Nachhaltiger Waldschutz, -rehabilitierung und Forstentwicklung im zentralen Hochland
Das Vorhaben zielt auf die Verbesserung der ländlichen Basisinfrastruktur armer, waldreicher Kommunen in den zentralvietnamesischen Provinzen Gia Lai und Quang Ngai ab. Es verfolgt dabei einen integrierten Ansatz: Die Waldbevölkerung verpflichtet sich durch sog. Conservation Agreements zum nachhaltigen Waldschutz und erhält im Gegenzug Investitionen in ihre ländliche Infrastruktur. Die Investitionen umfassen insbesondere den Ausbau von ländlichen Straßen oder Wegen, kleine Bewässerungssysteme, um die Lebensbedingungen der vom Wald abhängigen zu verbessern und gleichzeitig den Nutzungsdruck auf die Wälder zu reduzieren. Parallel dazu wird auch Ausbau der Forstinfrastruktur (Schutzstationen, Feuerwachtürme etc.), die Förderung von Community Forest Management, verstärkte Waldschutzmaßnahmen mit Patrouillen und die Einführung moderner Monitoringinstrumente wie Spatial Monitoring and Reporting Tool (SMART) unterstützt.
Insgesamt unterstützt das Projekt die nachhaltige Nutzung und den Schutz natürlicher Ressourcen, trägt zur Erhaltung der Biodiversität und wichtiger Ökosystemdienstleistungen wie Wasser- und Bodenschutz bei und fördert die Resilienz der lokalen Bevölkerung gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels. Ein besonderer Fokus liegt auf der Stärkung marginalisierter ethnischer Minderheiten und der Sicherung ihrer Lebensgrundlagen durch partizipative Ansätze und langfristige Eigentumsrechte an Waldflächen.
Die Gesamtkosten für das Vorhaben werden auf rund 30 Mio. EUR geschätzt, von denen bis zu 20 Mio. EUR über ein zinsverbilligtes Darlehen, bis zu 4,8 Mio. EUR über eine Begleitmaßnahme und rund 7,6 Mio. EUR über vietnamesische Eigenmittel (letztere insbesondere "in kind") finanziert werden sollen. Kreditnehmer ist die Regierung der Sozialistischen Republik Vietnam, vertreten durch das Finanzministerium. Träger des Vorhabens sind die beiden Projektprovinzen Gia Lai und Quang Ngai, die durch die jeweiligen Provinzvolkskomitees (PPCs) vertreten werden.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Da es sich um ein Vorhaben zum Schutz von Wäldern handelt, werden lediglich geringe umweltbezogene Risiken im Kontext der Projektaktivitäten erwartet. Es sind nur kleinere Bauarbeiten (Wegebau, Bewässerungssysteme etc.) vorgesehen. Standorte bzw. Maßnahmen, die physische Umsiedlungen oder Landkonflikte verursachen könnten, sind von einer Unterstützung genauso ausgeschlossen, wie die Beschaffung von Waffen und Munition im Kontext von Schutzgebietsmanagement. Die Projektaktivitäten sind mit allerdings mit soziale Risiken verbunden. Diese umfassen u.a. Nutzungs- und Zugangsbeschränkungen, die Betroffenheit ethnischer Minderheiten, machtpolitische Asymmetrien in lokalen Entscheidungsprozessen und damit verbundene Verteilungs- und Verfahrensgerechtigkeitsrisiken sowie menschenrechtliche Risiken bei Überwachungsmaßnahmen und Strafvollzug, u.a. durch staatliche Akteure im Kontext des Schutzgebietsmanagements. Um dem zu begegnen, verfolgt das Projekt einen partizipativen Ansatz, der bei Landnutzungsplanung, Ausweisung kommunaler Wälder sowie der Unterstützung bestehender Schutzgebiete sowohl oft nicht formalisierte Besitz- und Nutzungsansprüche stärkt, benachteiligte Gruppen bei der Bereitstellung nachhaltiger Lebensgrundlagen unterstützt und gemäß des Rechts auf freie, vorherige und informierte Konsultation und Zustimmung (FPIC) durchgeführt wird. Die für das Projekt einschlägigen Schutzmechanismen umfassen einerseits einen Umwelt- und Sozialmanagementrahmen (Environmental and Social Management Framework, ESMF) zum Umgang mit kleinen Baumaßnahmen sowie einen Rahmen für die Planung der Beteiligung der Gemeinschaft (Community Engagement Planning Framework, CEPF) zur Beteiligung lokaler Gemeinden bei Wald- und Landnutzungsplanung, welcher sowohl FPIC Vorgaben sowie Ansätze zur Adressierung von Nutzungsrestriktionen und der Wiederherstellung eingeschränkter Lebensgrundlagen umfasst. Andererseits werden Risiken mit Blick auf menschrechtliche Belange im Kontext von Überwachungsmaßnahmen und Strafvollzug beim Schutzgebietsmanagement im Rahmen einer Sicherheitsrisikobewertungen (Security Risk Assessments, SRA) untersucht und menschenrechtliche Sorgfaltsanforderungen für Patroullien formuliert und Ranger entsprechend ausgebildet. Niedrigschwellige Beschwerdemechanismen werden im Zuge der Beteiligungs- und Planungsprozesse in allen teilnehmenden Gemeinden und unterstützen Schutzgebieten etabliert bzw. auf bestehenden Gegebenheiten aufgebaut, um faire und konsensuale Konfliktlösungen zu ermöglichen.
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