Regionales Referenzlabor und Labor-Netzwerk in der EAC zur Bekämpfung von übertragbaren Erkrankungen II

Zur Entfaltung des Entwicklungspotentials der Ostafrikanischen Gemeinschaft (East African Community, EAC) sind der Schutz und die Verbesserung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung von großer Bedeutung. Ein besonderes Mandat sieht die EAC darin, seine Mitgliedsländer in den Belangen der öffentlichen Gesundheitsversorgung zu unterstützen, die von grenzüberschreitender Bedeutung ist. Dazu gehören insbesondere Ausbrüche von übertragbaren Erkrankungen, die sich zu Epidemien und Pandemien weiter entwickeln können. Wie die Ebola-Epidemie in Westafrika gezeigt hat, ist eine schnelle und sichere Diagnostik unverzichtbarer Teil eines Systems zur Prävention und Bekämpfung dieser regionalen und globalen Gesundheitskrisen.

Das Vorhaben zielt darauf ab, in den EAC Partnerländern Kapazitäten aufzubauen, um schnell und zuverlässig vor Ort Erkrankungen, die zu Epidemien führen können, diagnostizieren und unverzüglich effektive Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Dazu wird bereits in der ersten Phase ein Netzwerk nationaler Referenzlabore mit mobilen Laboreinheiten etabliert, die bei Verdachtsfällen von entsprechenden Erkrankungen mittels modernster Technologie und unter Wahrung der erforderlichen Sicherheitsstandards schnelle und effektive Diagnostik leisten können. Mit zusätzlichen container-basierten mobilen Laboreinheiten sollen in Phase II zudem antimikrobielle Resistenztestung (AMR - Antimicrobial Resistence) vorgenommen werden. Die frühzeitige Erkennung von Resistenzentwicklungen mittels laborbasierter Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) wird damit ein wesentlicher Bestandteil zur Umsetzung nationaler und regionaler AMR-Strategien werden.

Die Beschaffung der Labore wird flankiert durch ein komplementäres investitionsbezogenes Trainingsprogramm zum nachhaltigen Einsatz und Betrieb dieser mobilen Labore sowie generell zur Aus- und Weiterbildung von Laborpersonal. Als Durchführungspartner ist dabei das Bernhard-Nocht Institut für Tropenmedizin (BNITM) aufgrund seiner praktischen Erfahrung in diesem Bereich von zentraler Bedeutung. Das BNITM soll darüber hinaus das für den Betrieb der mobilen Labore essentielle Training anbieten und die EAC als Träger des Vorhabens bei der Gesamtkoordination des Vorhabens und der Etablierung erforderlicher Qualitätssicherungsprozesse unterstützen.

Das FZ-Vorhaben ergänzt dabei in sinnvoller Weise ein in Durchführung befindliches Vorhaben der Weltbank mit innovativer Technologie der mobilen Labore und profitiert von bereits geschaffenen Strukturen und Kapazitäten. Ebenso ergeben sich Synergien mit einem geplanten TZ-Vorhaben zur Unterstützung des EAC Sekretariats zur Etablierung des "One Health Ansatzes" und geeigneter Kommunikationsstrategie zur Pandemie-Vorsorge.

Die Gesamtkosten zur Umsetzung der zweiten Phase belaufen sich auf 14,5 Mio. EUR. Die FZ-Zuschussmittel betragen 13,0 Mio. EUR, von den EAC-Mitgliedsstaaten wird ein Eigenbeitrag von 1,0 Mio. EUR erwartet und das BNITM wird sich als Durchführungspartner mit 0,5 Mio. EUR Eigenmitteln beteiligen.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Projekt zielt auf die Finanzierung der Erweiterung und Spezialisierung bestehender Laboreinrichtungen ab, einschließlich des Kaufs von Diagnose- und Laborausrüstung sowie möglicher Aufrüstungen der Telekommunikationsinfrastruktur. Darüber hinaus werden im Rahmen des Projekts Schulungs- und Vernetzungsmaßnahmen umgesetzt, um die Fähigkeiten des Laborpersonals zu verbessern. Es wird nicht erwartet, dass das Projekt erhebliche negative Auswirkungen hat, da weder Baumaßnahmen noch der Erwerb von Land vorgesehen sind und keine nachteiligen Effekte auf die Umwelt oder die lokale Bevölkerung erwartet werden. Allerdings ist es aufgrund des Umgangs mit infektiösem Material im Rahmen von Schulungen und Laborbetrieben wichtig, die ordnungsgemäße Entsorgung von Laborabfällen sicherzustellen. Zudem muss der Transport infektiösen Materials zu und zwischen Laboren auf sichere Weise erfolgen. Der Projektträger (PEA) ist für die Umsetzung der entsprechenden Schutzmaßnahmen verantwortlich. Aus diesen Gründen wurde das Projekt als moderat risikobehaftet (Kategorie "B") eingestuft. Im Rahmen des Projekts werden die relevanten Stakeholder konsultiert, um sicherzustellen, dass ihre Rückmeldungen berücksichtigt werden. Außerdem wird durch die Projektträgerinstitution (PEA) ein Beschwerdemechanismus eingerichtet, um sicherzustellen, dass etwaige Anliegen oder Beschwerden angemessen bearbeitet werden.

Land / Region / Institution Ostafrikanische Staatengemeinschaft
Nummer 37482
Schwerpunkt Gesundheit
Sektor 12191 - Medizinische Dienste
USV-Kategorie B
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber -
Deutscher Finanzierungsbeitrag 13 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner EAST AFRICAN COMMUNITY
Zuständige Abteilung West- und Ostafrika

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