Regenerative Energieerzeugung
In Bolivien ist die Stromnachfrage in den letzten Jahren aufgrund des positiven Wirtschaftswachstums und der damit einhergehenden sozialen Entwicklung des Landes stetig angestiegen. Die Stromversorgung beruht jedoch im Wesentlichen auf der direkten Nutzung der heimischen Erdgasressourcen und deren Verfeuerung in thermischen Kraftwerken. Ziel des Vorhabens ist es, mit dem Ausbau von netzgebundenen, erneuerbaren Energien in Bolivien, den Ausstoß von Klimaschadstoffen zu verringern, um so einen wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Das Projekt "Contorno Bajo" ist eine Photovoltaikanlage, die etwa 20 km südwestlich von La Paz errichtet wird und im Rahmen des Programms umgesetzt und finanziert wird. Der nationale Stromversorger ENDE verantwortet die Implementierung. Nach Fertigstellung wird die Anlage über eine installierte Leistung von 40 MW verfügen und jährlich rund 85 GWh sauberen Strom in das nationale Netz einspeisen. Dadurch können die CO2-Emissionen um etwa 35.000 Tonnen pro Jahr reduziert werden.
Die Gesamtkosten des Programms belaufen sich auf 41,3 Millionen Euro, von denen 34 Millionen Euro durch die Finanzielle Zusammenarbeit (FZ) getragen werden. Der bolivianische Partner steuert einen Eigenbeitrag von insgesamt 7,3 Millionen Euro bei.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Vorhaben wurde gemäß der KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B+" (erhebliches Risiko) eingestuft und könnte potenzielle negative Auswirkungen und Risiken auf Umwelt- und soziale Belange haben, die aber in der Regel reversibel und lokal begrenzt sind und mit Gegenmaßnahmen nach dem Stand der Technik bzw. mit Standardlösungen gemindert werden können. Für das Vorhaben wird eine vollständige Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudie (Environmental and Social Impact Assessment - ESIA) erstellt. Typische potenzielle Umweltauswirkungen während der Bau- und Betriebsphase des Vorhabens betreffen die Flächenräumung, temporäre Lärmentwicklung und Verschlechterung der Luftqualität, potenzielle Umweltverschmutzungen und den Anfall von Abfällen, die Nutzung von Wasserressourcen usw. Soziale Auswirkungen umfassen typischerweise temporäre Störungen für Anwohner durch zusätzlichen Verkehr, Lärm, Staub und visuelle Beeinträchtigungen. Da Bauarbeiten stattfinden sind auch Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und Arbeitsbedingungen ein Thema. Die genannten Auswirkungen sind lokal beschränkt und in den meisten Fällen reversibel, erfordern jedoch eine Minderung auf der Grundlage von Standardansätzen und bewährten Verfahren. Diese werden mit Hilfe eines projektspezifischen ESMP umgesetzt und überwacht. Dies beinhaltet auch die Einbeziehung von Interessengruppen und die Einführung eines Beschwerdemechanismus für Arbeiter*innen und andere vom Projekt betroffene Menschen sowie ggf. Vorgaben für die Ausarbeitung und Umsetzung spezifischer ESMPs (z.B. zum Schutz der Biodiversität, Verkehrsmanagement, Abfallmanagement). Durch die Projektaktivitäten werden keine physischen Umsiedlungen verursacht; es ist jedoch noch im Rahmen der ESIA abschließend zu klären, ob dauerhafte Nutzungseinschränkungen für die örtlichen Kleinbauern bestehen, die auf den Projektflächen Landwirtschaft betreiben. Diesem Umstand wird ggf. vor Baubeginn mit der Erstellung eines LRP Rechnung getragen, der entsprechende Minderungs- und Kompensationsmaßnahmen definiert. Da es sich um eine indigene Bevölkerung im Sinne der Weltbankrichtlinie EAS7 handelt sind die entsprechenden Bestimmungen zu beachten (insbesondere FPIC - Free Prior and Informed Consent). Die Verantwortung für die Umsetzung der Maßnahmen während des Baus und Betriebs liegt beim Projektträger und dem/den Bauunternehmen.
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