Resilienzstärkung der Rohingya und aufnehmenden Gemeinden in Cox's Bazar
Nach Gewaltausbrüchen in 2017 in Myanmar flohen Rohingya ins benachbarte Bangladesch, wo nach aktuellem Stand über 1 Millionen Geflüchtete in 33 überfüllten Camps im verarmten und gegen Naturkatastrophen ungesicherten Bezirk Cox's Bazar leben. Aufgrund der restriktiven Flüchtlingspolitik Bangladeschs sind diese Geflüchteten vollständig von internationalen Hilfen abhängig.
Modulziel des multisektoralen Resilienz-Vorhabens ist es daher, dass Rohingya-Geflüchtete und vulnerable Menschen in den aufnehmenden Gemeinden von Cox's Bazar einen verbesserten Zugang zu qualitativ hochwertigen Bildungsinfrastrukturen und -angeboten, WASH-Dienstleistungen sowie Kinderschutzangeboten haben und diese nutzen. Dazu sollen bedarfsgerecht Maßnahmen im Bereich WASH (z.B. Bau von Wassernetzwerken), Bildung (z.B. Betrieb von Lernzentren) und Kinderschutz (Schaffung einer Sozialberatung) finanziert werden. Im achten Jahr der Umsetzung der Rohingya Krise soll, vor dem Hintergrund rückläufiger Geberfinanzierung, ein besonderer Fokus daraufgelegt werden, die Verantwortung der Rohingya Gemeinschaften und der lokalen Regierung zu stärken (Zielgruppe) und damit die Abhängigkeit von internationaler Hilfe zu reduzieren. Das Vorhaben trägt dazu bei, die Resilienz von Rohingya-Geflüchteten und vulnerablen Mitglieder der aufnehmenden Gemeinden in Cox's Bazar gegenüber Krisen und Schocks, insbesondere solchen, die durch den Rückgang der internationalen Hilfe verursacht werden, zu stärken (Programmziel). Das Vorhaben wird über UNICEF mit einer Laufzeit von drei Jahren umgesetzt (Empfänger und Träger). Die KWI/ÜH des BMZ stellt zur Finanzierung des Vorhabens rd. 10 Mio. EUR bereit.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Projekt zielt darauf ab, Rohingya-Flüchtlinge sowie Mitglieder aus den Aufnahme Gemeinden des Distriktes Cox's Bazar in Bangladesch zu unterstützen. In der kommenden Phase liegt der Schwerpunkt auf den Bereichen Bildung, Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung (WASH) sowie Kinderschutz. Das Projekt wird gemäß der KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie als Kategorie B mit moderaten Umwelt- und Sozialrisiken eingestuft. Diese Risiken ergeben sich insbesondere aus der Instandhaltung und Sanierung der Projektinfrastruktur sowie aus möglichen Vorfällen von sexueller Ausbeutung, Missbrauch oder Belästigung (SEA/H) und geschlechtsspezifischer Gewalt (GBV). Mindestens müssen die Schutzmaßnahmen und Anforderungen gemäß den Sozial- und Umweltstandards von UNICEF sowie den Standardarbeitsanweisungen im Rahmen der Partnerschaft zwischen UNICEF und der KfW eingehalten werden. Weitere internationale Standards, wie sie von der KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie gefordert werden, sind ebenfalls anzuwenden. Dazu gehören unter anderem ein umfassender Prozess zur Einbindung der Interessengruppen und ein wirksames Beschwerdemanagement. Für das Projekt wurde ein spezifischer Umwelt- und Sozialmanagementrahmen (ESMF) entwickelt, der durch verschiedene Instrumente wie maßgeschneiderte Umwelt- und Sozialmanagementpläne (ESMPs) und ein Beschwerdemechanismus ergänzt wird. Der ESMF berücksichtigt zudem bereits bestehende technische Leitlinien und Verfahren, die für die Rohingya-Flüchtlingshilfe entwickelt wurden. Es wird erwartet, dass die Schutzinstrumente und deren Umsetzung regelmäßig überprüft und bei Bedarf aktualisiert werden, um ihre Wirksamkeit und Relevanz sicherzustellen.
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