Regionale Eisenbahn Surabaya - Umwelt- und klimafreundliche Mobilität
Die Metropolregion Surabaya in der Provinz Ost-Java ist mit rund 10 Millionen Einwohnern der zweitgrößte städtische Ballungsraum Indonesiens. In den letzten zwei Jahrzehnten hat die Region ein bemerkenswertes Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum erlebt. Doch der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs konnte mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten, was zu einem drastischen Anstieg des motorisierten Individualverkehrs geführt hat. In der Folge sind längere und häufigere Staus, eine Verschlechterung der Luftqualität sowie ein signifikanter Anstieg der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen zu verzeichnen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, arbeiten die indonesische Regierung und die Provinz Ost-Java an der Schaffung eines energieeffizienten und integrierten öffentlichen Nahverkehrssystems. Im Zentrum dieses Vorhabens steht der schrittweise Aufbau eines leistungsfähigen S-Bahnnetzes. Die KfW Bank, im Auftrag der deutschen Bundesregierung, unterstützt dieses Vorhaben unter anderem durch einen Kredit für das Infrastrukturprojekt ""Regionale Eisenbahn Surabaya - Umwelt- und klimafreundliche Mobilität"". Dieses Engagement ist Teil der ""Deutsch-Indonesischen Grünen Infrastrukturinitiative"".
Das auf fünf Jahre angelegte Projekt sieht die Errichtung einer S-Bahnverbindung zwischen den urbanen Zentren Surabaya und Sidoarjo vor. Hierfür wird das bestehende Eisenbahnnetz auf einer Strecke von 22 Kilometern zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert, während die Stationen modernisiert werden. Dies ermöglicht eine gemeinsame Nutzung des Schienennetzes für den Fern- und Regionalverkehr. Zudem werden bereits Vorbereitungen für eine zukünftige Erweiterung des S-Bahnnetzes getroffen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Vorhabens ist die Schaffung eines koordinierten Betriebs der neuen S-Bahn mit den bestehenden Bussystemen, um die Nutzerfreundlichkeit des gesamten Verkehrssystems zu gewährleisten.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
In den städtischen Abschnitten des Projekts drängt sich Bebauung an die bestehende Eisenbahnstrecke. Die Gebäude wurde zum Teil vor Jahrzehnten auf Eisenbahnland, nach bisherigem Kenntnistand offenbar überwiegend informell errichtet. Da für die S-Bahn ein zusätzliches, zweites Gleis benötigt wird, muss dafür Platz geschaffen werden. Voraussichtlich muss hierzu eine große Anzahl hauptsächlich zu Wohnzwecken genutzte Gebäude abgerissen werden. Wesentliche negativen Auswirkungen des Projekts entstehen durch die voraussichtlich hohe Zahl an von Umsiedlung Betroffenen und damit verbundene Herausforderungen sozialverträgliche Lösungen zur Umsiedlung zu finden. Daher wurde das Projekt als U&S Risikokategorie A eingeordnet. Für das Projekt wurde eine Umwelt-und Sozialverträglichkeitsuntersuchung durchgeführt und ein Umsiedlungsrahmenwerk erstellt. Das Projekt hat den indonesischen UVP Prozess mit Stakeholderbeteiligung durchlaufen. Es ist Aufgabe der anstehenden Detailtrassierung die Anzahl betroffener Gebäude möglichst gering zu halten. Auf dieser Grundlage wird dann ein detaillierter Umsiedlungsplan erstellt. Im Umweltbereich hat das Vorhaben hingegen voraussichtlich überschaubare Umweltrisiken. Die neuen Gleise verlaufen größtenteils parallel zu bestehenden und Auswirkungen des Fernbahnverkehrs werden durch den hinzukommenden S-Bahnverkehrs vsl. nicht erheblich verstärkt. Ggf. finden sich im Bereich des geplanten Depots Boden- und Grundwasserbelastungen wegen der langjährigen Nutzung des Areals als Abstellanlage und Instandhaltungswerk der Fernbahn. Während der Bauzeit wird es voraussichtlich zu vielfältigen und ggf. länger anhaltenden Beeinträchtigungen des Straßenverkehres um Umfeld des Projekts kommen, da u.a. auch Bauwerke wie Brücken für die zusätzlichen Gleise gebaut werden müssen.
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