Naturwald Selva Maya II

Das Vorhaben ist eine Fortführung und konzeptionelle Weiterentwicklung des 2020 ausgelaufenen Vorhabens "Naturwald Maya I". Es soll dessen positive Ergebnisse konsolidieren und über Beiträge zur Umsetzung der in Phase I erarbeiteten "Estrategia Integral Selva Maya 2030" die regionale Kooperation weiter stärken. Die Selva Maya erstreckt sich als größtes zusammenhängendes tropisches Waldgebiet nördlich des Amazonas über den Südosten Mexikos, den Norden Guatemalas und Belize. Die Selva Maya stellt somit eine bedeutende Kohlenstoffsenke dar und bildet die Lebensgrundlage der Bevölkerung, die im Projektgebiet lebt und von der Nutzung natürlicher Ressourcen abhängt. Auch aufgrund zahlreicher archäologischer Stätten hat die Selva Maya einen hohen kulturellen Wert. Das einzigartige Ökosystem, dessen Biodiversität sowie die Bereitstellung von Ökosystemleistungen ist jedoch zunehmend durch Verlust von Waldressourcen, Degradierung und Fragmentierung von Waldlandschaften bedroht. Das Vorhaben zielt daher auf den Erhalt und den Schutz der biologischen Vielfalt, des Kulturerbes und auf eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen in ausgewählten Schutzgebieten und ihren Vernetzungszonen ab. Das Vorhaben leistet einen Beitrag zum Schutz des globalen Klimas (SDG 13) und zum Erhalt der biologischen Vielfalt (SDG 15).
Die finanzierten Maßnahmen werden mit Hilfe des Wettbewerbsprinzips ausgewählt. Sie tragen u.a. dazu bei, die Konnektivität und das Management der Schutzgebiete zu verbessern und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen zu fördern. Empfänger des Zuschusses von bis zu 20,5 Mio. EUR und Projektträger ist die International Union for the Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN). Zielgruppe des Vorhabens ist die ländliche Bevölkerung der Selva Maya, deren Lebensgrundlage auf der Nutzung der natürlichen Ressourcen basiert. Das Projektgebiet erstreckt sich über Gebiete in den drei Ländern Mexiko, Belize und Guatemala.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Projektziel ist der Schutz und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen im Naturwald Maya sowie die Sicherung der Widerstandsfähigkeit des Waldes, um die Auswirkungen des Klimawandels in Zentralamerika abzumildern. Das Interventionsgebiet umfasst Schutzgebiete in Biokorridoren in Belize, Guatemala und Mexiko. Das Vorhaben hat drei Komponenten: 1) Verbesserung der Wirksamkeit des Managements der natürlichen und kulturellen Werte ausgewählter Schutzgebiete; 2) Verbesserung der Verbindungen und der Lebensgrundlagen zwischen prioritären Schutzgebieten und 3) Verbesserung der Koordinierungskapazitäten zwischen Belize, Guatemala und Mexiko zur Verwirklichung der Vision "Selva Maya" im Einklang mit der Integralen Strategie Selva Maya 2030. Der Begünstigte des Beitrags der KfW und das ausführende Unternehmen ist die International Union for Conservation of Nature (IUCN) über ihr Regionalbüro für Mexiko, Zentralamerika und die Karibik (ORMACC). Das Vorhaben wurde in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B+" eingeordnet. Zwar wurde das Projekt so konzipiert, dass es sich möglichst positiv auf die lokale Bevölkerung und die Umwelt auswirkt und vor allem positive Auswirkungen sowohl auf die Umwelt und den Wald, die Stärkung der zuständigen Verwaltungsstellen bei ihren Überwachungs-, Kontroll- und Patrouillentätigkeiten als auch auf die Interaktion mit der in der Umgebung der Schutzgebiete lebenden indigenen Bevölkerung hat. Es gibt jedoch potenziell negative ökologische Auswirkungen, die durch unbedachte oder unmitigierte Aktionen des Vorhabens auftreten könnten. Des Weiteren birgt der Umgang mit der Bevölkerung in und um die Schutzgebiete gewisse soziale Herausforderungen, weswegen das Projekt im Allgemeinen eine substanzielle, das heißt "B+" Kategorie aufweist. Die Umsetzung des Projekts wird so erfolgen, dass negative Umwelt- und Sozialauswirkungen minimiert werden. Der Environmental and Social Committment Plan (ESCP) des Vorhabens regelt vertraglich, welche Umwelt- und Sozialmanagementanforderungen für die Dauer des Projekts umgesetzt werden. Dieser ESCP wird angewendet und nachgehalten. IUCN wird für die Dauer des Vorhabens einen Umwelt- und Sozialspezialisten einstellen, sowie das Umwelt- und Sozialmanagementsystem und die Kapazitäten vor Ort weiter ausbauen. Auf Basis der vorliegenden Informationen und Studien, Gespräche mit dem Partner sowie Erfahrung aus anderen, ähnlichen Projekten erscheinen die Umwelt- und Sozialrisiken auf Umwelt und Bevölkerung dieses Projekts abschätzbar und mit Dokumenten und Plänen sowie Supervision mitigierbar.

Land / Region / Institution Sistema de Integracion Centroamericana (SICA)
Nummer 42790
Schwerpunkt Umwelt und Klima
Sektor 41030 - Biodiversität
USV-Kategorie B+
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber Eigenbeitrag d. Landes/Own contribution of country
Deutscher Finanzierungsbeitrag 20,5 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner IUCN, INTERN.UNION F.CONSERVAT OF NATURE AN NAT.RESOURCES
Zuständige Abteilung Lateinamerika und Karibik

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