Programm Klimaangepasste Stadtentwicklung in Bangladesch, Phase II
Bangladesch ist eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt und zugleich sehr stark von klimabedingten Gefahren wie Wirbelstürmen und Überschwemmungen betroffen. Auch für die Stadt Khulna bedeutet der Klimawandel eine ernsthafte Bedrohung. Die Stadt wird stark von den Gezeiten im Golf von Bengalen beeinflusst und ist daher anfällig für die Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs. Die Versalzung von Oberflächen- und Grundwasser wirkt sich zudem negativ auf den Boden und die landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus. Darüber hinaus stellen regelmäßige Überschwemmungen während der Regenzeit und immer häufiger auftretende Sturmfluten die Stadt bereits jetzt vor große Herausforderungen, die in Zukunft noch zunehmen werden.
Durch den Bau und die Rehabilitierung von klimaresilienter städtischer Infrastruktur soll die Vulnerabilität der Bevölkerung Khulnas gegenüber Klimawandelereignissen reduziert werden. Wesentliche Maßnahmen zur Zielerreichung sind die Verbesserung des Stadtentwässerungssystems, die Vertiefung und Revitalisierung von Kanälen sowie der Ausbau von Ufer- und Erosionsschutz. Außerdem werden Teiche rehabilitiert sowie Grünflächen um unversiegelte Versickerungsflächen erweitert. Eine Begleitmaßnahme wird zur Trägerstärkung für eine nachhaltige Bewirtschaftung der klimaangepassten Infrastruktur und Sensibilisierung der Bevölkerung umgesetzt.
Projektträger des Vorhabens ist die Khulna City Corporation. Zielgruppe ist die Bevölkerung der Stadt Khulna, welche besonders von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist. Die insgesamt 8 Einzelmaßnahmen werden in der bangladeschischen Stadt Khulna umgesetzt.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Für die von den beiden Flüssen Ruphsa und Bhairab eingerahmte Stadt Khulna bedeutet der Klimawandel eine ernsthafte Bedrohung. Mit rund 1,5 Millionen EinwohnerI/innen ist Khulna die drittgrößte Stadt Bangladeschs. Eine große Anzahl an Menschen pendelt zudem täglich aus den umliegenden Gebieten in die Stadt. Neben den Herausforderungen des Bevölkerungswachstums, der rapiden Urbanisierung sowie wachsender städtischer Armut, ist Khulna vor allem den Gefahren des Klimawandels ausgesetzt. Das Projekt "Klimaangepasste Stadtentwicklung in Bangladesch, Phase II -Khulna" zielt darauf ab, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Stadt Khulna durch acht Teilprojekte, die im Rahmen einer Machbarkeitsstudie und Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung ausgewählt wurden, zu mindern. Die Maßnahmen, die in den Teilprojekten umgesetzt werden sind Infrastrukturmaßnahmen wie die Verbesserung der Drainage, Überflutungs- und Erosionsschutz, verbesserter Uferschutz, Revitalisierung von Kanälen sowie die Aufwertung der kommunalen Infrastruktur unter anderem durch Schaffung von Parks und Fußwegen. Als Umsetzungspartner ist die Khulna City Corporation (KCC) vorgesehen. Die Umsetzung des Projekts wird durch einen Durchführungsconsultant unterstützt. Das Vorhaben wurde hinsichtlich seiner Umwelt- und Sozialauswirkungen in die Risikokategorie B+ eingestuft. Bei den zu finanzierenden Maßnahmen handelt es sich im Wesentlichen um Sanierungs- und Bautätigkeiten mit mittleren Risiken und in der Regel temporären Auswirkungen, die mit Gegenmaßnahmen nach dem Stand der Technik bzw. mit Standardmethoden gemindert werden können. Bei der Umsetzung der Teilprojekte kann es zu permanenten und temporären Umsiedlungen von Gewerben und in geringem Maße auch von Haushalten kommen. Dafür wird ein Umsiedlungs-, und Lebensunterhalts-, Kompensations- und Rehabilitierungsplan entwickelt. Außerdem können temporär durch die Baumaßnahmen Auswirkungen durch Baustellenverkehr, Lärm, Luftbelastungen entstehen, die auch Anwohner/innen gesundheitlich belasten können. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass in größerem Maße (Bau)Abfälle anfallen. Für das Projekt mit seinen Teilprojekten werden entsprechende Instrumente zum Umgang mit den ermittelten Umwelt- und Sozialauswirkungen und -risiken implementiert. Dazu gehören die Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung, Umwelt- und Sozialmanagementpläne, Stakeholder Engagement Plan, Beschwerdemechanismus (Grievance Redressal Mechanism), Umsiedlungs-, Lebensunterhalts-, Kompensations- und Rehabilitierungsplan, Abfallmanagementplan und soweit erforderlich weitere Detailpläne. Den vertraglichen Vereinbarungen mit dem Projektpartner KCC, den Bauunternehmen sowie den Instrumenten zum Umgang mit den ermittelten Umwelt- und Sozialauswirkungen liegt bangladeschisches Recht sowie internationale Umwelt- und -Sozialrichtlinien zugrunde. Der Stakeholder Engagement Plan für die Bevölkerung und der Beschwerdemechanismus für die betroffene Bevölkerung sowie ArbeiterInnen werden kulturell adäquat und in Landessprache implementiert.
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