Natural Disaster Fund (Global Parametrics) II
Der Natural Disaster Fund (NDF) ist ein Risikopool, der Kunden für deren Risiken in Entwicklungsländern angepasste Lösungen anbietet, die auf wissenschaftlichen Wettermodellen, versicherungsmathematischen Methoden und Risikofinanzinstrumenten aufbauen. Der NDF bietet diese Absicherung über angepasste Wetterderivate, die von den Kunden genutzt werden, um ihre eigenen Aktivitäten und die davon profitierenden vulnerablen Menschen in Entwicklungsländern abzusichern. Diese Wetterderivate stellen eine indirekte versicherungsähnliche Absicherung dar. Intermediäre sind bspw. Mikrofinanzinstitutionen oder Unternehmen, die mit der Zielgruppe arbeiten. Nach einem auslösenden Ereignis zahlt der NDF den vordefinierten Auszahlungsbetrag an die Intermediäre, die wiederum die Zielgruppe unterstützen. Durch die Auslösung der Zahlungen aufgrund der Messung bestimmter Werte (z.B. Windgeschwindigkeit) ist eine Schadensprüfung wie bei einer klassischen Versicherung nicht notwendig. Dies ermöglich eine schnelle Auszahlung der Leistungen und eine rasche Verbesserung der Lebenssituation der Betroffenen. Zusätzlich zu den FZ-Mitteln nutzt der NDF weitere rd. 83 Mio. USD von der britischen Regierung und der Hannover Rück zur Risikoübernahme.
Global Parametrics ist Manager des NDF und deckt die gesamte Wertschöpfungskette von Risikomodellierung bis zur Risikoübernahme im NDF ab.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
In dieser zweiten Phase der Treuhandbeteiligung der KfW Entwicklungsbank am NDF ergeben sich zusätzliche potentielle Umwelt- und Sozialrisiken, durch eine Erweiterung des Portfolios. Waren in einer ersten Phase nur geringe Risiken zu erwarten, da es primär um Produkte für die Absicherung von z.B. Hilfsorganisationen oder regionale Fonds zur Absicherung von Naturkatastrophen handelte, kann sich das Portfolio jetzt auch auf die Absicherung von Infrastruktur (z.B. Häfen) oder Energievorhaben (z.B. Wind- oder Solarparks) gegen Naturkatastrophen ausweiten. Von diesen möglichen Infrastrukturen können potentielle erhebliche Umwelt- und Sozialrisiken ausgehen oder beim Bau ausgegangen sein. Daher wird die zweite Phase gem. der Nachhaltigkeitsrichtline der KfW Entwicklungsbank als FI/A kategorisiert, auch wenn diese erheblichen Risiken eine kleinen Teil im Gesamtportfolio des NDF darstellen. Nichtsdestotrotz muss Global Parametrics (GP) als Manager des NDF ein adäquates Umwelt- und Sozialmanagement System einführen um die potentiellen Risiken ihres Portfolios zu erkennen, abzuwägen und zu managen. Die KfW hat daher u. A. folgendes mit GP vereinbart um auch höhere Risiken ins Portfolio aufzunehmen, was von der KfW geprüft und nachgehalten wird: (1) Einrichten eines an das Versicherungsgeschäft angepassten Umwelt und Sozialmanagement Systems im Sinne der "UNEP Principles for Sustainable Insurance", welche die Prüfung und das entsprechende Monitoring der verschiedenen Produkte vorsieht; (2) Kapazitätsschaffung für die Umsetzung des Management Systems; (3) Einrichtung eines Beschwerdemechanismus; (4) Anwendung der Konzernweiten Ausschlussliste und Sektorleitlinien (sowie die IFC u Ausschlussliste) und die (5) jährliche Berichterstattung and die KfW über die Umsetzung des ESMS und die Umwelt- und Sozialrisiken des Portfolios.
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