlichkeiten und Schulungsbedarfe des Personals im Rahmen des Umwelt- und Sozialmanagements und legt die Dokumentations- und Überwachungsanforderungen für die Umsetzungspartner fest. Darüber hinaus bietet die USMS-Leitlinien zur Bewertung und Kategorisierung einzelner Unterprojekte basierend auf deren Umwelt- und Sozialrisiken, zur Durchführung der Umwelt- und Sozial-Due Diligence (ESDD), zur Überwachung der Umwelt- und Sozialleistung der Umsetzungspartner sowie zur Nachverfolgung von Umwelt- und Sozialmanagementaktivitäten auf Ebene der Zielgemeinschaften.

Land / Region / Institution Afrika NA
Nummer 48581
Schwerpunkt Friedensentwicklung und Krisenprävention
Sektor 15220 - Zivile Friedensentwicklung, Krisenpräv. u. Kon
USV-Kategorie FI/B+
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber -
Deutscher Finanzierungsbeitrag 25 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner STIFTUNG SAHEL FAZILITAET
Zuständige Abteilung Nordafrika und Sahel

Kontakt

Transparenz

Sollten noch Fragen offen gebieben sein, stehen wir gerne zur Verfügung: