Rehabilitierung von Berufsschulen II

Die ägyptische Wirtschaft leidet unter einem Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften. Zugleich gibt es eine sehr hohe Anzahl arbeitssuchender Jugendlicher. Durch das hohe Bevölkerungswachstum strömen jährlich etwa 850.000 Jugendliche auf den Arbeitsmarkt, welche meist keine formale Anstellung finden. Zentrale Ursache dieses Missverhältnisses ist die unzureichende Berufsausbildung an staatlichen Schulen. Die Absolventen verfügen nicht über die im Privatsektor benötigten Fähigkeiten und werden so nicht in ihrem Qualifizierungsbereich eingestellt. Die ägyptische Regierung hat die Notwendigkeit einer umfassenden Transformation im Berufsbildungssektor erkannt und die Reform "Technical Education 2.0" eingeleitet.

Das Vorhaben fokussiert auf eine adäquate und praxisnahe Fortbildung von Lehrkräften aus staatlichen Berufsbildungsschulen gemäß den neuen Qualitätsvorgaben der ägyptischen Bildungsreform und nach internationalen Standards. Ziel ist es, Qualität, Relevanz und Attraktivität der Berufsbildung zu erhöhen und die institutionellen und personellen Voraussetzungen für ein nachhaltiges und beschäftigungswirksames Wirtschaftswachstum in Ägypten zu stärken.

Eng verzahnt mit den Vorhaben TVET I und FCTI I-III, die die Errichtung moderner Kompetenzzentren (CoCs) und die Modernisierung Technischer Sekundarschulen (TSS) fördern, soll die neue Vocational Education Teachers Academy (TVETA) praktisch-technische Fortbildungen für Lehrkräfte in diesen CoCs und TSS sowie weiteren Kooperationsschulen durchführen. Zudem werden der TVETA-Hauptsitz und 5 Zweigstellen für pädagogische Fortbildungen modernisiert. Das Design der Trainingseinrichtungen wird sich an modernen didaktischen Standards für die duale Berufsausbildung orientieren. Anreize für neue Kooperationsschulen und die Entsendung von Lehrkräften werden geschaffen. Mittelempfänger und Projektträger ist die Arabische Republik Ägypten, jeweils vertreten durch die Ägyptische Zentralbank und das Bildungsministerium.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Vorhaben wird in die Kategorie "B" der Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung eingestuft. Mit der Durchführung der Maßnahmen sind nur in sehr geringem Maß negative Umweltwirkungen durch die baulichen Erweiterungen innerhalb der Grundstücksgrenzen und den Betrieb der Berufsschulen zu erwarten. Baumaßnahmen werden nicht in der Nähe des Nil-Ufers oder in der Nähe von archäologischen Gebieten stattfinden und es sind keine Beeinträchtigungen von schützenswerten Kulturgütern zu erwarten. Die Baumaßnahmen finden ohne zusätzlichen Landerwerb statt. Die potenziell zu erwartenden Risiken sind überschaubar, zeitlich und auf den Standort des Vorhabens begrenzt sowie reversibel und fokussieren sich auf die Bereiche Arbeitssicherheit, Arbeitsbedingungen. technischer Umweltschutz während des Baustellenbetriebs (insb. Abfallmanagement, ggf. auch Wassermanagement), Beeinträchtigungen der Bevölkerung durch die Baumaßnahmen (u.a. wegen Gefahrstoffen) sowie Sicherheit und Gesundheitsschutz an Schulen. Die Gegenmaßnahmen sind mit Standardlösungen, wie sie in den jeweiligen Umwelt- und Sozialmanagementplänen der jeweiligen aufgeführt werden, implementierbar. Alle vom Vorhaben betroffenen Personen werden im Rahmen des Stakeholder Engagement Prozesses mit einbezogen und sowohl den Arbeitern, als auch betroffenen Personen wie Schülern, Lehrern und umliegenden Anwohnern steht ein projektspezifischer Beschwerdemechanismus zur Verfügung, an den sie sich (auch anonym) wenden können.

Land / Region / Institution Ägypten
Nummer 38208
Schwerpunkt Wirtschaft und Finanzsektor
Sektor 11330 - Berufliche Bildung
USV-Kategorie B
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber Eigenbeitrag d. Landes/Own contribution of country
Deutscher Finanzierungsbeitrag 12,5 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner MINISTRY OF EDUCATION AND TECHNICAL EDUCATION
Zuständige Abteilung Nahost, Afghanistan und Pakistan

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