Programm zur Reduzierung von Wasserverlusten (DKTI)
Das Wasserdargebot in Jordanien ist bereits heute eines der geringsten weltweit und wird in Folge des Klimawandels weiter abnehmen. Das führt dazu, dass beispielsweise über den sogenannten "National Conveyor" in Zukunft 300 Mio. m³ entsalztes Meerwasser energieintensiv von Aqaba nach Amman transportiert werden. Gleichzeitig liegt der Anteil des nicht in Rechnung gestellten Wassers an der ins Netz eingespeisten Menge regional zwischen 32 % und 71 %. Angesichts des hohen Energieverbrauchs des jordanischen Wassersektors und den damit einhergehenden hohen Treibhausgasemissionen ist es umso wichtiger, dass das Trinkwasser nicht versickert, sondern für die Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung steht.
Für das Vorhaben soll ein leistungsabhängiger Vertrag mit einem privatwirtschaftlichen Betreiber abgeschlossen werden. Um administrative und technische Verluste zu reduzieren, sollen u.a. marode Leitungen rehabilitiert, Wasserzähler installiert sowie Hausanschlussleitungen ausgetauscht werden. Der private Betreiber soll die Rechnungsstellung und -eintreibung übernehmen, sowie das Mandat haben, mit der Unterstützung von WAJ und Yarmouk Water Company, illegale Anschlüsse abzutrennen. Nach Durchführung der baulichen Maßnahmen soll der private Betreiber mehrere Jahre Betrieb und Wartung der Trinkwasserinfrastruktur übernehmen.
Das Modulziel ist es, durch die Reduzierung von technischen und administrativen Wasserverlusten im Projektgebiet die Wasserbilanz und finanzielle Situation des Wasserversorgers zu verbessern, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die Klimaresilienz der Bevölkerung zu stärken.
Das Projekt wird in Jordanien im nördlichen Gouvernorat Mafraq im Servicebereich der Mafraq ROU umgesetzt. Die Zielgruppe, die von einer generellen Stabilisierung der Wasserversorgung profitieren soll, sind die Bewohner/-innen im Projektgebiet in Mafraq. Hier wohnen ca. 380.000 Menschen, davon viele syrische Geflüchtete.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Auf der Grundlage der Nachhaltigkeitsrichtlinie der KfW Entwicklungsbank wurde das Projekt in die Risikokategorie B mit moderaten Umwelt- und Sozialrisiken eingestuft. Soziale Risiken ergeben sich aus bisheriger illegaler Wassernutzung. Sobald neue Hausanschlüsse und funktionierende Wasserzähler installiert werden, wird den Verbrauchern ihr tatsächlicher Wasserverbrauch in Rechnung gestellt werden. Es besteht das Risiko, dass sich einige Haushalte einem Zähleraustausch widersetzen. Dem kann durch eine rechtzeitige und gezielte Informationskampagne entgegengewirkt werden, die die Gründe für die Maßnahmen erläutert. Weitere moderate Risiken beziehen sich auf Arbeitssicherheit auf Baustellen und werden durch bewährte Ansätze gemindert. Der bestehende öffentliche Beschwerdemechanismus "At Your Service" wird für dieses Projekt genutzt werden und durch einen Beschwerdemechanismus für Arbeiter ergänzt.
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