NDP 5 - Unterstützungsprogramm für Straßenunterhaltung und Rehabilitierung
Das Straßennetz bildet das Rückgrat der namibischen Wirtschaft. Auf eine Fläche, die dreimal so groß ist wie Deutschland, kommen nur zweieinhalb Millionen Einwohner. Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte sind die nationalen Märkte äußerst transportabhängig. Die Netzwerkkosten pro Kopf gehören zu den höchsten der Welt. Die nachhaltige Finanzierung der Verkehrswege stellt für das Land allein aufgrund dieser strukturellen Gegebenheit eine große Herausforderung dar. Der Regierung fehlen oftmals die Mittel, das Straßennetzes ausreichend Instand zu halten.
Mit dem zinsverbilligten Darlehen soll der rund 30km lange Abschnitt der Straße TR 7/1 zwischen Usakos und Karibib rehabilitiert werden, die mit über 50 Jahren dringend erneuert werden muss und gleichzeitig zentral für die Erreichung der Zielsetzung unter NDP 5 ist. Der für den nationalen und regionalen Verkehr bedeutsame Streckenabschnitt gehört aufgrund seines hohen Verkehrsaufkommens und der fehlenden Überholmöglichkeiten, zu den unfallträchtigsten in Namibia. Aktuell passieren 91 Unfälle pro Jahr auf diesem Abschnitt. Es ist vorgesehen, neben der Rehabilitierung der aktuellen Spuren abschnittsweise eine Überholspur hinzuzufügen. Das soll vor allem kleineren Fahrzeugen erlauben, langsamere LKW sicher zu überholen. Um die Sicherheit vor allem für die Bewohner der Dörfer Usakos und Karibib zu gewährleisten, sollen bei den Dorfeinfahrten Kreisverkehre und Bremsschwellen integriert werden. Zusätzlich werden rund 80 Flutdurchlässe und drei Brücken verbreitert, um Überschwemmungen auf der Strecke besser zu vermeiden.
Wie bereits unter den Vorgängerphasen soll auch dieses Mal der Bauunternehmer mit namibischen kleineren Baufirmen zusammenarbeiten. Dabei ist vorgesehen, dass die namibischen
Baufirmen mindestens 25 % des Gesamtvertragswertes umsetzen.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
In dem Vorhaben können potentiell moderate negative Auswirkungen und Risiken auf Anwohner und Arbeiter insbesondere während den Rehabilitationsarbeiten der Straße auftreten. Diese sollten aber mit Standardlösungen vermeid- und/oder minderbar sein. Dementsprechend wurde das Vorhaben gemäß KfW Nachhaltigkeitsrichtlinie in die USVP Kategorie "B" (moderates Risiko) eingestuft. Bei dem Projekt soll die Straße von 30km Länge verbreitert und erneuert werden. Dies passiert jedoch im existierenden, nicht verbauten oder anderweitig genutzten Randstreifen der Straße, wodurch nach bisherigem Wissenstand Umsiedlungen ausgeschlossen werden können. Es können verschiedene geringe bis moderate negative Umwelt- und Sozialauswirkungen in den Bereichen Arbeitssicherheit, Gefährdung von Anwohnern und insbesondere Kindern durch erhöhten Verkehr, sowie Einschränkung ökonomischer Aktivitäten während der Bauphase auftreten, Ein weiteres Risikofeld für Anwohner ist Gewalt gegen Frauen und Kinder durch Arbeiter, insbesondere während der Bauphase. Weiterhin können Leckagen bei Baugeräten, Verunreinigungen durch unkontrollierte Versickerung von Schadstoffen in Grund- und Oberflächenwasser, schadhafte Ausgasungen sowie die nicht-umweltgerechte Entsorgung von Baustellenabfall zu (begrenztem) ökologischen Schäden führen. Diese potentiellen Auswirkungen werden als überschaubar, temporär, auf die Standorte des Vorhabens begrenzt eingeschätzt und sind mit Gegenmaßnahmen nach Stand der Technik bzw. mit Standardlösungen vermeidbar oder minderbar. So soll das für die Umsetzung notwendige Arbeitercamp nach internationalen Standards erstellt werden, um den Arbeitern ein adäquates Umfeld bereitzustellen. Des Weiteren wird ein Gesundheits-, Hygiene- und Notfallmanagement erstellt, z.B. für Unfälle während der Bauarbeiten, Prävention und Management von COVID-19. Außerdem wird es einen Beschwerdemechanismus für Arbeiter und Anwohner geben.
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